Morimoto Shincha 2017 – Morimotos geben ihr Bestes, dass er so schnell wie möglich ankommt

Unser letzter Ausflug für dieses Jahr führt uns noch einmal in die abgelegene Präfektur Miyazaki zu Haruyo und Shigeru Morimoto. Die erste Ernte ist hier gerade in vollem Gange. Als wir gerade im Haus der Morimotos ankommen, erfahren wir von Haruyo, dass sie die ganze Nacht durchproduziert haben. Shigeru hat nicht einmal 2 Stunden geschlafen, Haruyo gar nicht. Dadurch, dass wir sie gut kennen, merken wir, dass sie etwas müde sind, trotzdem empfangen Sie uns sehr herzlich und freuen sich, dass wir Besuch mitgebracht haben.

Haruyo und Shigeru Morimoto ganz gerürt von den schönen Gastgeschenken
Haruyo und Shigeru Morimoto ganz gerürt von den schönen Gastgeschenken (Foto: Arun Herzog)

Als wir vorige Woche zu Besuch waren, hatten sie schon eine anstrenge Erntephase vorausgesagt, dass nun der Schlaf aber fast komplett ausfällt, ist noch einmal eine Steigerung dessen. Gestern haben sie noch bis spät  die Kabuse Yutaka Midori vom auf 260m über dem Meer gelegenen Shincha-Teegarten geerntet und verarbeitet. Seit unserem letzten Treffen haben wir fast täglich telefoniert um auf dem Laufenden zu bleiben, was die Ernte dieses Tees betrifft. Wir warten alle schon ganz sehnsüchtig auf den diesjährigen Morimoto Shincha, der nun zumindest schon vorverarbeitet als Aracha vorliegt. Die Farbe der Aracha-Blätter ist schon einmal ganz großartig –tief dunkelgrün mit fast ins bläuliche tendierendem Schimmer – großartig.

Die Yutaka Midori ist in diesem Jahr wirklich besonders spät. In den neun Jahren, die wir mit den Morimotos nun schon zusammen arbeiten, war das noch nie der Fall, dass Yabukita und Yutaka Midori in etwa auf die dieselbe Zeit fallen. Yutaka Midori und Saki Midori waren immer die ersten Strauchsorten, dann kam eine Pause von zwei-drei Tagen und erst dann ging die Ernte der Yabukita los. In diesem Jahr liegen diese Sorten mit der Yabukita etwa gleich auf. Heute wurde nämlich die Roji (unbeschattete) Yabukita, ein kleiner Bestandteil des Morimoto Tokujou Sencha, geerntet.

Luftaufnahme des Teegartens von Haruyo und Shigeru Morimoto
Luftaufnahme des Shincha-Teegartens von Haruyo und Shigeru Morimoto (links: Kabuse Yutaka Midori (bereits geerntet), Mitte Yabukita, rechts Neuanpflanzung Minami Sayaka) (Foto:Arun Herzog)

Dadurch, dass die Morimotos und auch die beiden Töchter die Nacht durchgearbeitet haben, ist heute nun aber früher Schluss, noch während unserer Anwesenheit fangen die beiden Töchter mit der Reinigung der Verarbeitungsanlage an. Dann heißt es erst einmal Energie tanken für den nächsten Erntetag. Für morgen steht dann die Kabuse Yabukita auf dem Plan, aber nur wenn das Wetter mitspielt. In diesem Jahr ist das schwer vorauszusagen. Während wir in den letzten Jahren die Erfahrung gemacht haben, dass der regionale Wetterbericht recht präzise vorhersagen konnte an welchen Tagen es regnet und wann die Sonne scheint, ist die Wetterlage in diesem Jahr sehr unbeständig und wechselhaft. Auch für heute schwankten die Voraussagen zwischen strahlendem Sonnenschein und 27 Grad und Regenschauern mit 21 Grad. Um uns herum ziehen auch dicke schwarze Wolken, die sich dann zum Abend hin aber verziehen statt abzuregnen.

Haruyo und Shigeru Morimoto
Haruyo und Shigeru Morimoto im Oku Midori Teegarten: Selbst im Alter von 68 Jahren haben die beiden immernoch ihre jugendliche Energie und Lebensfreude behalten  (Foto: Arun Herzog)

Weil wir morgen schon unseren Rückweg in Richtung Honshu antreten, müssen wir auch schon früh wieder aufbrechen. Haruyo sichert uns bei der Verabschiedung noch zu, sich darum zu kümmern den Morimoto Shincha nun so schnell wie möglich zu sortieren und Shigeru die Finalerhitzung durchführen zu lassen, damit der Tee auf den Versandweg nach Europa gehen kann. Ab Montag arbeitet auch die Bio-Kontrollstelle wieder – die Golden Week ist dann vorbei. Dann kann auch das Exportzertifikat ausgestellt werden. Wir halten euch auf dem Laufenden, wann der Morimoto Shincha 2017 in Europa ankommt.

Sakura-No Shincha MOE – schon unterwegs nach Europa und noch hier in Kumamoto

Der heutige Besuch bei Herrn Matsumoto im Teegarten Sakura-No En in Kumamoto bringt uns wieder einmal innerhalb von wenigen Stunden zu einer Vielzahl an beeindruckenden Erlebnissen. Die Begrüßung ist etwas hektisch, denn Herr Matsumoto hat bereits einen ausführlichen Tagesplan vorbereitet, was er alles mit unseren Kunden und uns unternehmen möchte. Das Zeitfenster für unseren Besuch ist knapp bemessen. Heute Vormittag hat Herr Matsumoto noch einen Teil des Sakura-No Sencha verarbeitet. Wir treffen ihn nun in seiner Pause, bis es dann am Abend für ihn wieder weiter geht mit der Arbeit. Wir sind sehr dankbar, dass wir, obwohl wir zur für die Familie am anstrengendsten Erntezeit zu Besuch kommen, dennoch so herzlich empfangen werden.

Kazuya Matsumoto bei der Zubereitung seiner Tees - der Geruch und der Verhalten der Blätter ist entscheidend
Kazuya Matsumoto bei der Zubereitung seiner Tees – der Geruch und der Verhalten der Blätter ist entscheidend (Foto: Arun Herzog)

Kazuya und seine Frau Satomi Matsumoto holen uns direkt vom Bahnhof ab, und bringen uns zum neuen Wohnhaus der jungen Familie Matsumoto. Hier wohnen die beiden mit ihren vier Kindern, während im über 100 Jahre alten Haus der Familie Matsumoto, das wir in den letzten Jahren immer besuchen durften, nun Kazuyas Eltern leben.

