Les Perspectives du Thé – Kamairicha, Sencha, Koucha & Matcha Performance

Es ist der 25. Februar 2017, und nach mehreren Wochen der Vorbereitung ist es nun endlich soweit: Wir versammeln uns im Laden von Valérie Stalport (neo.T in Paris), wo wir am heutigen Nachmittag eine besondere „Tee-Performance“ durchführen werden.

Auf den Einladungskarten und Plakaten der heutigen Tee-Performance kommt bereits die grundlegende Idee zum Ausdruck: „Les Perspectives du Thé“, die Perspektiven des Tees. Während Tee manchmal nur als Getränk angesehen wird, ist das historische Bedeutungsfeld deutlich größer. Während die Teepflanze in China zu Beginn ihrer Geschichte vor allem als Medizin angesehen wurde, und bis hin zu einem Wundermittel verehrt und angepriesen wurde, kam Tee in dieser Tradition nach Japan. In beiden Ländern – und nicht nur dort – ist Tee natürlich auch mit dem Buddhismus verwoben, und mit der Meditationskultur. Die musikalische oder vielleicht sogar besser ausgedrückt „klangliche“ Perspektive“ des Tees fand nicht nur ihren Ausdruck bei chinesischen Tee-Veranstaltungen, sondern auch bei Tee-Zusammenkünften in Japan, und man hört nicht selten von Musikern und anderen Künstlern davon, dass Tee deren Kreativität steigere. Heute werden wir also auch die klanglichen Elemente und klanglichen Assoziationen des Tees, als Klangcollage mit in unsere Tee-Performance integrieren.

Bei der heutigen Klangperformance von MIMIKOTO stehen diesmal weniger Melodien oder die harmonischen Komponenten im Mittelpunkt, sondern die Performance konzentiert sich auf den Charakter der Klänge, die durch den Einsatz von elektronischen Modifikationen sowie die Wiedergabe von aufgenommenen Zitaten, Vogelstimmen und Geräuschen der Natur eine breite Plastizität erhalten.

Bei der Degustation liegt heute der Schwerpunkt auf der Breite des geschmacklichen Spektrums des japanischen Tees, weshalb wir sehr unterschiedliche Teesorten für die Verkostung ausgewählt haben: Dazu gehört der Miumori Matcha aus Kirishima, der ab dem heutigen Tage als eines der „Herzen des neo.T. Sortiments“ im eigens dafür vorbereiteten neo.T. Design angeboten wird.

Zudem verkosten wir heute den Morimoto Sencha Fukuro, bei dem es sich um sehr feine, größtenteils beschattete Blätter handelt, die vor allem für das Tee-Trinken im Büro und unterwegs gedacht sind, und daher in kleinen Pyramiden-Teebeuteln verpackt sind. Während Teebeutel an sich natürlich nicht sehr klassisch sind, repräsentiert der Morimoto Sencha Fukuro heute dennoch den „typischen japanischen Grüntee“, was heutzutage der gedämpfte japanische Tee in Nadelform ( Sencha ) ist. Letztlich geht es hierbei nicht darum, dass alles immer „traditionell und alt“ erscheinen muss, sondern es geht darum, das Tee-Trinken in den Alltag zu integrieren. Für viele Menschen findet der Alltag heutzutage natürlich am Arbeitsplatz – oftmals im Büro – statt, wo es nicht immer leicht ist, einen Platz zum Aufgiessen von Blatt-Tee mit Teekanne zu finden. Diese Lücke möchten wir mit dem Morimoto Sencha Fukuro schließen, und letztlich damit eine weitere Perspektive des Tees im Alltag zu unterstützen.

Beim Namen „Morimoto Sencha Fukuro“ handelt es sich übrigens um ein kleines Wortspiel: Während „Fukurou“ mit langem „ou“, was oft dennoch auch einfach als „o“ geschrieben wird, „Eule“ bedeutet, heißt „Fukuro“ mit kurzem „o“ „der Beutel“ oder „die Tasche“, und ist auch das japanische Wort für „Teebeutel“. Ausdruck findet dieses Wortspiel auch auf der Verpackung des Morimoto Sencha Fukuro, denn hier ist eine kleine Eule – eigentlich ein Briefbeschwerer aus dem Anfang des 20. Jahrhunderts – abgebildet, die sich zu einer mit Sencha gefüllten kleinen Teeschale herüberneigt. In der Welt der Eule, die eher zweidimensional ist, ist der verlockend gelbgrüne Sencha allerdings leider nicht so leicht erreichbar wie für unsereinst. Die Eulen, oder auch andere Vögel, stehen für uns immer auch als Symbol einer intakten Natur, die um die Teegärten unserer Bio-Teegarten-Partner in Japan erfreulicherweise vorzufinden ist, da keine Pestizide eingesetzt werden, denn diese würden letztlich über die Körper der Insekten direkt in die Nahrungskette der Vögel gelangen. Auch wenn einem dies im Alltag oft nicht bewusst ist, ist es ein schönes Gefühl bei einer Schale grünen Tees zu Wissen, dass diese auf eine Weise hergestellt wurde, die einer intakten Natur förderlich ist. Ist dies nicht auch eine wichtige Perspektive des Tees?

Wir freuen uns ebenso wie Valérie, dass zum heutigen Event wirklich so zahlreich neue Gäste und Teebegeisterte erschienen sind, die – wie auf obigen Fotos zu sehen – dann auch als einen der vier sehr unterschiedlichen Tees, auch den blumig-duftig-frischen Schwarztee vom biologischen Teegarten der Familie Watanabe ( Watanabe Koucha ) genießen konnten.

