Sakura-no Shincha MOE Update: Herr Matsumoto hat geerntet

Endlich ist es soweit: Heute Morgen rief uns Herr Matsumoto von Teegarten Sakura-No En an, um uns die freudige Nachricht zu überbringen, dass er die super feinen Blätter für den Shincha MOE vor zwei Tagen geerntet hat. Das Erntedatum des Sakura-No Shincha MOE 2017 ist demnach der 25. April. Nachdem zunächst die Aracha-Produktion stattfand, würden dann gestern, also am 26. April von Herrn Matsumoto auch die Endverarbeitung (shi-age) des Shincha MOE 2017 durchgeführt. Wie die Fans des Shincha MOE vermutlich bereits wissen, ist dieser Shincha so fein geerntet, dass keine finale Sortierung stattfindet, denn es gibt nichts, dass sortiert werden könnte oder sollte. Dennoch, der finale Schritt der shi-age findet statt, in diesem Fall eben nicht mit dem Sinn der finalen Sortierung, doch aber mit dem Sinn der finalen Erhitzung (hi-ire), denn es handelt sich beim Shincha MOE nicht um einen Aracha-Shincha, sondern um einen final verarbeiteten Shincha.

Sakura-No Shincha MOE 2017 von Herrn Matsumoto
Sakura-No Shincha MOE 2017 von Herrn Matsumoto

Nachdem wir Dank des erfreulichen Anrufs von Herrn Matsumoto direkt mit ihm Rücksprache halten konnten, hat es geklappt, dass er direkt noch am heutigen Tag (27. April 2017), also nur zwei Tage nach Ernte des Shincha MOE 2017, den Tee per Luftfracht, wie es bei uns im Fall von Shincha üblich ist, nach Frankfurt versenden konnte.

Der Shincha MOE 2017 wird also in Kürze bereits in Frankfurt eintreffen, und wird dann bei allen Teefachgeschäften, die den Shincha bei uns reserviert haben, innerhalb von wenigen Tagen erhältlich sein. Wir selbst sind natürlich auch schon total gespannt und vollen Verfreude, ihn dann probieren zu können, sobald wir zurück in Deutschland sind. Möglicherweise haben so unsere Kunden die Chance den tollen Shincha früher probieren zu können als wir selbst, was uns freut, denn wir haben hier in Kyushu ja immerhin täglich den Genuß die frische „Shincha-Luft“ in den Teeanbaugebieten atmen zu dürfen.

Sakura-No Sencha, Kamairicha und Matcha aus Moga

Nachdem wir in den letzten Tagen bereits die höchsten Qualitäten der Morimotos (GO EN, Tokujou Kabusecha, Fukamushi Sencha und Tokujou Sencha) gemeinsam mit Shigeru final erhitzt und sortiert haben, sind nun bereits die meisten Kisten gepackt, und stehen sicher im Kühlraum, bis sie für den kurz bevorstehenden Transport zu uns nach Frankfurt abgeholt werden. Wir haben also alles geschafft, was wir uns vorgenommen haben, um nun den Rückweg über mehrere besondere Stationen in Kyushu und Honshu anzutreten, um schließlich in etwa einer Woche wieder in Osaka unseren Flug zurück nach Deutschland zu nehmen. Nach knapp drei stündiger Fahrt stellen wir in Kagoshima schnell unsere Koffer ab, kaufen noch ein paar Kleinigkeiten zu Essen und fahren gleich weiter in die Nachbarpräfektur Kumamoto zu Sakura-No En, mit denen wir nun bereits seit acht Jahren zusammenarbeiten. Schon bei unserer Terminabsprache kündigt uns Satomi Matsumoto an, dass ihr Mann Kazuya am Tag unseres Besuchs bis in den frühen Nachmittag hinein noch Tee verarbeiten wird. Zum Glück kann heute die Großmutter auf die Kinder aufpassen, sodass Satomi mit uns in die Teegärten fahren kann.