Sakura-No Shincha MOE
Sakura-No Shincha MOE (Foto: Arun Herzog)

Als erstes, nachdem Herr Matsumoto uns in den ersten Stock des idyllischen Holzhauses geführt hat, gießt er uns einen mit kaltem Wasser zubereiteten Shincha MOE auf, der erst vor wenigen Tagen geerntet wurde. Wir haben Glück, denn die Menge, die bereits auf dem Weg nach Europa ist, haben unsere Kunden bereits vor Monaten reserviert, so dass für uns selbst nichts zum Probieren übrig bleiben wird. Hier, vor Ort im Haus von Herrn Matsumoto, genießen wir also den frisch geernteten Shincha MOE, und zudem die Chance ihn hier mit dem lokalen Quellwasser trinken zu dürfen, was natürlich ein besonderes Geschenk für uns ist.

aufgegossene Blätter des Sakura-No Shincha MOE
aufgegossene Blätter des Sakura-No Shincha MOE (Foto: Arun Herzog)

Es folgt ein Aufguss des Sakura-No Shincha MOE 2017 mit Kazuyas spezieller Aufgussmethode: Zuerst gießt er etwas kaltes Wasser in die offene Kyusu (Japanese Tea Instructor Kyusu). Nach einer kurzen Wartezeit fügt er heißes Wasser hinzu und gießt dann recht schnell ab. Wir sind wieder einmal hin und weg vom Geschmack und dem intensiven Duft des Shincha MOE, der dieses Jahr wieder einen fantastisch frischen Duft verbreitet, die geschmacklich von einer abgerundete Süße gekrönt wird.

Onigiri von Satomi Matsumoto
Onigiri von Satomi Matsumoto (Foto: Arun Herzog)

Während wir den feinen Tee genießen, kommen immer wieder neue, vornehmlich vegetarische Speisen auf den Tisch, die Satomi Matsumoto für uns vorbereitet hat. Die Matsumotos legen beim Essen nicht nur Wert auf regionale Zutaten, sondern machen sich auch Gedanken darüber welche Teesorten zu welchen Speisen gut passen. Diese Überlegungen haben sicherlich auch damit zu tun, dass die Tees von Sakura-No En in einigen sehr edlen Restaurants in Japan ausgeschenkt werden. Zu den Kunden zählt unter anderen das Sushi-Restaurant des renommiertesten Sushi-Chefs in der Präfektur Miyazaki. Dort wird vor allem feiner Sencha von Sakura-No En ausgeschenkt. In anderen japanischen hochkarätigen Restaurants, die nicht auf Sushi spezialisiert sind, sondern diverse anderen Speisen anbieten, wird in letzter Zeit der in Japan mittlerweile landesweit bekannte Schwarztee von Sakura-No En angeboten, aber auch der außergewöhnliche Houjicha. Sakura-No En, die schon vor gut hundert Jahren zum offiziellen Lieferanten des japanischen Kaisers [Tenno] ernannt wurden, sind gänzlich auf gehobene Tees spezialisiert, so dass man hier nicht dem Irrtum erliegen sollte, dass es sich bei der Sorte Houijcha, der in vielen anderen Restaurants frei zum Essen ausgeschenkt wird, um eine einfache Teesorte handeln muss, auch wenn die oftmals der Fall ist. Wie bei allen anderen Teesorten ist es sicherlich wichtig eine ganze Reihe von Variationen über einen längeren Zeitraum zu probieren, um letztlich möglichst viele geschmackliche Nuancen und Spielarten innerhalb einer Sorte von Tee wie Sencha oder Houjicha zu verstehen, und die Werte der einzelnen Variationen und Ausprägungen einschätzen zu lernen. Ganz klassisch, verwenden auch feine Konfiserien die Pulverteesorten von Herrn Matsumoto, um unter anderen daraus Matcha-Kuchen herzustellen.

Zum Abschluss des phantastischen Mittagessens gibt es noch einen Matchakuchen. Eine japanische Konfiserie in der Nähe verwendet einen beschatteten Pulvertee von Sakura-No En aus alten Sträuchern für die Herstellung dieses exquisiten Kuchens. Während viele Kuchen in Japan und auch bei uns in Europa relativ süß sind, sodass man die leichte Herbheit des Tees kaum noch schmecken kann, ist dieser Matcha-Kuchen nur sehr leicht gesüßt, sodass wir den Teegeschmack genießen können, der facettenreicher kaum zur Geltung kommen könnte.

 

Grüntee-Kuchen, hergestellt mit Pulvertee von Sakura-No En
Grüntee-Kuchen, hergestellt mit Pulvertee von Sakura-No En (Foto: Arun Herzog)

Gut gestärkt fahren wir nun in die Teegärten. Die sehr hoch gelegenen Gärten, die auf 450 bis 600m über dem Meeresspiegel liegen, wurden noch nicht geerntet. Hier ist es deutlich kühler als unten im Tal, wo auf 200m Höhe bereits vorige Woche die Blätter für den Shincha MOE geerntet wurde. In den höheren und somit kühleren Lagen, wachsen die Teebüsche generell langsamer. Auch die beschatteten Anteile für den Sakura-No Sencha, die für etwa 10 Tage abgedeckt werden, sind erst soweit ausgetrieben, dass gerade erst mit der Beschattung [kabuse] begonnen wurde. Die Ernte wird daher in etwa 7-10 Tagen stattfinden.

Kazuya Matsumoto in seinem Teegarten
Kazuya Matsumoto in seinem Teegarten (Foto: Arun Herzog)

Während der Fahrt von einer Parzelle zur nächsten, fahren wir auf engen Serpentinen durch einen atemberaubenden Wald. Zwischendrin beeindrucken uns immer wieder Ausblicke in die Ferne, die fantastischer kaum sein könnten.

