Mizudashi Green Tea Birds Tour – Sommer 2016 in Portugal

Endlich ist es soweit!

Nach vielen Monaten der Planung und Vorbereitung kommen wir am 23. Juli endlich in Portimão an, wo wir als erstes die wertvollen Tees in den Kühlschrank räumen, damit die Qualität auch bis zum Beginn der Events noch perfekt erhalten bleibt, und die Gäste das frische Grün des Mizudashi und der anderen japanischen Tees in aller Fülle genießen können.

Masato testet neuen Cocktails mit Morimoto Mizudashi

An den ersten drei Tagen sind noch keine Events bei Kunden geplant, so dass wir ein wenig Zeit haben, uns auf die Details der Verkostungen vorzubereiten. Zugleich nutzen wir die Tage aber auch, um alle zusammen unserer Kreativität freien Lauf zu lassen, und Rezepte für Cocktails mit Mizudashi Sencha zu entwickeln.

Nina hat uns dafür wirklich tollen Portwein mitgebracht: Dry White und 10 Years Old White von Niepoort. Während wir den 10 Years Old White pur eindeutig spannender finden, ist die fruchtige Süße des Dry White, der eher nach jüngeren, nicht überreifen Früchten schmeckt, für unsere Cocktails mit Mizudashi scheinbar besser geeignet – was nicht heißen soll, dass es nicht erfahrenere Cocktail Mischer als uns gibt, die mit dem 10 Years Old White nicht auch einen fantastischen Mizudashi Cocktail zaubern könnten. Alle anderen Zutaten spielen dabei natürlich genauso eine wichtige Rolle.

Mizudashi Cocktail mit Dry White Portwein von Niepoort

Nachdem Masato, Leopold und Kirill am Sonntag und Montag fast die komplette Zeit über damit beschäftigt sind verschiedene Mischungen auszuprobieren, und immer wieder zum Supermarkt zu gehen, um weitere Zutaten auszuprobieren, finden sich im Garten dann noch wirklich tolle Zitronen und frische Minze, die beim letztlichen Rezept des „Green Port“ natürlich auch gleich zum Einsatz kommen. Am späten Nachmittag muss dann aber auch mal etwas Zeit zum Entspannen sein: ein eisgekühlter, purer Morimoto Mizudashi am Strand!

Morimoto Mizudashi Sencha am Strand in Portimão

Am nächsten Tag kommt nun schon auch Nina aus Porto zu uns, um am Mittwoch dann gemeinsam unsere „Mizudashi Birds Event Tour“ zu starten. Am ersten Tag sind wir im Da Villa, wo wir nicht nur eisgekühlten Mizudashi Sencha präsentieren, sondern auch Morimoto Shiraore, der kalt aufgegossen mit seiner brillianten Süße und betörendem Umami auftrumpft. Ein Tee der jeden Japanteekenner begeistert, und Teeneulinge erstmal komplett aus der Bahn zu werfen versteht: Was ist denn das?!?! Ist das Tee?

Nina von Camelia beim Mizudashi Event bei Da Villa

Musikalisch untermalt wird unser Mizudashi Event im Da Villa vom Saxophon und Kontrabass Duo Mimikoto, die während des Auftritts reichlich mit leckerem Grüntee (und Wein) versorgt werden.

Am Donnerstag steht gleich das nächste Mizudashi Birds Event auf dem Plan: Heute sind wir im Earth Shop & Café, wo wir begeistert sind von der liebenswürdigen Begrüßung, und zudem fasziniert vom tollen Stil der Ladeneinrichtung.

Mizudashi Sencha Event 2016 Earth Shop

Während Tobias schon Mie und Morimoto Mizudashi, sowie Shiraore und natürlich auch den neuen „Green Port“ Cocktail zubereitet hat, zeigt Nina unseren Gästen wie man die Tees am besten aufgießt.

Marimo Mizudashi Sencha Event Earth Shop 2016

Tobias mit Nina und Kunden im Earth beim Mizudashi Event

Auch heute ist Mimikoto mit Kontrabass und Tenor Saxophon dabei, um uns beim Event musikalisch zu begleiten, und mehr Neugierige in den Laden zu locken, wo sie dann gleich mit viel Mizudashi beglückt werden. Ein Tag, an dem viele Menschen zum ersten Mal Grüntee trinken. Yuhuu!

Mimikoto mit Kontrass beim Mizudashi Event in Portugal 2016

Mimikoto Saxophon im Earth Shop beim Mizudashi Event 2016

Während Kirill gerade noch mit dem Miyama Kirishima Sencha und dem portugiesischem Weißwein experimentiert, sind wir schon dabei das Event am nächsten Tag vorzubereiten. Hier aber erstmal eine kleine Voransicht dessen, was Kirills Gedanken entsprungen ist: Die Welt des Mizudashi wird größer!