Es ist schön, auch bei der heutigen Tee-Performance „Les Perspectives du Thé“ einige bekannte Gesichter wieder zu sehen, die schon beim Miumori Kirishima Matcha Event im Oktober 2016 anwesend waren, und sich auch heute nicht zurückhalten können, eine Schale des Miumori Matcha mit dem Bambusbesen aufzuschlagen.

Valérie Stalport, die zwei Kundinnen ihres Ladens neo.T. in Paris, der sich direkt am Mont Martre befindet, berät, betreibt ihren Laden nun im Jahr 2017 seit genau 10 Jahren, und vermag mit ihrer eigenen Begeisterung für Tee auch viele Menschen mitzureißen, die bisher kaum Kontakt mit Tee hatten. Auch dieses Mal können wir sagen, dass es ein inspirierendes Event war, das hoffentlich auch vielen neuen Gästen eine der vielen Perspektiven des Tees – oder auch des japanischen Tees, der allein ja schon eine Vielzahl an Perspektiven in sich birgt – eröffnen konnte. Vielen Dank dafür!

Miumori Kirishima Matcha Tea Tasting und Photo Shooting in Paris – Oktober 2016

Es ist der 29. Oktober 2016 und wir stehen in einem wunderbaren Teeladen mitten in Paris. Während der Montmarte nicht nur für die weiße Basilika Sacré-Cœur berühmt ist, die auf dem Gipfel des Berges über Paris thront, und natürlich für all seine Künstler, sind wir heute wieder einmal im Laden von Valérie Stalport, der mittlerweile nicht nur in Paris an Bekanntheit gewonnen hat.

Miumori Kirishima Matcha Event 2016 in Paris
Miumori Kirishima Matcha Oktober Event 2016 in Paris

Als wir um Viertel vor Vier ankommen, um noch genügend Zeit zu haben uns mit Valérie und Eric abzusprechen und die „Tee-Bar“ vorzubereiten, sowie die Projektion mit dem Video „KIRISHIMA – a first step to decode a tea“ zu installieren, die hoch oben an der Wand gezeigt werden soll, ist Valéries Laden bereits voll!

Ja, es ist unglaublich, denn die Leute warten schon auf uns, und darauf, dass wir mit der Präsentation der neuen Bio-Tees aus Kirishima beginnen. Ganz im Mittelpunkt steht heute der Miumori Kirishima Matcha, der nicht nur mit seiner Süße und seinem fantastischen Umami prahlt, sondern auch Matcha- und Grüntee-Fans aus Paris mit seiner Geschmeidigkeit begeistert, die mit Sicherheit schon viele andere Matcha-Sorten gewohnt sind, und nicht von jedem Tee so leicht zu überzeugen sind, wie vom Miumori.

Miumori Kirishima Matcha - Teeliebhaberin in Paris
Miumori Kirishima Matcha – Teeliebhaberin in Paris

Natürlich haben wir für die Zubereitung des Miumori Kirishima Matcha auch die passenden Utensilien mitgebracht. Welche Matchaschalen könnten da passender sein, als die von Narieda Shinichiro, der direkt am Fuße des Kirishima-Gebirges lebt und arbeitet?

Miumori Kirishima Matcha Narieda Shinichiro
Miumori Kirishima Matcha zubereitet in zwei Matchaschalen von Narieda Shinichiro

Neben dem Miumori Kirishima Matcha, der wie gesagt heute im Mittelpunkt des Events steht, bereiten wir für unsere heutigen Gäste aber auch andere Tees aus dem biologischen Teegarten von Shutaro und Kenji Hayashi in Kirishima vor. Dazu gehören nicht nur High-End Tees wie der Tennen Gyokuro aus der Strauchvarietät Oku Yutaka, der sich durch ein unglaubliches Umami auszeichnet, sondern auch „einfachere Tees“, die aber wie von Shutaro und Kenji Hayashi gewohnt, dennoch auf einem sehr guten Nivau produziert sind, sodass man sie vielleicht als „gehobene Klasse von Alltagstees für anspruchsvolle Japantee-Trinker“ bezeichnen könnte.

Zu dieser Art von Tees könnte man sicherlich den neuen Miumori Kirishima Sencha zählen, der aus Blättern hergestellt wird, die zu einem beträchtlichen Teil aus Zairai-Sträuchern stammen, die der Ururgroßvater von Shutaro und Kenji vor mehr als 100 Jahren gepflanzt hat. Ein weiterer Klassiker, definitiv von sehr gehobener Qualität, den wir heute ebenfalls aufgießen, ist der Kirishima Tokujou Sencha, der Japantee-Fans durch seinen süß-frischen Duft der beschatteten Asatsuyu-Blätter bekannt sein dürfte.

 Miumori Matcha 20g Dose und Matchaschale von Narieda Shinichiro
Miumori Matcha 20g Dose und Matchaschale von Narieda Shinichiro

Auch der Abend mit Valérie und Eric ist sehr inspirierend, und es entstehen viele neue Ideen rund um das Thema Grüntee. Dies hängt auch damit zusammen, was wir für den nächsten Tag geplant haben. Unsere Ideen kreisen nämlich wieder einmal um das Thema der Geschichte des Matcha, bei dem es sich bekanntlicherweise hinsichtlich seines Ursprungs nicht um eine japanische Erfindung handelt. Schließlich hat man in China Matcha bereits während der Song-Dynastie mit einem Bambusbesen geschlagen, und dies damals schon in einer Matchaschale, lang bevor Matcha nach Japan gelangte.