Fernblick in der Nähe vom Teegarten Sakura-No En
Fernblick in der Nähe vom Teegarten Sakura-No En (Foto: Arun Herzog)

Bei der Rückfahrt zeigt uns Kazuya noch Felder von einem Freund, mit dem er seit einer Weile eng zusammenarbeitet. Kazuya Matsumoto hat den jungen Teegärtner und Produzenten, der den Betrieb von seinem Vater vor einiger Zeit übernommen hat, und nun in der vierten Generation weiterführt, vor über drei Jahren überzeugt, wie Herr Matsumoto ohne Einsatz von Pflanzenschutzmitteln, auf rein natürliche Weise zu produzieren. Mit der neuen Ernte bekommen wir auch Muster eines besonderen Tees jenes Gartens. Wir sind schon sehr gespannt.

Heute geerntet und schon fertig! Kirishima Aracha Shincha von Shutaro Hayashi

Heute sind wir bereits in diesem Jahr zum dritten Mal bei Shutaro Hayashi in Kirishima. Dieses Jahr begleiten wir durch den späten Start der Ernte den gesamten Prozess von der Beschattung bis zur Ernte und Verarbeitung des neuen Kirishima Aracha Shincha 2017. Vorige Woche konnte sich Shutaro Hayashi noch etwas mehr Zeit für uns nehmen, sodass wir noch gemeinsam durch die Teereihen streifen konnten. Heute kümmert sich sein Vater Osamu um uns, da Shutaro Hayashi sein Augenmerk auf die Shincha-Verarbeitung legt.

Bei unserem ersten Besuch dieses Jahr am 24. April waren Shutaro und Kenji gerade fertig geworden das Asatsuyu Teefeld für den Kirishima Tennen Gyokuro zu beschatten. Die kleine Mishou-Asatsuyu-Parzelle für den Kirishima Aracha Shincha, die etwas abgelegen liegt, konnten wir an diesem Tag noch ohne die schwarzen Netze begutachten. Am 25. April wurde dann auch diese Parzelle beschattet. Nun, acht Tage später, ist es soweit: Der KIRISHIMA ARACHA SHINCHA – Kabuse Asatsuyu wird geerntet.

Die Ernte ist des KIRISHIMA ARACHA SHINCHA ist geschafft
Die Ernte ist des KIRISHIMA ARACHA SHINCHA ist geschafft, die Erntemaschine steht nun neben der Verarbeitungshalle von Shutaro Hayashi und wartet auf den nächsten Einsatz (Foto: Arun Herzog)

Vormittags treffen wir zuerst Shutaros Schwester Momoko. Gemeinsam mit ihr fahren wir in den Bio-Teegarten der Familie, der etwas entfernt auf einer Höhe von etwa 260m über dem Meer liegt. Als wir im Teegarten ankommen, sind Shutaro und Kenji schon eine ganze Weile dabei die frisch geernteten Blätter der Kabuse Mishou Asatsuyu zu verarbeiten. Kenji Hayashi zeigt uns die Dokumentation ihrer heutigen Tätigkeiten: 6 Uhr morgens Beginn der Ernte, Kenjis Arbeit, 7:30 Uhr kommen die ersten Blätter an der Verarbeitungsanlage an. Ab 8 Uhr werden die frischen Teeblätter gedämpft, aufgelockert, getrocknet und zu Nadeln geformt. Hier zeigt Shutaro Hayashi sein ganzes Wissen und Können. Bis die Verarbeitung losgehen kann, braucht es immer eine gewisse Vorlaufzeit bis der Boiler für die Erzeugung des Wasserdampfes für die Dämpfung der frischen Teeblätter aufgeheizt ist.

Tasting des Kirishima Aracha Shincha 2017
Tasting des Kirishima Aracha Shincha 2017, am späten Vormittag des 3. Mai 2017 bereits aufgegossen am Tasting Tisch von Shutaro Hayashi in der Verarbeitungshalle (Foto: Arun Herzog)

Shutaro zeigt uns schon das erste Ergebnis seiner Arbeit. Die Farbe der Blätter ist großartig und der Geschmack des vorverarbeiteten Tees [Aracha] ist überwältigend. Was unterscheidet eigentlich Aracha von fertigem Tee? Es gibt einige nachgelagerte Verarbeitungsschritte, die im Stadium des Aracha noch nicht stattgefunden haben. Der Tee ist im Stadium des Aracha noch nicht sortiert, lediglich ein Sieb trennt größere Blätter und Blattstengel von kleineren. Beim Begutachten des diesjährigen KIRISHIMA ARACHA SHINCHA merken wir, dass Shutaro in diesem Jahr, um eine besonders gute Qualität zu erzeugen, sehr früh geerntet hat. Wir sehen in dem Aracha-Muster, dass er uns zum Probieren mitgibt so gut wie keine Blattstengel. Neben dem frühen Erntezeitpunkt liegt das aber auch an der edlen Strauchvarietät Asatsuyu, die kurze Internodien hat und somit der Kuki-Anteil sehr gering ist.

Kirishima Aracha Shincha Blätter
Kirishima Aracha Shincha Blätter beim Tasting vor Ort direkt nach der Verarbeitung (Foto: Arun Herzog)

Beim Aracha ist der Wassergehalt des Tees mit 5% Restfeuchte etwas höher als bei handelsüblichem Sencha, der eine Restfeuchte von etwa 2% aufweist. Geschmacklich ist die Welt des Aracha noch näher am frischen Teeblatt. Der leuchtend grünte Aracha weist natürlich die Geschmachscharakteristika der Strauchsorte Asatsuyu noch deutlich stärker auf, als das beim fertigen Tee derselben Strauchsorte der Fall ist. Durch die finale Erhitzung [hi-ire] treten zum Tee die Eigenheiten der Teestrauchvarietät in den Hintergrund.

Kirishima Aracha Shincha mit Narieda Kyusu
KIRISHIMA ARACHA SHINCHA – Kabuse Asatsuyu, intensiver Aufguss in einer Kyusu von Narieda Shinichiro um den Tee voll zu genießen (Foto: Arun Herzog)

Zuguterletzt finden wir noch Zeit den KIRISHIMA ARACHA SHINCHA – Kabuse Asatsuyu in einer richtigen Kyusu (ein Unikat von NARIEDA Shinichiro, das in der Form von den Kannen einer kleinen Serie aus dem Jahr 2016 etwas abweicht) aufzugießen und zu genießen. Während beim „Tasting Aufguss“ der Aracha Shincha mit heißen Wasser aufgegossen wurde, so dass man alle Nuancen gut herausschmecken kann, gießen wir ihn nun so auf, wie er perfekt zu genießen ist: Viele Blätter, relativ niedrige Temperatur, und in einer Kyusu, die ihm viel Fülle verleiht, und zeigt, dass der Tee – obwohl es sich um Aracha handelt – sehr viel Umami hat, und abgerundet schmeckt. Wir atmen auf, dass alles so gut gelaufen ist.