Kirills Experiment mit Miyama Kirishima Sencha und Weißwein

Zu guter Letzt widmen wir uns dem letzten Mizudashi Event für die Saison in Portugal, das sicherlich an einem etwas ungewöhnlichen Ort stattfindet. Während ja in den meisten Ländern hauptsächlich spezialisierte Teeläden zu unseren Kunden zählen, ist dies in Portugal kaum der Fall. Warum? In Portugal existieren fast keine Einzelhändler, die auf Tee spezialisiert sind, weshalb Tee oftmals eher in Bio-Läden, Feinkostläden, Restaurants mit Verkaufsnische, weltoffenen Weinhandlungen, oder aber eben auch in Supermärkten angeboten wird.

Beim heutigen Event handelt es sich sicherlich nicht um einen normalen Supermarkt, in dem Sinne, dass man hier Lebensmittel zu günstigen Preisen kaufen kann. Vielleicht könnte man eher sagen, dass es sich um einen Feinkostladen handelt. Hinsichtlich der Preise im Verhältnis zu dem, was Lebensmittel in Portugal üblicherweise kosten, ist der Ausdruck „Luxussupermarkt“, wie Nina manchmal zu sagen pflegt, sicherlich nicht ganz falsch. Interessanterweise ist die Atmosphäre aber gar nicht so luxuriös, sondern eher so, wie man sich einen Supermarkt eben vorstellt: Selbstbedienung, hohe Regale, viele Leute mit Einkaufswägen.

Nur eben eins ist anders: Es gibt hier nicht so sehr die handelsüblichen Waren wie in anderen „normalen“ Supermärkten, sondern eben eher eine gehobenere Auswahl an Feinkost, zu der erfreulicherweise auch eine ganze Reihe von Marimo Tees gehört: Sogar ein erstaunlich breites Sortiment, was dafür spricht, dass die Menschen, die hier im Ort wohnen, durchaus pflegen feine japanische Tees zu genießen. Ein guter Ort also, um ein Mizudashi Event zu machen, damit auch hier der kalt aufgegossene, japanische Tee Schritt für Schritt an Bekanntheit gewinnt!

Hier stehen wir nun also und verkosten nun den Mie Mizudashi, denn dieser gehört zum Sortiment dieses „gehobenen Supermarkts“.

Mie Mizudashi Sencha Event im Luxus Supermarkt

 

Narieda Shinichiro – Impressionen und neue Keramik vom Besuch im Atelier in Kirishima

Lange haben wir uns auf den diesjährigen Besuch bei Narieda gefreut. Wie bereits von den letzten Jahren gewohnt erwartet uns Narieda Shinichiro in seinem Atelier in Kirishima, wo wir jedoch nicht als erstes seine keramischen Werke bewundern, sondern erst einmal gespannt seine philosophischen Ausführungen verfolgen dürfen. Heute geht es um die Boomerang-Theorie, die es sicherlich wert wäre hier genauer erläutert zu werden, doch da es sich hier um einen Tee-Blog handelt, bleibt dieses Detail der Lebensphilosophie des Keramikers doch erstmal noch ein Geheimnis derjenigen, die dieses Jahr mit beim Besuch bei Narieda dabei waren.

Narieda Shinichiro erklärt sein Philosophie bevor er seine Matchaschalen zeigt

Schon Ende des letztes Jahres wollten wir ihm einen ausführlichen Dankesbrief schreiben, um uns nochmals persönlich für die großartigen Geschenke zu bedanken, die Narieda uns für unsere Tee-Workshops zum großen 10-Jahre-Marimo-Jubiläum speziell angefertigt hat. Für den damals eigens eingerichteten Teeraum, in dem unser Matcha-Workshop unter anderem mit handgepflückten Matcha-Sorten von Nakanishi stattfand, fertigte er uns ein edles Wassergefäß an, das Narieda als Geschenk unserer japanischen Mitarbeiterin überreichte, die es uns dann zur Jubiläumsfeier aus Japan mit nach Frankfurt brachte. Wirklich ein Grund sich nicht nur einmal zu bedanken, doch in der Hektik der letzten Monate kamen wir leider nicht dazu den angefangenen Brief zu vollenden, und so liegt er immer noch bei uns im Büro in Frankfurt. Heute ist nun also die Chance sich dafür in angemessener Weise zu entschuldigen, und persönliche Worte an Narieda zu richten, um sich für die wunderbare Keramik zu bedanken, und ihm zudem selbst auch ein Geschenk zu überreichen: Ein biologisch angebauter Weißwein aus Frankreich, den wir unter anderem auch deshalb ausgewählt haben, da heute erstmals zwei unserer französischen Kundinnen, die schon seit mehreren Jahren die Keramiken von Narieda in ihren Läden in Paris und Tours ausstellen und verkaufen, mit zum Besuch bei Narieda gekommen sind.