So kreisen unsere Ideen weiter um das Thema Matcha, und seinen Wandel im Laufe der Zeit. Während in Japan die Hochblüte des Matcha von komplizierten Regeln und Abläufen rund um die Zubereitung, Kleiderordnung, Architektur und Auswahl der Gäste ging [Themen: Teezeremonie, Cha-no-yu, Chadô, Sen-no Riykû, Takeno Jôô], alles sehr formell, finden wir heute Matchabars in New York, Paris und Berlin, wo Matcha natürlich viel freier getrunken wird. Doch auch Matcha in Mixgetränken ist ein spannendes Thema. Während uns dies zwar modern erscheinen mag, so ist in China bereits vor der Song Dynastie grundsätzlich Tee nicht nur pur, sondern auch gemischt z.B. mit Gewürzen oder Milch getrunken worden. Matcha mit anderen Dingen zu mischen, ist also eine Idee, die es schon seit weit mehr als 1.000 Jahren gibt. Ob es damals schon Matcha-Smoothies mit Gemüse oder Früchten gab, ist uns allerdings auch nicht bekannt, aber wer weiß.

Wir nehmen dies jedoch als Anlass, die Geschichte des Matcha, sowie die Kultur und Orte, an denen er getrunken wird, als auch die Art und den Stil, wie er getrunken wird, zu beleuchten, und uns zu fragen, „Wie wird sich dies im Laufe der Zeit noch weiterentwickeln, welche Stile werden noch hinzukommen“? Der Beginn der Bearbeitung dieses Themas ist eine kleine Fotoreihe, mit deren Aufnahmen wir sogleich am nächsten Tag starten. Weitere Fotos und Erklärungen zu den Hintergründen werden in den kommenden Wochen und Monaten folgen, nicht nur online, sondern auch in Form von Postkarten und Plakaten, an vielen Orten, wo es Miumori Kirishima Matcha gibt!

Miumori Kirishima Matcha und neu belebte historische Architektur in Paris
Miumori Kirishima Matcha und neu belebte historische Architektur in Paris

Schmeckt der Matcha anders, abhängig davon, ob man erkennt, dass es sich ganz im Hintergrund über dem Dach um den Eiffelturm handelt? Und schmeckt der Matcha anders, abhängig davon, ob man erkennt, dass es sich bei der Matchaschale um ein Werk von Narieda Shinichiro handelt? Trinkt man Matcha im „traditionellen“ Teeraum, in der Matcha-Bar, im Büro, am Pool? Holt man das Wasser zur Zubereitung aus einer bestimmten Quelle am Berg? Sind vergoldete Matchaschalen mehr wert als eine zerbrochene und wieder zusammengeklebte alte Matchaschale, die die Tochter unserer japanischen Gastmutter in den Müll geworfen hat? Und wann gibt es endlich Matcha-Kiosks in den U-Bahn-Stationen?

Kirishima Tee Event 2016 mit neuem Sencha und Matcha von Shutaro und Kenji Hayashi

Es ist Sonntag, der 2. Oktober 2016, und wir sind voller Freude darüber, dass Shutaro Hayashi dieses Jahr noch einmal zusammen mit seinem jüngeren Bruder Kenji die weite Reise aus Kirishima angetreten ist, um zu uns nach Frankfurt am Main zu kommen. Nachdem wir vor gut zwei Monaten erfahren haben, dass die beiden Kirishima Brüder unsere Einladung annehmen würden, Anfang Oktober zu uns zu kommen, sprudelten bei uns natürlich gleich die Ideen, was wir alles zusammen unternehmen werden. Nun das Ergebnis: Das heutige „Kirishima Tea Event 2016“, mit anschließendem exqusiten Dinner und der „Welcome Kirishima Party“ am Abend, denn morgen ist der 3. Oktober, und damit in Deutschland Feiertag, sodass die meisten unserer Gäste Zeit haben werden, ein wenig auszuschlafen.

Kirishima Tee Event 2016 Kenji Hayashi
Kirishima Tee Event 2016 Kenji Hayashi beim Verteilen von Kirishima Tokujou Sencha

Eigentlich müssen wir zunächst einmal wieder einen Schritt zurückgehen, nachdem das obige Foto bereits Kenji Hayashi beim Austeilen des Kirishima Tokujou Sencha zeigt. Zur Begrüßung unserer Gäste, die aus Belgien, Frankreich, Österreich, Holland und nicht zuletzt aus vielen Orten aus Deutschland angereist sind, haben sich Kenji und Shutaro Hayashi nämlich gleich etwas Besonderes einfallen lassen. Um genau zu sein, ist dies eine „Mini-Teezeremonie-Begrüßung“ mit frisch geschlagenem Bio Premium Matcha aus Kirishima, der gerade erst vor einigen Tagen aus Japan bei uns eingetroffen ist: Der Miumori Kirishima Matcha, von dem man in der Tat behaupten kann, dass er alle unsere heutigen Gäste zu begeistern vermag.

Kirishima Miumori Matcha Shutaro Hayashi
Shutaro und Kenji Hayashi begrüßen unsere Gäste mit Kirishima Miumori Matcha

 