Nachdem wir den Teegarten, in dem vor allem Yabukita- und Sayama Kaori Sträucher für den Shincha Moe und Sakura-No Sencha wachsen, besichtigt haben, fährt uns Satomi zur Teeverarbeitungsanlage. Hier ist Kazuya Matsumoto gerade noch dabei die letzten Etappen der Aracha-Produktion durchzuführen. Inzwischen packt er den Aracha, also den vorverarbeiteten Tee, in 20kg Vakuumverpackungen für die mittelfristige Einlagerung bis zur finalen Verarbeitung zum Sakura-no Sencha. Heute hat er unbeschattete (roji) Blätter der Yabukita aus Naturanbau (shizen-saibai) verarbeitet – ein Bestandteil für den Sakura-No Sencha. Kazuya Matsumoto versucht bei seinen Natur-Anbau-Feldern so weit wie möglich menschliche Eingriffe zu vermeiden. So verzichtet er also auch auf Bodenbearbeitung und Düngung. Diese Anbauform praktiziert er allerdings nur an ganz bestimmten Standorten seiner Teegarten-Parzellen, die mitten im Wald gelegen sind, sodass Nährstoffe aus den Wäldern auch in den Teegarten gelangen können. Der Sakura-No Sencha, für den heute ein Bestandteil vorverarbeitet wurde, besteht zu etwa 50% aus Kabusecha, den Kazuya organisch düngt. Die anderen etwa 50% stammen aus Naturanbau und werden nicht beschattet. Kazuya Matsumoto erntet und verarbeitet zuerst alle Bestandteile des Sakura-No Sencha einzeln, lagert den Aracha gekühlt ein, solange bis alle Bestandteile einzeln im Zustand des Aracha vorliegen. Erst dann erstellt er den Blend für den Sakura-No Sencha, weshalb dieser dann erst etwa einen Monat nach dem Shincha Moe fertig ist.

Während Satomi mit ihrem kleinen Lieferwagen die Kisten mit dem heute produzierten Aracha zum Haus der Matsumotos fährt, wo sich das Kühllager befindet, bringt uns Kazuya zu dem am höchsten gelegenen Teegarten der Familie, der etwa 600 m über dem Meer liegt. Wie auch in den letzten Jahren, wenn wir mit Kunden bei Sakura-No En zu Besuch waren, fallen nun auch schon wieder die ersten Regentropfen, bis schließlich ein unaufhörlich starker Regen beginnt. Die Teegärten versinken in einem dichten Nebel.

Auf dem Hof angekommen zeigt uns Kazuya noch die vor einem Tag geernteten Zairai-Blätter für den Sakura-No Kamairicha. Kazuya lässt die Blätter für seinen Kamairicha immer 36 Stunden lang unter Luftzirkulation leicht welken, um die Bedingungen, unter denen vor etwa 100 Jahren produziert wurde so weit wie möglich nachzuempfinden. Während heute fast ausschließlich maschinell geerntet wird, wodurch die Teeblätter schneller geerntet werden können, wurde vor 100 Jahren noch vorwiegend mit der Hand geerntet. Auf dem Weg zur Verarbeitung, der heute mit dem Auto, damals aber zu Fuß zurückgelegt wurde, welkten die Blätter damals, was Kazuya Matsumoto nachempfindet, um einen wirklich traditionellen Tee herzustellen. Alle paar Stunden kontrolliert er dabei, ob die Blätter so welken, wie er es sich vorstellt. Sie sollen in keinem Fall warm und rötlich werden. Um das zu verhindern, wird von unten kalte Luft durch die Blätter geblasen. Beim Transport mit einfachsten Mitteln bis zum Ort der Teeverarbeitung wurden vor 100 Jahren die Blätter durch die Laufbewegungen immer wieder bewegt, sodass nur eine leichte Wärmeentwicklung stattfinden konnte.