 

KIRISHIMA ARACHA SHINCHA 2017: Wo ist er bereits zu finden?

Der KIRISHIMA ARACHA SHINCHA – Kabuse Asatsuyu von Shutaro Hayashi wird voraussichtlich morgen, also am 03. Mai 2017 geerntet und verarbeitet werden. Bei uns in Frankfurt wird er mit uns gemeinsam am Abend des 08. Mai eintreffen, da wir die sehr geringe Menge von 10kg, die Shutaro Hayashi für unsere Kunden exklusiv bereit stellt, direkt im Flugzeug mitnehmen werden. In den ersten Teeläden wird er deshalb voraussichtlich ab dem 10. Mai 2017 bereits erhältlich sein.

Hier ist er bereits online zu finden (alphabetisch sortiert):

Gewürz- und Teehaus Schnorr

Teekontor Kiel

Sobald der KIRISHIMA ARACHA SHINCHA – Kabuse Asatsuyu auch in anderen Shops zu finden sein wird, werden wir diese in obiger Liste baldmöglichst ergänzen.

Debüt 2017: KIRISHIMA ARACHA SHINCHA – Kabuse Asatsuyu

[ hier ist der KIRISHIMA ARACHA SHINCHA – Kabuse Asatsuyu von Shutaro Hayashi in Kürze erhältlich ]

Als wir in den letzten Jahren bei Shutaro Hayashi in Kirishima mit Kunden aus Europa zu Besuch waren, hatten wir schon einigen Male die Gelegenheit, den Kirishima Aracha Shincha von Shutaro zu probieren. Dabei handelte es sich allerdings nicht jedes Jahr um die gleiche Teestrauchvarietät. So war es beispielsweise im Jahr 2016 die Varietät Asanoka, die Shutaro Hayashi für seinen Kirishima Aracha Shincha verwendete. Das Feedback seitens unserer Kunden war immer großartig, als wir den Aracha Shincha vor Ort bei Shutaro probierten. Daher hörten wir immer wieder den Vorschlag von unseren Kunden, den Aracha Shincha von Shutaro doch zu importieren, damit er in den entsprechenden Teefachgeschäften angeboten werden könnte.

Junge Asanoka-Sträucher, Kirishima Teegarten von Shutaro
Junge Asanoka-Sträucher (Foto, April 2016), Kirishima Teegarten von Shutaro

Shutaro Hayashi war sich jedoch damals genauso wie wir etwas unsicher, ob es wirklich sinnvoll ist, einen Aracha Shincha in Europa anzubieten. Hintergrund für diese Überlegung war, dass durch die absichtlich nicht durchgeführte Finalproduktion, um die unglaubliche Frische der Teeblätter zu erhalten, jedoch die Blätter nicht so stark „stabilisiert“ sind, da noch mehr Feuchtigkeit in den Blättern enthalten ist. In tiefgekühltem Zustand würde es zwar für die Lagerung keine Rolle spielen, ob das Blattgurt finalisiert ist oder nicht, doch je höher die Temperatur ist, umso mehr finale Erhitzung [hi-ire] ist notwendig, um dennoch einen stabilen Geschmack über eine gewisse Zeit von zumindest einem halben Jahr oder Jahr garantieren zu können. Sowohl während des Transports von Kirishima bis zu unseren Kunden in Europa wäre der Tee jedoch nicht gekühlt, und bei den Teefachgeschäften in den meistens Fällen auch nicht. Wäre dann also noch der pure, frische Geschmack des Kirishima Aracha Shincha erhalten, bis er letztlich bei denjenigen ankommt, die ihn genießen wollen?

Den Kirishima Aracha Shincha kauften wir vor dem Hintergrund dieser Überlegungen im Jahr 2015 und 2016 nicht ein, da der „wahre Geschmack“ eines solchen Aracha Shincha tatsächlich nur in den ersten Wochen bis maximal drei Monaten voll zu Geltung kommt, also müsste er extrem schnell von Kirishima aus bis in die Teeläden in Europa kommen. Wird der Tee direkt in Japan verkauft und von den Shincha-Fans vor Ort getrunken, ist das sicherlich eine vollkommen ausreichende Zeit, doch bis der Tee erstmal nach Europa gekommen ist, und dort an die Teefachgeschäfte verteilt wurde, wären erfahrungsgemäß bereits einige Wochen vergangen. Doch wir haben weiter überlegt…

Kirishima Aracha Shincha von Shutaro Hayashi aus Kabuse Asatsuyuvon Shutaro Hayashi aus Kirishima
Kirishima Aracha Shincha von Shutaro Hayashi aus Kabuse Asatsuyu

Als Shutaro Hayashi im Frühjahr 2017 zu uns nach Deutschland und Frankreich kam, um bei einigen Teefachgeschäften, die großen Wert auf seine Tees legen, Verkostungen durchzuführen, sprachen wir das Thema des Kirishima Aracha Shincha also nochmals an. Denn wir hatten von einem anderen Teegarten im Jahr 2016 mehrere Aracha-Muster erhalten, die wir mehrere Monate später probierten, und merkten, dass der Zustand nicht zwangsläufig so stark veränderlich ist wie wir angenommen hatten. Zudem kamen wir zur Überlegung, mit einer sehr kleinen Menge, die Shutaro für uns speziell produzieren würde, zu arbeiten, und diese kleine Menge dann bei unserer Rückreise aus Japan direkt im Koffer mitzunehmen, um die Blätter so frisch und so schnell wie möglich in Europa anbieten zu können. So sprachen wir im März 2017 mit Shutaro über unsere Idee, und er war sofort begeistert.