Shiboridahi Gyokuro Kyusu Einhandkanne von Narieda Shinichiro

An einem vollkommen unscheinbaren Ort in Nariedas Atelier, also nicht dort, wo er eigentlich seine Werke ausstellt, sondern eher abseits, finden wir kurz vor dem Abendessen, als bereits einige Freunde von Narieda sich im Atelier versammelt haben, einen neuen Entwurf einer Shiboridahi (einer japanischen Einhand-Teekanne, also eine besondere Art einer Kyusu), bei dem Narieda sich zwar an der Form der Jahre 2014 und 2015 orientiert, doch einige Details raffiniert weiterentwickelt hat. Wir sind begeistert, und bringen bei der nächsten Gelegenheit sogleich unsere Begeisterung sowie unser Interesse zum Ausdruck, vielleicht in naher Zukunft einige Werke in ähnlicher Weise angefertigt bekommen zu dürfen.

Regal mit Matchaschalen und Kyusu im Atelier von Narieda Shinichiro

Auf den Holzlatten, die die Böden eines großen Holzregals im Atelier von Narieda Shinichiro bilden, befinden sich diesmal weniger Werke als üblich, da sich Narieda momentan viel Zeit dafür nimmt, neue Keramiken zu entwickeln sowie die Formgebung seiner bisherigen Werke weiterzuentwickeln. Es wird sicherlich einige Monate dauern, bis Narieda Zeit finden wird sich der Anfertigung der neuen Serie von Shiboridashi – der Kyusu, die vor allem für feine und edles Tees gedacht sind -zu widmen. Die erste Serie an Noboridashi, damals aus schwarzem Ton, fertigte Narieda Shinichiro im Jahr 2013 speziell für die Teesorte GO EN an, einem lange beschatteten, gedämpften Tamaryokucha, den die Familie Morimoto herstellt. Anlass dafür war der damalige Besuch von uns zusammen mit Haruyo und Shigeru Morimoto im Atelier von Narieda. Seither verwendete Narieda bei der erneuten Anfertigung in den folgenden Jahren nicht mehr wie bei der kleinen Serie im Jahr 2013 seine schwarze Tonsorte, sondern einen helleren, beigen Ton. Auch die Form der Shiboridashi (wir nannten sie damals üblicherweise „Gyokuro-Kyusu von Narieda“) entwickelte sich im Jahr 2014 zu einer höheren Form weiter, und im Jahre 2015 wurden die Kanten am Fuß und am oberen Rand in eine dezent geschwungene Form abgewandelt. Während wir nun ja schon die Form der Serie, die wir für dieses Jahr erwarten, durch das oben gezeigte Exemplar in eine konkrete Vorstellung verwandeln konnten, wird es umso spannender bleiben, welche Art von Ton und eine wie geartete Glasur der Keramiker dieses Jahr auswählen wird.

Spachtel und Pinsel von Narieda zum Auftragen der Glasur

Zudem bleibt es auch spannend, in welche Richtung sich die Matchaschalen von Narieda dieses Jahr entwickeln werden. Im Atelier sehen wir einige kleinere Schalen, die nicht als Matchaschalen gedacht sind, bei denen Narieda bereits eine neue Art von Glasur ausprobiert hat. Narieda entwickelt seine Glasuren, egal ob es sich um die Verwendung für eine Matchaschale oder für andere Objekte handelt, grundsätzlich selbst. Er mischt also nicht nur seine Glasuren selbst, sondern entwickelt außerdem selbst die Rezepte für die Glasuren, die oftmals auch Material mitverwenden, das aus seiner nahen Umgebung, dem Kirishima-Gebirge stammt. Die Glasur, die wir diesmal erstmalig bei Narieda entdecken, erinnert an eine chinesische, sogenannte Hasenfellglasur, die jedoch abweichende Merkmale mit ausprägt. Über die Fellstruktur legt sich gewissermaßen eine andersgeartete, und andersfarbige andere Ebene. Ob Narieda diese Glasur dieses Jahr auch für die neuen Unikate, für die ein oder andere Matchaschalen verwenden wird? Mal sehen, was sich ergibt, wenn wir mit Narieda in den kommenden Tagen telefonieren. Die oben gezeigten Geräte wie Pinsel und Spachtel verwendet Narieda natürlich vorwiegend zum Auftragen der Glasuren, aber auch zum Nachbearbeiten der ein oder anderen Matchaschale, die ja oftmals nicht einfach eine glatte Oberfläche aufweisen, sondern mit überraschenden Strukturen zumeist auf der Außenseite aufwarten.