Zum besonderen Anlass, dass Shutaro und Kenji Hayashi heute auf dem „Kirishima Tea Event“ für unsere Gäste den Miumori Kirishima Matcha zubereiten, und zudem noch von einer in Japan sehr angesehenen Manufaktur die zum Matcha passenden traditionellen Süßigkeiten aus Azuki-Bohnen-Mehl mitgebracht haben, wollen wir natürlich auch nicht zu zurückhaltend sein, und haben statt einfachem Geschirr heute einige Werke von Narieda Shinichiro hervorgeholt. Zum einen passt das heute besonders gut, da Narieda Shinichiro bekanntlicherweise fast Nachbar von Shutaro und Kenji Hayashi ist, denn er lebt und arbeitet nur einige Kilometer entfernt vom Teegarten der Familie Hayashi am Fuße des Kirishima-Gebirges. Zudem haben wir aber bei unseren Besuchen im Atelier von Narieda, wo wir üblicherweise jedes Frühjahr mehrmals vorbeikommen, um etwas Zeit zusammen mit Narieda zu verbringen, aber auch um neue Werke des Keramikers auszusuchen, immer wieder kleine „Kashizara“, also spezielle kleine Teller für die Süßigkeiten bei der Teezeremonie oder eben einfach beim Matchatrinken, mitgebracht. Es handelt sich dabei in den meisten Fällen nicht um Keramiken, die wir von Narieda erwerben, um sie anschließend zu verkaufen, sondern in vielen Fällen um Unikate, die uns einfach gefallen, bei uns in der Austellung stehen, und die wir ab und zu herausholen, wenn besondere Gäste da sind – so wie heute! Die Süßigkeiten, die Shutaro und Kenji Hayashi mitgebracht haben, kommen auf den kleinen Kashizara von Narieda wunderbar zur Geltung, und unterstreichen die ehrerbietige Stimmung beim Genuß des diesjährigen Miumori Matcha aus Kirishima. Umrahmt wird unser heutiges Kirishima Event zudem von einer Ausstellung der dunkelgrau schillernden Matchaschalen Unikate von Narieda Shinichiro aus dem Jahr 2011, die er damals einmalig mit Holzascheanflug im Gasofen herstellte.

Präsentation beim diesjährigen Kirishima Tee Event
Präsentation beim diesjährigen Kirishima Tee Event

Das Seminar unseres heutigen Kirishima Tee Events lassen wir mit einer kurzen Vorstellung der Region Kirishima beginnen, denn selbstverständlich prägt die Region nicht nur aufgrund des Klimas und der Böden die geschmacklichen Nuancen der Tees aus selbiger Region, sondern die Region Kirishima ist ebenfalls die Heimat unserer beiden Bio-Teegärtner und Grüntee-Produzenten Shutaro und Kenji Hayashi. So berichtet uns Shutaro, dass er im Kindesalter jede Woche sonntags zusammen mit seinem Vater Osamu die Gipfel und Krater des Kirishima Gebirges erklomm. Dies war sicherlich nicht nur ein sportliches Training, sondern auch ein Grund dafür, dass sich Shutaro auch heutzutage noch sehr mit der imposanten Vulkanlandschaft der Kirishima Region verbunden fühlt. Daraus erschließt sich hinsichtlich seines Tee-Produktions-Stils, dass er weniger zur Improvisation neigt, also nicht spontane Ideen umsetzt, die neue, noch nicht da gewesene Geschmacksnuancen hervorbringen würden, sondern dass er zu den traditionellen Teegärtner zu zählen ist, die eher dazu neigen bereits bekannte Nuancen in ihrer Ausprägung jedes Jahr aufs Neue zu perfektionieren. Ein Grundpfeiler sicherlich dessen, dass die Kirishima-Tees von Shutaro und Kenji Hayashi insgesamt ein außergewöhnlich hohes Niveau erreichen, auf das man sich präzise verlassen kann.

Feinster Bio Sencha aus Kirishima von Shutaro Hayashi
Shutaro beim Verteilen von feinstem Bio Sencha aus Kirishima

Diese Verbundenheit mit der Vulkanlandschaft der Region Kirishima sowie deren Verbundenheit mit dem Teestil ihrer Umgebung ist somit ein wesentliches Element für den Stil der beiden Brüder Shutaro und Kenji. Ein Grund, weshalb wir uns entschlossen haben, in nächster Zeit noch mehr über verschiedene Facetten Kirishimas zu berichten.

Doch zurück zum heutigen Tee Event. Nach der Vorstellung der beiden „Kirishima-Brüder“ widmen wir uns nämlich dem Wechsel der Jahreszeiten im Teegarten. Während es vermutlich am häufigsten üblich ist, das „Teegartenjahr“ mit der ersten Ernte im April oder Mai beginnen zu lassen, sieht unser heutiges Seminarprogramm eine andere Abfolge vor: Wir beginnen im hier und jetzt, also mit der Herbsternte, der sich Shutaro und Kenji Hayashi sofort widmen werden, nachdem sie in der ersten Oktoberwoche nach Kirishima zurückkehren. Als ersten Tee verkosten wir also passend den Kirishima Aki Bancha, der ausschließlich aus den großen Blättern der Herbsternte hergestellt wird. Selbstverständlich trinken wir nun den Kirishima Aki Bancha der Ernte 2015, denn die Herbst-Ernte 2016 startet ja erst in einer Woche.

Kirishima Aki Bancha von Shutaro und Kenji Hayashi
Kirishima Aki Bancha von Shutaro & Kenji Hayashi

Da bei der ersten Ernte die Teesträucher nur so vor Kraft strotzen, wie man es im Frühling erwarten möchte, ist der Ernteertrag der ersten Ernte vergleichsweise hoch. Daher ist es grundsätzlich möglich, sich den Luxus zu erlauben, nur die feinsten Blätter auszuwählen, als auch nur die Blätter derjenigen Strauchsorten zu verwenden, die man besonders schätzt. Beim Aki Bancha, also bei der Hersbsternte, ist es jedoch so, dass die Teesträucher bereits nicht mehr so schnell wachsen und sich langsam auf die kühlere Jahreszeit mit weniger Sonne vorbereiten. Die Erntemenge des Kirishima Aki Bancha ist daher wie auch bei anderen Teegärten in anderen Regionen eher klein. Um nicht nur winzige Mengen zur Verfügung zu haben, die dann kaum exportiert werden können, ist es bei Shutaro und Kenji Hayashi das übliche Prozedere, für den Kirishima Aki Bancha mehr oder weniger alle Strauchsorten gleichermaßen zu ernten, zwar nicht an einem Tag, aber etwa innerhalb einer Woche. Die Blätter werden natürlich jeden Tag gleich gedämpft und getrocknet, so dass man sagen kann, es handele sich um einen Sencha im Sinne von gedämpftem Tee. Warum aber nennen wir ihn dann Bancha?