Nun ging es eigentlich nur noch darum, wie genau der „KIRISHIMA ARACHA SHINCHA 2017“ produziert werden würde, und auch um das Thema, aus welcher Teestrauchvarietät. Da Shutaros Vorliebe derzeit vor allem den beiden Teestrauchvarietäten Asatsuyu und Asanoka gilt, schlug Shutaro gleich vor, eine dieser beiden Teestrauchvarietäten für den Kirishima Shincha zu verwenden. Als wir uns dann in den vergangenen Tagen im April 2017 in Kirishima in seinem Teegarten trafen, zeigte uns Shutaro Hayashi die Teesträucher der Varietät Asanoka, die er vor einigen Jahren im Teegarten direkt neben der kleinen Teeverarbeitungshalle angepflanzt hat. Im Vergleich zum Jahr 2013, als wir die Asanoka-Sträucher zum ersten Mal sahen, sind diese mittlerweile ganz schön prächtig gewachsen, und zeigen, dass sie sich im Teegarten von Shutaro sehr wohlfühlen. Dennoch, um beschattet zu werden, sind die Asanoka-Sträucher von Shutaro immer noch etwas zu jung und empfindlich, was man auch daran sieht, dass sie noch nicht ganz zu einer Reihe zusammengewachsen sind. Bis es soweit ist, wird es sicherlich noch ein oder zwei Jahre dauern. Da der „KIRISHIMA ARACHA SHINCHA“ nach Vorstellung von Shutaro, aus beschatteten Sträuchern [kabuse saibai] hergestellt werden sollte, kommt aus dieser Perspektive die Asanoka dieses Jahr somit noch nicht in Frage.

Mishou-Teegarten für Kirishima Aracha Shincha
Mishou-Teegarten für Kirishima Aracha Shincha bereits beschattet

Shutaros Entscheidung bezüglich der Teestrauchvarietät für den KIRISHIMA ARACHA SHINCHA 2017 fiel also letztlich auf die Teesträucher der Varietät Asatsuyu. Doch muss man, wie kürzlich schon mal am Rande erwähnt, zu den ausgewählten Asatsuyu-Sträuchern wirklich noch etwas mehr sagen. Die von Shutaro Hayashi hergestellte Sorte „Tennen Gyokuro“ aus der Varietät Asatsuyu stammt von Blättern der Asatsuyu-Sträucher in seinem Garten, die wirklich aus Stecklingen der Strauchvarietät Asatsuyu gezogen wurden. Das heißt es handelt sich um Teesträucher, die aus den abgeschnittenen Ästchen eines Asatsuyu-Strauchs gezogen wurden, und somit sind sie genetisch betrachtet identisch. Doch bei den Blättern der Asatsuyu für den KIRISHIMA ARACHA SHINCHA 2017 verhält sich dies etwas anders.

Kirishima Asatsuyu Mishou für Aracha Shincha
Kirishima Asatsuyu Mishou für Aracha Shincha vor der Beschattung

Betrachtet man das Foto, das wir kurz nach dem 20. April 2017 im Teegarten von Shutaro Hayashi in Kirishima aufgenommen haben, fallen vor allem drei Charakteristika besonders auf, die erkennen lassen, dass es sich um Asatsuyu-Teesträucher handelt: Zum einen sind die Blätter verhältnismäßig klein und dünn, und zum anderen ist die Blattfarbe sehr schön leuchtend grün. Soweit könnten es dennoch auch die Blätter einiger anderer Strauchvarietäten sein. Doch das dritte Charakteristikum deutet recht eindeutig auf Asatsuyu hin, denn die ganz jungen kleinen Blätter sind am spitzen, nach oben strebenden Ende leicht rötlich gefärbt. Ein sehr typisches Merkmal der Asatsuyu. Beschattet man die Asatsuyu-Sträucher, so wie es Shutaro in den vergangenen Tagen arrangiert hat, verschwinden die rötlichen Spitzen allerdings, und wandeln sich gänzlich in intensives Hellgrün. Doch was ist an den Asatsuyu-Sträuchern anders, die Shutaro dieses Jahr für den KIRISHIMA ARACHA SHINCHA verwendet, verglichen mit den Asatsuyu-Sträuchern für den Tennen Gyokuro?

Wie sich auf obigem Foto erkennen lässt, sind die Teesträucher des hier gezeigten Asatsuyu-Teegartens von Shutaro Hayashi nicht ganz einheitlich. Die Sträucher zeigen keine so großen Unterschiede wie bei einem Zairai-Garten (Teegarten mit Sträuchern, die aus Samen gezogen wurden, deren Eltern nicht bekannt sind), bei dem sehr unterschiedliches Wachstum und sehr verschiedene Blattformen, -farben und Blattgrößen vorzufinden sind. Die Teesträucher im Mishou-Asatsuyu-Teegarten von Shutaro Hayashi zeigen zwar nicht die vollkommene Gleichheit eines sortenreinen Teegartens, der aus Stecklingen einer Varietät gezogen wurde, sind jedoch auch bei weitem nicht so unterschiedlichen wie die Sträucher in einem Zairai-Teegarten. Zwischen den einzelnen Sträuchern gibt es nur überraschend kleine Unterschiede in der Blattform, Blattfarbe und Blattgröße. Interessanterweise ist das Wachstum zudem weitgehend einheitlich, so dass die Teesträucher in Shutaros Mishou Teegarten so gut wie gleich weit ausgetrieben sind. Shutaro fasst es kurz und pragmatisch: Es sind im Großen und Ganzen Asatsuyu-Sträucher, auch hinsichtlich ihrer geschmacklichen Eigenschaften, aber dennoch ist es keine reine Asatsuyu. Daher nenne ich es immer meinen „besonderen Asatsuyu-Teegarten“. Vermutlich ist der Zeitpunkt des Austreibens der frischen Triebe mütterlicherseits vererbt, denn die Mutter all dieser Pflanzen ist die Asatsuyu.