Die Verarbeitung zum Sakura-No Kamairicha ist für den nächsten Tag angesetzt. Während die gedämpften Tees von Sakura-No En in einer Gemeinschaftsanlage, die die Matsumotos mit einigen weiteren Teegärten teilen, verarbeitet werden, produziert Kazuya den Kamairicha in einer kleinen alten Holzfabrik direkt am Haus.  Da die Geräte hier sehr einfach aufgebaut und zudem recht klein sind, ist die Menge vom Sakura-no Kamairicha , die hier hergestellt werden kann, auch sehr begrenzt – eine wirkliche Rarität.

von Satomi Matsumoto selbst gebackener Matcha-Kuchen

Im Haus trinken wir die neuen Tees dieses Jahres, darunter unter anderem den Shincha MOE, und kommen noch auf ein anderes Thema zu sprechen. Im vergangenen Jahr hat Kazuya ein neues Projekt gestartet. Er stellte erstmalig Matcha aus vier Wochen beschatteten Zairai Sträuchern her. Natürlich kam von der europäischen Seite(, die überzeugt ist, dass Matcha zwangsläufig aus Tencha hergestellt werden müsse, wie es die großen Matcha-Konzerne seit Jahren lautstark verkünden) die Frage, ob Herr Matsumoto denn Tencha herstellen könne. Kazuya Matsumoto erklärt uns daraufhin ein anderes Verfahren um feinen zeremoniellen Matcha herzustellen, von dem wir vor einigen Tagen auch schon von Mankichi Watanabe einiges gehört haben: nämlich die Herstellung von Matcha aus Moga, die historisch betrachtet schon deutlich früher üblich war, als die Herstellung von Matcha aus Tencha, die heute oftmals fälschlicherweise als die einzige historische Herstellungsweise propagiert wird.

Wie es bei Kazuya Matsumoto üblich ist, erntet er sehr fein – also nur die zwei kleinen obersten Blätter und die Blattknospe. Die Blätter für die Herstellung von Moga werden dann genau wie bei der Tencha-Herstellung sehr flach gedämpft (noch weniger tief als „normales“ asamushi). Im Anschluss folgt die Auflockerung der Blätter. Im Gegensatz zur Sencha Herstellung werden die Blätter gar nicht beziehungsweise sehr kurz mit sehr geringem Druck geknetet, wodurch die Zellstruktur weitgehend erhalten bleibt, ganz anders als bei Sencha, für den die Zellstruktur aufgebrochen werden muss. Auch das Rollen zu Nadeln fällt bei der Herstellung von Moga natürlich weg. Der Moga-Aracha hat am Ende eine sehr lockere Struktur, die viele Gemeinsamkeiten mit Tencha hat. Von den großen Matcha-Verarbeitern hört man immer wieder, dass das Entfernen der Blattrippen sehr wichtig sei, um feinen zeremoniellen Matcha produzieren zu können. Kazuya Matsumoto entfernt die Blattrippen nicht und doch ist sein Matcha auf demselben Niveau, auch was den Grad der Feinheit anbelangt, denn schließlich ist seine wichtigste Kundin für seinen Moga-Matcha aus Zairai eine Teelehrerin in Tokyo, die auf höchste Qualitäten setzt.

Moga-Aracha: vor dem Vermahlen zu Matcha wird der Moga-Aracha natürlich noch sortiert.

Herr Matsumoto erklärt uns, dass die Pflanzen sehr unterschiedlich sind. Während die Zairai-Büsche, die er verwendet, sehr klein-blättrig sind, werden in Uji – dem wohl bekanntesten Ort für die Herstellung von Matcha – eher groß- und dickblättrige Teesträucher angebaut. Das hat einerseits mit dem Klima und der Wahl der Strauchsorten, andererseits aber auch mit dem Anbausystem zu tun. Kazuya erklärt uns, dass die Pflanzen bei intensiver Düngung stärkere und festere Blattvenen bilden. Da in Uji in vielen Gärten sehr stark gedüngt wird, ist es notwendig die Blattvenen zu entfernen, da diese sonst den Geschmack und die Textur des Matcha beeinflussen würden. Kazuya Matsumoto verwendet kleinblättrige Zairai-Sträucher aus Naturanbau (shizen-saibai), die gar nicht gedüngt werden. Bei diesem Blattgut ist es gar nicht möglich die Blattrippen zu entfernen, da diese kaum vom Blattfleisch zu unterscheiden sind, wodurch eine Trennung sowohl nicht sinnvoll als auch technisch nicht möglich wäre.