Natürlich sind die frisch geernteten grünen Teeblätter nach dem Dämpfen relativ weich, aber da verglichen mit der ersten oder zweiten Ernte deutlich größere, dickere, festere Blätter geerntet werden, ist es nicht möglich diese in schmale, lange Nadeln zu rollen, wie man es typischerweise von Sencha kennt. Genau dieser Unterschied ist es, der die Teesorte Bancha wesentlich charakterisiert. Dazu kommt, dass Shutaro und Kenji ihren Bancha nicht im Sommer oder Winter ernten, sondern im Herbst, so dass es sich um einen Bancha der Hersbternte handelt, also Aki Bancha. Nachdem die Blätter „gefaltet“ wurden, da wirkliches Rollen wie gesagt nicht möglich ist, werden die Blätter der unterschiedlichen Erntetage der Herbsternte miteinander geblendet, so dass sich ein recht ausgeglichenes Cuvée ergibt. Die anschließende Lichtsortierung sorgt dafür, dass rötliche Blätter und größere Blattstiele aussortiert werden. Das Ergebnis lässt sich sehen: Große, hell-olivgrüne Aki Bancha Blätter!

Hinsichtlich der Inhaltsstoffe ist sicherlich ein wichtiger Punkt zu nennen: Bei Tees der Herbsternte sind so gut wie alle Inhaltsstoffe in einer niedrigeren Dosis in den Blättern vorhanden, weshalb auch das Niveau des Koffeinsgehalts deutlich niedriger ist, als es bei einer ersten oder zweiten Ernte der Fall ist. Frei von Koffein ist sicherlich auch der Kirishima Aki Bancha nicht, aber für Teefreaks, die auch abends gerne eine Schale Grüntee trinken, ist dies möglicherweise eine bessere Wahl als ein Grüntee einer früheren Ernte.

Tea Tasting beim Kirishima Tee Event 2016
Tea Tasting beim Kirishima Tee Event 2016

Nachdem nun Shutaro und Kenji Hayashi von ihren Tätigkeiten im Bio-Teegarten nach der Herbsternte berichten, die vor allem mit dem Vorbereiten von Kompost und der biologischen Düngung zu tun haben, was eine der wichtigsten Voraussetzungen für die darauffolgende erste Ernte ist, springen wir gleich einen Schritt weiter, und gehen inhaltlich direkt zum Thema der ersten Ernte. Selbstverständlich gibt es eine Vielzahl von verschiedenen grünen Teesorten der ersten Ernte, jedoch wollen wir uns heute einer recht gehobenen Sorte des Kirishima Teegartens von Familie Hayashi zuwenden, nämlich dem Kirishima Tokujou Sencha.

Bio Kirishima Tokujou Sencha
Bio Kirishima Tokujou Sencha

Manchen Japan-Tee-Fans mag der Kirishima Tokujou Sencha zwar schon von der Ernte 2015 bekannt sein, doch nachdem es damals einen regelrechten Run auf diesen Sencha von Shutaro Hayashi gab, und der Tee deshalb schon nach rund sechs Wochen ausverkauft war, dürfte es sich dabei um eine lediglich recht kleine Gruppen von Leuten handeln, die das Glück hatten ihn letztes Jahr genau in dieser kurzen Zeit kennenzulernen. Da dieser Sencha daher auch den meisten Marimo-Kunden unbekannt sein dürfte, nehmen wir dies heute zum Anlass, ihn nun endlich offiziell und ausführlich vorzustellen.

Kirishima Bio Matcha Miumori Shutaro Hayashi

Während wir das Seminar halten, wird im Hintergrund der Sencha bereits bei knapp 70 Grad und einer recht kurzen Ziehzeit aufgegossen, um ihn dann an alle Gäste verteilen zu können. Als erstes fällt auf, dass sich nun schon ein frisch-süßlicher Duft dezent im ganzen Raum verteilt. Dies ist der Duft der beschatteten Asatsuyu von Shutaro Hayashi, die dieses Jahr, also 2016, an zwei Erntetagen hergestellt wurde. Japan-Tee-Fans ist diese pure Asatsuyu von Shutaro vermutlich schon bekannt. Doch beim Kirishima Tokujou Sencha handelt es sich um ein Cuvée der Asatsuyu vorwiegend mit Blattgut der Yabukita, die ungefähr zum gleichen Zeitpunkt geerntet wird.

Sakura-Mini-Teeschalen mit Kirishima Tokujou Sencha
Sakura-Mini-Teeschalen mit Kirishima Tokujou Sencha

Was den besonderen Reiz dieses Cuvées ausmacht, ist die Tatsache, dass Shutaro Hayashi, der während der Erntezeit ganz wesentlich für die Einstellung der Dämpfungsmaschine verantwortlich ist, die Blätter des Kabuse Asatsuyu etwas intensiver dämpft, als die Blätter der Yabukita-Sträucher. Dies hat einerseits damit zu tun, dass er das Tempo der Dämpfungsmaschine senkt, sodass die Blätter der Asatsuyu länger brauchen, um „hindurchzufließen“, aber es hat auch damit zu tun, dass die Blätter der Asatsuyu so fein sind, dass der Dampf sehr schnell in sie eindringt. Die Blätter der Yabukita sind ebenfalls sehr fein, doch eben eine Nuance größer und fester.