Kirishima Aracha Shincha von Shutaro Hayashi
Kirishima Aracha Shincha von Shutaro Hayashi

(Da wir obiges Fotos bereits am 27. April 2017 aufgenommen haben und somit gerade noch wenige Tage vor der Kirishima Aracha Ernte 2017, stammt der hierfür verwendete Tee noch von Ernte 2016)

Die Frage danach, um was für einen Teegarten es sich handelt, wenn es nicht gänzlich reine Asatsuyu sein kann, aber eindeutig auch keine Zairai-Sträucher sein können, ist einfach zu beantworten: Es handelt sich um Mishou-Sträucher der Varietät Asatsuyu. Es ist ein Teegarten, der aus Samen gezogen wurde. Doch während ein Zairai-Teegarten aus Samen gezogen wurde, bei denen die Herkunft unklar ist, also sowohl die Art des Vaterstrauchs als auch die Art des Mutterstrauches unklar ist, ist dies bei Mishou-Sträuchern nicht der Fall. Bei Mishou-Sträuchern ist nämlich die Varietät des Mutterstrauches (Eizelle) eindeutig, doch die Varietät des Vaterstrauches (Pollen) nicht bekannt. Für einen Mishou-Garten werden die Samen von einer Strauchvarietät gesammelt. Da die fruchttragenden Blüten an diesem Strauch mit Pollen anderer Sträucher befruchtet werden, ergeben sich in der Folgegeneration viele Ähnlichkeiten, aber eben auch einige Unterschiede durch die Kombination mit verschiedenen Vaterpflanzen. Die Blätter der Teesträucher, die Shutaro Hayashi für den KIRISHIMA ARACHA SHINCHA 2017 verwendet, stammen also von Mishou-Sträuchern der Varietät Asatsuyu, was bedeutet, dass sie den reinen Asatsuyu-Sträuchern sowohl äußerlich als auch geschmacklich sehr ähnlich sind, doch auch einige andere Nuancen aufweisen, die es so nur im Mishou-Asatsuyu-Teegarten von Shutaro Hayashi geben kann.

Beim KIRISHIMA ARACHA SHINCHA 2017 handelt es sich also nicht nur um einen Shincha, der deshalb spannend, da er im Stadium von Aracha erhältlich ist, sondern auch, da niemand anderer einen solchen Shincha herstellen könnte, denn die Mishou-Asatsuyu in der Form gibt es natürlich nur im Teegarten von Shutaro Hayashi, da Mishou-Sträucher aufgrund der Gesetzmäßigkeiten der Natur immer, wie jedes Kind auf der Welt, einzigartig sind. Dass Shutaro seine Mishou-Asatsuyu noch beschattet, verleiht dem Tee neben der Frische und Süße, für die sowohl ein Shincha als auch die Varietät Asatsuyu ohnehin bekannt ist, noch mehr Süße und Umami. Der direkte, unverfälschte Geschmack der noch nicht fertig verarbeiteten, und damit noch eher rohen Blätter eines Aracha, machen den Tee natürlich umso spannender, und garantieren einen gewissen Grad an Shibumi, der dem Tee seinen natürlichen Charakter verleiht. Naja, und es handelt sich natürlich um einen Tee, den Shutaro Hayashi produziert, und so trägt dieser selbstverständlich die Handschrift seines Meisters.

 

Sakura-no Shincha MOE Update: Herr Matsumoto hat geerntet

Endlich ist es soweit: Heute Morgen rief uns Herr Matsumoto von Teegarten Sakura-No En an, um uns die freudige Nachricht zu überbringen, dass er die super feinen Blätter für den Shincha MOE vor zwei Tagen geerntet hat. Das Erntedatum des Sakura-No Shincha MOE 2017 ist demnach der 25. April. Nachdem zunächst die Aracha-Produktion stattfand, würden dann gestern, also am 26. April von Herrn Matsumoto auch die Endverarbeitung (shi-age) des Shincha MOE 2017 durchgeführt. Wie die Fans des Shincha MOE vermutlich bereits wissen, ist dieser Shincha so fein geerntet, dass keine finale Sortierung stattfindet, denn es gibt nichts, dass sortiert werden könnte oder sollte. Dennoch, der finale Schritt der shi-age findet statt, in diesem Fall eben nicht mit dem Sinn der finalen Sortierung, doch aber mit dem Sinn der finalen Erhitzung (hi-ire), denn es handelt sich beim Shincha MOE nicht um einen Aracha-Shincha, sondern um einen final verarbeiteten Shincha.

Sakura-No Shincha MOE 2017 von Herrn Matsumoto
Sakura-No Shincha MOE 2017 von Herrn Matsumoto

Nachdem wir Dank des erfreulichen Anrufs von Herrn Matsumoto direkt mit ihm Rücksprache halten konnten, hat es geklappt, dass er direkt noch am heutigen Tag (27. April 2017), also nur zwei Tage nach Ernte des Shincha MOE 2017, den Tee per Luftfracht, wie es bei uns im Fall von Shincha üblich ist, nach Frankfurt versenden konnte.

Der Shincha MOE 2017 wird also in Kürze bereits in Frankfurt eintreffen, und wird dann bei allen Teefachgeschäften, die den Shincha bei uns reserviert haben, innerhalb von wenigen Tagen erhältlich sein. Wir selbst sind natürlich auch schon total gespannt und vollen Verfreude, ihn dann probieren zu können, sobald wir zurück in Deutschland sind. Möglicherweise haben so unsere Kunden die Chance den tollen Shincha früher probieren zu können als wir selbst, was uns freut, denn wir haben hier in Kyushu ja immerhin täglich den Genuß die frische „Shincha-Luft“ in den Teeanbaugebieten atmen zu dürfen.

Watanabe Kabuse Yutaka Midori Shincha Update & Shutaro Hayashis Kirishima Asatsuyu

Heute Morgen telefonierten wir mit Frau Watanabe auf Yakushima, die uns freudig berichtete, dass gestern, am 21.04. nun auch die Kabuse Yutaka Midori geerntet und verarbeitet wurde. Es ist außergewöhnlich, dass in diesem Jahr die Asatsuyu vor der der Yutaka Midori geerntet wurde. In den vergangenen Jahren war es immer umgekehrt.

Kirishima Asatsuyu im Bio-Teegarten von Shutaro Hayashi

Auch von Shutaro Hayashi gibt es Neuigkeiten zu seiner wunderbaren Kirishima Asatsuyu. Am besten ihr sehr selbst, wie schön die Pflanzen ausgetrieben sind. Für die nächsten Tage ist erst einmal kein Regen in Kirishima vorhergesagt, sodass die Pflanzen bei den milden Temperturen tagsüber und den durchaus frischen Nächten mit nur einstelligen Gradzahlen, sehr langsam wachsen. Zur Mitte der kommenden Woche soll es dann wieder regnen. Das kingt erst einmal nach wirklich idealen Bedingungen für einen tollen Tee.