Was für manch einen Tee-Experten allerdings erst einmal ungewohnt klingen mag, ist die Tatsache, dass die Herstellung von Matcha aus Moga die ältere Herstellungsweise darstellt, im Vergleich zur sonst üblichen Herstellung von Matcha aus Tencha als Produktionsvorstufe. Für die in Japan ansässigen Tee-Experten, die sich gerade auch mit dem Weg des Matcha im Zusammenhang mit der Meditationskultur des Buddhismus aus China nach Japan beschäftigt haben, ist dies vermutlich keine Neuigkeit. Tencha-Öfen gibt es schließlich noch nicht allzu lange. Daher sind sie nicht vor allem als alte Art der Matcha-Herstellung anzusehen, sondern stellen viel mehr eine Professionalisierung und weitere Technisierung der Matcha-Herstellung dar. Diese hat selbstverständlich ihre Berechtigung und vermag auch hervorragende Qualitäten hervorzubringen, obgleich sie nicht den Anspruch als einzig richtige Herstellungsart beanspruchen möchte. Ob der hergestellte Matcha letzlich ein wirklich hohes qualitatives Niveau erreicht, hängt von einen ganzen Reihe von Faktoren ab, wobei die Qualität des verwendeten Blattguts mindestens eine genauso wichtige Rolle spielt, wie die Vorgehensweise bei der Trocknung, als auch die Art der verwendeten Mühle.

Am Ende unseres Gespräches fragen wir Kazuya, was für ihn einen traditionellen Matcha auszeichnen würde. Wir fragen das, weil von Seiten der großen Matcha-Firmen immer wieder betont wird, dass echter Matcha nur aus Tencha hergestellt werden darf. Das steht der Tradition nun aber entgegen. Kazuya Matsumoto antwortet auf unsere Frage, dass die Beschattungsdauer für ihn wichtig ist, drei Wochen sollten es mindestens sein. Darüber hinaus sollten die Blätter von Zairai-Sträuchern geerntet werden, denn Sen no Rikyû, der bis ins heutige Zeitalter wohl bekannteste Lehrer der japanischen Teezeremonie, dessen stilistischer Einfluss die gesamte japanische Teekultur zu beeinflussen vermag, verwendete auch nur Matcha aus Zairai-Sträuchern. Warum? Die heute bekannten Strauchsorten, die die Zairai-Sträucher inzwischen weitestgehend verdrängt haben, existierten zu Zeiten des alten Meisters Rikyû noch nicht. Die modernen Stecklings-Sorten entstanden erst um die Mitte des 20. Jahrhunderts, in der die japanische Teeherstellung zeitgleich eine starke Industrialisierung erlebte. Die weiteren Verarbeitungsschritte, ob nun Moga oder Tencha hergestellt würde, ob die Blattrippen nun entfernt würden oder nicht, ob auf der Steinmühle oder einer anderen fein pulverisierenden Mühle gemahlen würde, all das bezeichnet er als rein technische Fragen. Am Ende zählt hinsichtlich der Vermahlung für Herrn Matsumoto auch die Feinheit des Matcha.

Pro Jahr werden nur 10kg vom Sakura-no Matcha hergestellt. Hauptsächlich geht er an eine kleine Teeschule in Tokyo, die ausschließlich Tee aus natürlichem Anbau verwendet, und damit dem eigentlichen Ideal der Teezeremonie, der Verbindung mit der Natur, Rechnung trägt.