Der Effekt beim Aufgießen des Kirishima Tokujou Sencha ist, dass beim ersten Aufguss mehr der Geschmack der eher tiefgedämpften [ fukamushi ] Blätter der Asatsuyu mit ihrer intensiven frischen Süße zum Vorschein kommt, und dann beim zweiten Aufguss mehr die milde, leicht nussige Süße der kürzer gedämpften [ asamushi ] Yabukita, die final allerdings recht stark erhitzt wird, was den Geschmack sehr schön abrundet.

Kirishima Tee Seminar Mittagspause
Kirishima Tee Seminar Mittagspause

Nach der Verkostung des Kirishima Tokujou Sencha gehen wir einen kleinen Schritt weiter im Teegartenjahr, obwohl dies im Grunde genommen eigentlich nur bedingt zutrifft. Der nächste neue Tee, den wir vorstellen, ist nämlich der Miumori Kirishima Sencha, bei dem das Thema des Ernte-Zeitpunkts bereits etwas ausführlicher beleuchtet werden muss. Zunächst allerdings das, was beim Miumori Kirishima Sencha am einfachsten zu verstehen ist: Er besteht fast komplett aus dem Blättern von aus Samen gezogenen Sträuchern, die im japanischen den Namen Zairai tragen.

Miumori Kirishima Sencha
Miumori Kirishima Sencha

Nun aber zurück zum Erntezeitpunkt: Es handelt sich beim Miumori Kirishima Sencha um ein facettenreiches Cuvée aus Blattgut der ersten Ernte, die Ende April stattfindet, und der zweiten Ernte, die etwa sechs Wochen später, also Anfang Juni durchgeführt wird. Der Anteil des Blattguts der zweiten Ernte ist allerdings sehr fein geerntet und gut sortiert, sodass es auf den ersten Blick durchaus so wirkt, als handele es sich ausschließlich um Blattgut der ersten Ernte. Während wie bereits erwähnt, fast das komplette Blattgut von aus Samen gezogenen Pflanzen, also Zairai-Tee-Sträuchern stammt, wurden diese jedoch sowohl unterschiedlich angebaut als auch unterschiedlich verarbeitet. Ein Teil der Blätter stammt nämlich aus beschattetem Anbau [ kabuse saibai ], ein anderer Teil aus nicht beschattetem Anbau [ roji saibai ], ein Teil wurde flach gedämpft [ asa-mushi ], und ein Teil wurde tief gedämpft [ fuka-mushi ].

Shutaro und Kenji Hayashi während der Präsentation ihres Kirishima Teegartens
Shutaro und Kenji Hayashi während der Präsentation ihres Kirishima Teegartens

Während die Partien der flach gedämpften Zairai eher typisch für Zairai schmecken, ist der Charakter der tiefer gedämpften Zairai eher allgemein und kein großer Unterschied zu tiefer gedämpften anderen Sorten, denn je tiefer gedämpft wird, desto mehr verschwinden die geschmacklichen Unterschiede der verschiedenen Teestrauchsorten. Sicherlich ist klar, dass wiederum der beschattete Anteil der Sencha-Blätter im Miumori Kirishima Sencha eine besonders schöne Süße in den Tee bringt, und die kurz gedämpfte Zairai der ersten Ernte dagegen eine schöne Leichtigkeit. Dafür, dass es sich wie bei all unseren Tees um einen „gartenreinen Tee“ handelt, also nicht ein Cuvée von verschiedenen Teeherstellern, wie es am Markt eigentlich eher üblich ist, und darüberhinaus wie gesagt auch fast nur Blätter der Zairai-Sträucher verwendet werden, kommen dennoch unglaublich viele Facetten in diesem Tee zusammen, die für seinen geschmacklich sehr zugänglichen und ebenso leicht zuzubereitenden Charakter sorgen.

Dinner nach dem Kirishima Tee Seminar 2016
Dinner nach dem Kirishima Tee Seminar 2016

Schließlich genießen Shutaro und Kenji zusammen mit all unseren Gästen und uns das wunderbare Abendessen, das Tobias zusammen mit zwei ganz besonderen Köchen aus Berlin zubereitet hat, die dafür eigens angereist sind. Dass es sich ausschließlich um biologisch angebaute Zutaten handelt, ist denke ich selbstverständlich für alle, die unsere Seminar und Workshops kennen, doch die Eleganz des heutigen Dinners ist sicherlich nicht selbstverständlich, sondern vielmals dem besonderen Anlass angemessen, dass Shutaro und Kenji Hayashi extra den weiten Weg zu uns angetreten sind, wie auch viele unserer Kunden, die wir nach dem weiten Weg auch entsprechend verwöhnen möchten.

Welcome Kirishima Party am Abend nach dem Seminar
Welcome Kirishima Party am Abend nach dem Seminar

Grüntee-Workshop für Experten, 21 August 2016: Einfluss der geografischen Lage und des Produktionsstils auf die geschmacklichen Charakteristika von Teestrauchvarietäten

Nachdem seit 2013 unser jährliches Marimo-Teeseminar im Juli hinsichtlich der Teilnehmerzahl immer größer geworden ist, haben wir uns dieses Jahr dafür entschieden, erstmal eine Reihe von kleineren Workshops anzubieten, um in kleinerem Kreis inhaltlich noch mehr Tiefe vermitteln zu können. Eine größere Veranstaltung, bei der übrigens auch wieder Grüntee-Produzenten anwesend sein werden, wird dieses Jahr (2016) daher erst Anfang Oktober stattfinden. Beim Workshop, der heute (21. August 2016) stattgefunden hat, haben wir uns wieder einmal dem Thema Teestrauchsorten gewidmet, jedoch mit etwas anderer Ausprägung als bisher. Einige Details dazu sind in folgendem Blogeintrag kurz zusammengefasst.