Kirishima Asatsuyu Teegarten von Shutaro Hayashi
Shincha-Ernte-Übersicht 2017, Stand 22. April
Lage Teegarten Teestrauchvarietät Shincha-Erntedatum 2017
Süd-Kyushu, Kagoshima-Präfektur, Insel Yakushima Bio-Teegarten von Mankichi Watanabe Kuritawase geerntet am 13. April
Süd-Kyushu, Kagoshima-Präfektur, Insel Yakushima Bio-Teegarten von Mankichi Watanabe Yutaka Midori geerntet am 21. April (Ernte später als für Yutaka Midori üblich)
Süd-Kyushu, Kagoshima-Präfektur, Insel Yakushima Bio-Teegarten von Mankichi Watanabe Sae Midori geerntet am 15. April
Süd-Kyushu, Kagoshima-Präfektur, Insel Yakushima Bio-Teegarten von Mankichi Watanabe Asatsuyu geerntet am 15. April
Süd-Kyushu, Miyazaki-Präfektur Bio-Teegarten von Haruyo und Shigeru Morimoto Yutaka Midori voraussichtlich 28. April
Süd-Kyushu, Miyazaki-Präfektur Bio-Teegarten von Haruyo und Shigeru Morimoto Saki Midori voraussichtlich 29. April
Süd-Kyushu, Kumamoto-Präfektur, Region Minamata Teegarten von Kazuya Matsumoto Yabukita voraussichtlich 28. April
Süd-Kyushu, Kagoshima Präfektur, Region Kirishima Teegarten von Shutaro Hayashi Asatsuyu voraussichtlich 30.April
Honshu, Mie-Präfektur, Region Ise Bio-Teegarten von Iwao Hayashi Yabukita voraussichtlich 10. bis 20. Mai
Honshu, Shizuoka Präfektur Vergleichsteegarten Yabukita voraussichtlich 22. Mai

Shincha Update: MOE am 18. April 2017 und Wettlauf der Varietäten

Nachdem wir die letzten beiden Tage noch länger als an den anderen Tagen mit dem Zug unterwegs waren, heute bis nach Kyushu, sind wir nicht mehr ganz pünktlich dazu gekommen, die neuen Fotos der Teegärten hier im Shincha Blog 2017 zu zeigen, was hiermit mal gleich nachgeholt werden soll. Nachfolgend ein Fotos von Herrn Matsumoto, wie die Blätter der Yabukita-Sträuchern für den Shincha MOE am 18. April 2017 aussehen – 10 Tage also nachdem wir die ersten Aufnahmen des Shincha-Teegartens von Herrn Matsumoto zeigten.

Yabukita Sträucher von Herrn Matsumoto für Shincha MOE, aufgenommen am 18. April 2017
Yabukita Sträucher von Herrn Matsumoto für Shincha MOE, aufgenommen am 18. April 2017

Während sich die Ernte des Shincha MOE bei Herrn Matsumoto dieses Jahr wie angekündigt etwa 10 Tage verschiebt im Vergleich zu durchschnittlichen Jahren, ist es bei Familie Watanabe deutlich komplizierten. Warum?

Bei Herrn Matsumoto wird der Shincha MOE lediglich aus einer Strauchsorte hergestellt, nämich der Yabukita, und der spannende Punkt ist der den MOE neben Herrn Matsumoto Anbauphilosophie ausmacht, ist der extrem feine Schnitt. Herr Watanabe jedoch arbeitet bei seinen Shincha-Sorten anders, denn er verwendet dafür mehrere unterschiedliche Teestrauchvarietäten, die er für seine Shincha-Sorten auf mehrere Weisen kombiniert.

Shincha-Ernte-Übersicht 2017, Stand 20. April
Lage Teegarten Teestrauchvarietät Voraussichtliches Shincha-Erntedatum 2017
Süd-Kyushu, Kagoshima-Präfektur, Insel Yakushima Bio-Teegarten von Mankichi Watanabe Kuritawase Geerntet am 13. April
Süd-Kyushu, Kagoshima-Präfektur, Insel Yakushima Bio-Teegarten von Mankichi Watanabe Yutaka Midori Ernte später als für Yutaka Midori üblich – Warten auf aktuelle Informationen
Süd-Kyushu, Kagoshima-Präfektur, Insel Yakushima Bio-Teegarten von Mankichi Watanabe Sae Midori Geerntet am 15. April
Süd-Kyushu, Kagoshima-Präfektur, Insel Yakushima Bio-Teegarten von Mankichi Watanabe Asatsuyu Geerntet am 15. April
Süd-Kyushu, Miyazaki-Präfektur Bio-Teegarten von Haruyo und Shigeru Morimoto Yutaka Midori 28. April
Süd-Kyushu, Miyazaki-Präfektur Bio-Teegarten von Haruyo und Shigeru Morimoto Saki Midori 29. April
Süd-Kyushu, Kumamoto-Präfektur, Region Minamata Teegarten von Kazuya Matsumoto Yabukita 28. April
Honshu, Mie-Präfektur, Region Ise Bio-Teegarten von Iwao Hayashi Yabukita 10. bis 20. Mai
Honshu, Shizuoka Präfektur Vergleichsteegarten Yabukita 22. Mai

Während dieses Jahr die Strauchsorte Kuritawase, die jedes Jahr sehr früh ist, auch dieses Jahr die erste Teestrauchvarietät war, die geerntet wurde, folgte jedoch als zweite und zeitlich dritte Sorte nur zwei Tage später die Asatsuyu und die Sae Midori. Dies ist überraschend, denn in den letzten Jahren verschob sich die Asatsuyu-Ernte mehrmals um fast eine Woche, nachdem die Yutaka Midori bereits längst geerntet war. Dieses Jahr jedoch, würden die Asatsuyu für ihre Verhältnisse früh geerntet, und die für ihr frühes Austreiben bekannte Yutaka Midori verspätete sich. Die klimatischen Unterschiede, die mit Wärme, Sonneneinstrahlung und Niederschlagsmenge zu tun haben, beeinflussen die Zyklen der Strauchsorten also auf unterschiedliche Weise, so dass sich auch deren Erntezeitpunkte im Verhältnis zu einander verschieben, und nicht nur absolut.