Besuch bei Satomi und Kazuya Matsumoto von Sakura-no En

Für den heutigen Tag ist ein Besuch bei Familie Matsumoto von Sakura-no En geplant. Schon vor mehreren Wochen telefonierten wir mit Herr Matsumoto und vereinbarten, dass wir den genauen Zeitpunkt unseres Besuchs erst recht kurzfristig festlegen werden, je nachdem wann Familie Matsumoto es sich zeitlich am ehesten einrichten kann. In der Erntezeit ist in den Teegärten und der Teeverarbeitung natürlich immer sehr viel los, und die Zeit der Familienmitglieder, die zugleich die wichtigsten Mitarbeiter ihrer Betriebe sind, extrem knapp. Wie wir schon in den vorherigen Berichten erwähnt haben, ist es zudem in diesem Jahr eine besondere Herausforderung die Grüntee-Ernte zu organisieren, weil es wirklich viel regnet und die Tee-Sträucher daher recht langsam wachsen. Von diesem Blickwinkel aus betrachtet, ist unser Besuch eher zweitrangig, denn die Arbeit im Teegarten und in der Verarbeitung zu bewältigen, und um guten Shincha sowie die anderen Tees der ersten Ernte herzustellen, ist natürlich die wichtigste Aufgabe der Betriebe.

Vormittags hat Kazuya Matsumoto von Sakura-no En noch in der Verarbeitung zu tun, sodass wir uns erst mittags treffen können. Gemeinsam mit seiner Schwester – seine Frau Satomi Matsumoto ist leider ein bisschen erkältet – fahren wir in ein kleines Restaurant, um gemeinsam Mittag zu essen. Wie auch bei unseren vorherigen Besuchen, ist Kazuya immer gut vorbereitet, um egal an welchem Ort, seinen Tee auch unterwegs zubereiten zu können. Vor einigen Jahren verkosteten wir seinen Shincha MOE direkt am Rande seines Teegartens, in dem sich genau die Teesträucher befinden, die für den Shincha MOE geerntet wurden. Nun packt er im Restaurant eine mit heißem Wasser gefüllte und gut verschlossene Kanne aus, sowie viele kleine Teeschälchen, und beginnt uns den Shincha MOE aufzugießen. Er zeigt uns die frisch geernteten und frisch verarbeiteten Blätter und dann den Aufguss. Wir sind begeistert. Alle Anzeichen stehen dafür, dass die anderen Grünteesorten von Sakura-no En, wie etwa der Sakura-no Sencha, in diesem Jahr ebenso besonders gut ausfallen werden. Kazuya Matsumoto beschreibt es folgendermaßen: Es gibt ein Qualitätsintervall für den Sakura-no Shincha MOE, je nach Jahr. In diesem Jahr, meint er, ist der Sakura-No Shincha MOE qualitativ noch höher ausgefallen als in den letzten Jahren, und die Vorzeichen für einen ebenso prächtigen Sakura-no Sencha sind gegeben. Durch die niedrigen Temperaturen wuchsen die Tee-Pflanzen langsam. Aufgrund der wenigen Sonnentage tendieren dieses Jahr selbst die nicht beschatteten Sencha-Sorten geschmacklich in die Richtung der beschatteten Tees [Kabusecha], mit ausgesprochen viel Umami.

Kazuya Matsumoto spricht im Zusammenhang mit der ersten Ernte 2016 von „Tennen Kabusecha“, also wörtlich übersetzt natürlich beschatteten Tee, aufgrund der wetterbedingten Lichtverknappung. In den letzten Jahren hatten die Matsumotos mehrere Male Ernteausfälle durch späten Frost in den Nächten. Dieses Jahr jedoch, obwohl es insgesamt recht kühl war, konnten die dichten Wolken dafür sorgen, dass es nicht zu Nachtfrost kam. Der diesjährige Shincha MOE wurde an zwei Tagen geerntet, am 17. April und am 22. April 2016. Wir fühlen uns geehrt, als wir von Kazuya Matsumoto erfahren, dass er für den Export an uns in Europa ausschließlich die frühesten Grüntee-Blätter ausgewählt hat. Der Sakura-no Shincha MOE, den es dieses Jahr wieder ab Anfang Mai in einigen wenigen, besonderen Teeläden in Europa zu finden geben wird, besteht also ausschließlich aus Blattgut, das Herr Matsumoto am 17. April 2016 geerntet hat.