Nachdem wir in den letzten Jahren bereits recht ausführlich das Thema von Teestrauchsorten im Vergleich zueinander bearbeitet haben, widmen wir uns heute erst einmal dem Thema, wie unterschiedlich ein und dieselbe Teestrauchsorte (gleichbedeutend mit Teestrauch-Varietät oder Teestrauch-Kultivar) hinsichtlich ihrer geschmacklichen Charakteristika ausgeprägt sein kann, in Abhängigkeit davon, wo sie angebaut wurde. In einem ersten Vergleich betrachten wir dazu eine unbeschattete Yabukita der ersten Ernte der Familie von Shutaro Hayashi ( Kirishima-Teegarten ) versus eine unbeschattete Yabukita der ersten Ernte von Familie Morimoto aus Miyazaki ( Morimoto-Teegarten ).

Bereits bei diesem ersten Vergleich stellen wir fest, dass es kaum möglich ist, den Unterschied, der von der geografischen Lage bedingt wird, so leicht herauszuschmecken, da dieser von anderen Einflüssen stark überlagert wird. Dabei ist insbesondere der Einfluss des Produktionsstils des jeweiligen Teegartens zu nennen. Während die Yabukita von Familie Morimoto, die unter anderem einen Bestandteil des Morimoto Tokujou Sencha darstellt, durch ihre Frische und zugleich ihren ansatzweise rohen Charakter einer kurzen finalen Erhitzung ( hi-ire ) geprägt ist, begleitet von einem zarten Umami, so begeistert die Yabukita von Shutaro Hayashis Teegarten, die einen Teil des Kirishima Tokujou Sencha bildet, mehr durch ihre blumige Süße, die sich elegant mit zart nussigen Aromen in den Vordergrund stellt. Diese sind ganz offensichtlich einer etwas intensiveren finalen Erhitzung ( hi-ire ) zuzurechnen, und weniger dem Klima, der Höhenlage oder der Bodenbeschaffenheit der geografischen Lage von Miyazaki versus Kirishima in der Kagoshima Präfektur.

Kirishima Tokujou Sencha versus Morimoto Tokujou Sencha

Für die nächsten Teestrauch-Sorten-Vergleiche haben wir daher Blattgut vorbereitet, bei dem der Einfluss des Produktionsstils keine Rolle spielt, um nun tatsächlich den Einfluss der geografischen Lage sowie des Bodens wahrnehmen zu können. Um den Einfluss des Produktionsstils wirklich ausblenden zu können, ist es natürlich erforderlich, Blattgut für den Vergleich heranzuziehen, das vom gleichen Produzenten hergestellt wurde. Dazu muss das Blattgut zudem recht genau vom selben Erntezeitpunkt stammen, denn sonst ergibt sich ein neuer Einflussfaktor, was wir natürlich vermeiden möchten.

Glücklicherweise haben wir diese seltene Möglichkeit, denn beim Teegarten von Familie Morimoto werden mehrere Strauchsorten nicht nur auf einer Parzelle angebaut, sondern teilweise an mehreren Standorten, die nicht allzuweit auseinander liegen. Produziert werden die Tees natürlich allesamt von Shigeru Morimoto. Doch schmecken diese Tees dann auch wirklich unterschiedlich, wenn der geografische Unterschied nur so gering ist?

Für unseren Vergleich ziehen wir nun beschattete Sencha Blätter der Yabukita von der ersten Ernte ( kurz: Tokujou Kabuse Yabukita Sencha ) der Teegartenparzelle Nummer 6 sowie Tokujou Kabuse Yabukita Sencha der Teegartenparzelle Nummer 9 heran. Bereits die Aufgussfarbe verrät, dass beide Tees sehr unterschiedlich sind, auch wenn das trockene Blattgut noch sehr ähnlich aussah. Als wir die Aufgüsse der beiden Tokujou Kabuse Yabukita Blätter verkosten, ist wirklich niemand in der Runde der Anwesenden, der behaupten würde, beide seien ähnlich. Es stellt sich die Frage, ob die Höhenlage beider Teegartenparzellen unterschiedlich ist. Dies ist in der Tat so. Doch liegt die Vermutung nahe, dass der deutliche geschmackliche Unterschied mehr noch von der unterschiedlichen Bodenbeschaffenheit beider Teegartenparzellen von Familie Morimoto herrührt.

In weiteren Vergleichen betrachten zudem den diesjährigen Fukamushi Sencha, der von Familie Morimoto dieses Jahr erstmalig komplett beschattet hergestellt wurde, was einen deutlichen Effekt auf den Einfluss der Dämpfung mit sich gezogen hat. Da die durch die Beschattung weicheren und kleineren Blättern wesentlich zugänglicher für den Dampf sind, ist die Tassenfarbe des Morimoto Fukamushi Sencha von 2016 deutlich intensiver als im Vorjahr, und zudem durch die gänzliche Beschattung deutlich grüner. Die Strauchsorte Oku Yutaka, aus der der Fukamushi Sencha der Morimotos ausschließlich besteht, ist nun kaum wiederzuerkennen. Warum? Je intensiver die Beschattung und je tiefer der Dampf in das Innere der Blätter eindringt – Zweiteres wird dabei von Ersterem wie gesagt beschleunigt – desto weniger deutlich sind die Teestrauchvarietäten voneinander unterscheidbar. Wir wagen dennoch den Vergleich mit dem Tennen Gyokuro Oku Yutaka aus Kirishima, der ebenso beschattet, und zudem vergleichsweise tief gedämpft wurde.