Kirishima: Zeit für Shincha? News von Shutaro Hayashi

Was wir im Shincha Blog bisher noch garnicht erwäht haben? Naja, wie der Begriff „Shincha“ bzw. wie die Teesorte „Shincha“ eigentlich definiert ist. Bevor es darum geht, wie der aktuelle Stand der Asatsuyu-Teesträucher in Shutaro Hayashis Teegarten in Kirishima ist, daher hier einfach mal der Link, der diese spannenden Fragen klärt: Shincha

Shincha-Knospen der Teestrauchvarietät Asatsuyu im Teegarten von Shutaro Hayashi in Kirishima
Shincha-Knospen der Teestrauchvarietät Asatsuyu im Teegarten von Shutaro Hayashi in Kirishima

Charakteristisch für die Asatsuyu-Teesträucher, die auf obigen Fotos zu sehen sind, das Shutaro Hayashi heute Morgen (18.04.2017) in seinem Bio-Teegarten in Kirishima aufnahm, ist nicht nur die leuchtend frühlingsgrüne Blattfarbe, die noch intensiv hellgrüner ist, als bei den meisten anderen Strauchsorten, sondern auch die auffällig kleine Größe der Blätter, die damit einhergeht, dass die Asatsuyu Sträucher deutlich mehr Blätter hervorbringen, als andere Strauchsorten. Zudem geht die kleine Größe der Blätter der Asatsuyu-Teesträucher und deren eher weicher Baschaffenheit einher mit einer sehr dünnen Blattstärke, was beim Dämpfungsprozess den Effekt hat, dass der Dampf selbst bei kurzen Dämpfungszeiten verhältnismäßig tief ins Blattinnere eindringt. Das Resultat ist daher oftmals ein eher tief gedämpftes Asatsuyu-Blatt, wie wir es ja auch von Tennen Gyokuro aus der Strauchsorte Asatsuyu kennen, den Shutaro Hayashi herstellt, und damit schon einen erstaunliche Bekanntheit hierzulande erreicht hat, was sicherlich auch der Qualität dieses bewundernswerten Tees zu verdanken ist.

Doch: Auch wenn Shutaro Hayashi dieses Jahr wieder den Tennen Gyokuro aus der Kabuse Asatsuyu herstellen wird, hat er nicht vielleicht schon anderen Ideen, mit den Blättern noch eine weitere Teesorte zu kreieren?

Watanabe Shincha 2017: Kuritawase & Asatsuyu Update

Nachdem wir gestern ein neues Foto von Herr Matsumoto aus der Präfektur Kumamoto erhielten, auf dem die Fortschritte der neuen Triebe der Teegartenparzelle zu sehen sind, von deren Teesträuchern er die Blätter für den sagenhaften Shincha MOE erntet, widmen wir uns heute kurz den neuesten Shincha-Geschehnissen auf Yakushima.

Frau Goto, die Mitarbeiterin des Teegartens von Mankichi Watanabe und seinem Sohn Keita Watanabe, ließ uns kürzlich wissen, da am 13. April 2017 der erste Teil der Kuritawase Sträucher geerntet wurde. Vor zwei Jahren erlebten wir bereits Ende März, wie im Teegarten von Herrn Watanabe die Blätter von der Strauchvarietät Kuritawase geerntet wurde – ein außergewöhnlich frühes Jahr 2015. Nun, 2017, handelt es sich um ein recht spätes Jahr, und tatsächlich wurde die Strauchvarietät Kuritawase nun erst am 13. April 2017 geerntet, obwohl es die frühest austreibende Teestrauchvarietät im Teegarten von Mankichi Watanabe ist, die er für die Hertellung unsere „Watanabe Kabuse Shincha“ verwendet.

Umso interessanter ist aber, dass die zeitlichen Verhältnisse im Vergleich der unterschiedlichen Teestrauchvarietäten sich ebenfalls ändert. Während im Jahr 2015 die Ernte der Kuritawase-Sträucher bereits Ende März stattfand, so wurden die Sträucher der Varietät Asatsuyu jedoch erst knapp zwei Wochen später fast schon Mitte April 2015 geerntet. Der zeitliche Abstand zwischen Kuritawase und Asatsuyu betrug also fast zwei Wochen. Dieses Jahr jedoch, also 2017, wurden die ersten Blätter für die Watanabe Kabuse Shincha von der Teestrauchvarietät Kuritawase erst am 13. April geerntet, doch erklärte uns Frau Goto, dass der zweite Erntetag der 15. April 2017 sei, also heute, und dass nun der zweite Teil der Kuritawase-Sträucher und zudem bereits der erste Teil der Strauchvarietät Asatsuyu geerntet wird.

Während der zeitliche Unterschied des Erntezeitpunkt bei Mankichi Watanabe’s Teegarten auf der Insel Yakushima ganz im Süden Japans also 2015 fast zwei Wochen betrug, so sind es nun im Jahr 2017 nur zwei Tage. Uns erwartet demnach nun dieses Jahr auch wieder ein spannender Watanabe Kabuse Shincha, dessen Charakter aufgrund des Cuvées aus Kabuse Kuritawase, Kabuse Sae Midori und Kabuse Asatsuyu zwar eine deutliche geschmackliche Stabilität aufweist, aber durch die jedes Jahr wirklich unterschiedliche klimatische Situtation auch immer wieder überraschende Noten zeigen wird.

Teegarten von Iwao Hayashi in der Präfektur Mie
Teegarten von Iwao Hayashi in der Präfektur Mie

Als Vergleich noch ein Foto, das wir heute im Bio-Teegarten von Iwao und Kimihiko Hayashi in der Präfektur Mie aufgenommen haben. Die Mie-Präfektur liegt grob gesagt etwa in der Höhe von Nagoya, alsa nur etwas mehr als einhundert Kilometer entfernt von der Kyoto-Präfektur. Somit liegt die Präfektur Mie etwa 600 bis 700 Kilometer nördlich von Yakushima, wo ja bereits vor zwei Tagen der erste Shincha geerntet wurde. Hier, in Mie, sieht man aber wirklich nur die allererstes, extrem kleinen Blattknospen. Während der Sohn Kimihiko Hayashi den ersten Erntetag auf den 10. Mai schätzte, belief sich die Schätzung des Vaters Iwao Hayashi auf den 20. Mai, denn es ist wirklich noch recht kühl in Mie dieses Jahr.