Nach dem Essen fahren wir noch ins Haus von Kazuya und Satomi Matsumoto. Kazuya zeigt uns zuerst das neue Wohnhaus der wachsenden Familie – das vierte Kind ist unterwegs. Nun gibt es im Erdgeschoss auch endlich Platz zum Verpacken der Tees von Sakura-no En sowie für die Vorbereitung des Versands an Kunden in Japan und für die Vorbereitung der Transporte zu uns in Europa. Bis vor knapp einem Jahr hat Satomi Matsumoto noch in dem räumlich sehr begrenzten Haus der Eltern, das inzwischen über 100 Jahre zählt, die Lieferungen an ihre Kunden vorbereitet.

Besuch bei Sakura-No En und erste Bilder der Gyokuro Teeschalen von Narieda

Heute Vormittag haben wir etwa eine Stunde Zeit um ein paar Emails zu beantworten. Dietmar nutzt die Chance, um einige Fotos von den Gyokuro-Teeschalen zu machen, die wir vorgestern von Narieda Shinichiro bekommen haben.

Narieda_Gyokuro_Teeschalen_2015_M

Dieses Jahr hat Narieda gleich drei unterschiedliche Varianten der kleinen Teeschalen angefertigt, die sich von der Form, vom Glasurtyp und der Art, wie die Glasur aufgetragen wurde, etwas unterscheiden. Von manchen der Teeschalen gibt es nur zwei oder drei Exemplare, die sich ähneln, während Narieda von anderen eine Serie von etwas zehn Schalen gefertigt hat. Sobald wir dazu kommen, werden wir Euch in den nächsten Tag auch noch ein paar Bilder der Gyokuro-Kyushu, die Narieda dieses Jahr gemacht hat, zeigen. Wir sind auch dieses Jahr wieder begeistert!

Um die Mittagszeit fahren wir gemeinsam mit Shutaro Hayashi zu Sakura-No En, dem Teegarten von Familie Matsumoto in Kumamoto. Auch heute sind wir etwa zwei Stunden mit dem Auto unterwegs bis wir bei strömendem Regen in Minamata ankommen. Nun besprechen wir mit Kazuya Matsumoto unsere Sakura-no Shincha Moe Bestellung. Vom Sakura-no Shincha Moe stellt Kazuya Matsumoto nur eine sehr kleine Menge her, was damit zu tun hat, dass er besonders früh erntet, wenn die frischen Blatttriebe noch sehr klein sind, weshalb die Erntemenge umso kleiner ist. Die geernteten Blätter sind so fein, dass der Tee nicht sortiert werden muss, da das Blattgut bereits ohne Sortierung die perfekte Zusammensetzung hat. Satomi Matsumoto, Kazuyas Frau, erzählt uns, dass er seit einigen Jahren von Jahr zu Jahr immer feiner und damit einhergehend weniger erntet, um sicherzugehend eine mindestens gleichbleibende, wenn nicht steigende Qualität über die Jahre hinweg garantieren zu können. Die Menge wird dadurch jedes Jahr ein wenig geringer. Zum Glück haben die Matsumotos zugestimmt unsere Bestellung des Moe in der Höhe anzunehmen, wie wir es uns gewünscht haben, auch wenn dies bedeutet, dass sie andere Kunden teilweise nicht beliefern können. So wird es bei uns, oder besser gesagt bei unseren Kunden also bald wieder Sakura-No Shincha Moe geben.

Shincha Moe MARIMO

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