Tennen Gyokuro Oku Yutaka versus Morimoto Fukamushi Sencha

 

Mizudashi Green Tea Birds Tour – Sommer 2016 in Portugal

Endlich ist es soweit!

Nach vielen Monaten der Planung und Vorbereitung kommen wir am 23. Juli endlich in Portimão an, wo wir als erstes die wertvollen Tees in den Kühlschrank räumen, damit die Qualität auch bis zum Beginn der Events noch perfekt erhalten bleibt, und die Gäste das frische Grün des Mizudashi und der anderen japanischen Tees in aller Fülle genießen können.

Masato testet neuen Cocktails mit Morimoto Mizudashi

An den ersten drei Tagen sind noch keine Events bei Kunden geplant, so dass wir ein wenig Zeit haben, uns auf die Details der Verkostungen vorzubereiten. Zugleich nutzen wir die Tage aber auch, um alle zusammen unserer Kreativität freien Lauf zu lassen, und Rezepte für Cocktails mit Mizudashi Sencha zu entwickeln.

Nina hat uns dafür wirklich tollen Portwein mitgebracht: Dry White und 10 Years Old White von Niepoort. Während wir den 10 Years Old White pur eindeutig spannender finden, ist die fruchtige Süße des Dry White, der eher nach jüngeren, nicht überreifen Früchten schmeckt, für unsere Cocktails mit Mizudashi scheinbar besser geeignet – was nicht heißen soll, dass es nicht erfahrenere Cocktail Mischer als uns gibt, die mit dem 10 Years Old White nicht auch einen fantastischen Mizudashi Cocktail zaubern könnten. Alle anderen Zutaten spielen dabei natürlich genauso eine wichtige Rolle.

Mizudashi Cocktail mit Dry White Portwein von Niepoort

Nachdem Masato, Leopold und Kirill am Sonntag und Montag fast die komplette Zeit über damit beschäftigt sind verschiedene Mischungen auszuprobieren, und immer wieder zum Supermarkt zu gehen, um weitere Zutaten auszuprobieren, finden sich im Garten dann noch wirklich tolle Zitronen und frische Minze, die beim letztlichen Rezept des „Green Port“ natürlich auch gleich zum Einsatz kommen. Am späten Nachmittag muss dann aber auch mal etwas Zeit zum Entspannen sein: ein eisgekühlter, purer Morimoto Mizudashi am Strand!

Morimoto Mizudashi Sencha am Strand in Portimão

Am nächsten Tag kommt nun schon auch Nina aus Porto zu uns, um am Mittwoch dann gemeinsam unsere „Mizudashi Birds Event Tour“ zu starten. Am ersten Tag sind wir im Da Villa, wo wir nicht nur eisgekühlten Mizudashi Sencha präsentieren, sondern auch Morimoto Shiraore, der kalt aufgegossen mit seiner brillianten Süße und betörendem Umami auftrumpft. Ein Tee der jeden Japanteekenner begeistert, und Teeneulinge erstmal komplett aus der Bahn zu werfen versteht: Was ist denn das?!?! Ist das Tee?

Nina von Camelia beim Mizudashi Event bei Da Villa

Musikalisch untermalt wird unser Mizudashi Event im Da Villa vom Saxophon und Kontrabass Duo Mimikoto, die während des Auftritts reichlich mit leckerem Grüntee (und Wein) versorgt werden.

Am Donnerstag steht gleich das nächste Mizudashi Birds Event auf dem Plan: Heute sind wir im Earth Shop & Café, wo wir begeistert sind von der liebenswürdigen Begrüßung, und zudem fasziniert vom tollen Stil der Ladeneinrichtung.

Mizudashi Sencha Event 2016 Earth Shop

Während Tobias schon Mie und Morimoto Mizudashi, sowie Shiraore und natürlich auch den neuen „Green Port“ Cocktail zubereitet hat, zeigt Nina unseren Gästen wie man die Tees am besten aufgießt.

Marimo Mizudashi Sencha Event Earth Shop 2016

Tobias mit Nina und Kunden im Earth beim Mizudashi Event

Auch heute ist Mimikoto mit Kontrabass und Tenor Saxophon dabei, um uns beim Event musikalisch zu begleiten, und mehr Neugierige in den Laden zu locken, wo sie dann gleich mit viel Mizudashi beglückt werden. Ein Tag, an dem viele Menschen zum ersten Mal Grüntee trinken. Yuhuu!

Mimikoto mit Kontrass beim Mizudashi Event in Portugal 2016

Mimikoto Saxophon im Earth Shop beim Mizudashi Event 2016

Während Kirill gerade noch mit dem Miyama Kirishima Sencha und dem portugiesischem Weißwein experimentiert, sind wir schon dabei das Event am nächsten Tag vorzubereiten. Hier aber erstmal eine kleine Voransicht dessen, was Kirills Gedanken entsprungen ist: Die Welt des Mizudashi wird größer!

Kirills Experiment mit Miyama Kirishima Sencha und Weißwein

Zu guter Letzt widmen wir uns dem letzten Mizudashi Event für die Saison in Portugal, das sicherlich an einem etwas ungewöhnlichen Ort stattfindet. Während ja in den meisten Ländern hauptsächlich spezialisierte Teeläden zu unseren Kunden zählen, ist dies in Portugal kaum der Fall. Warum? In Portugal existieren fast keine Einzelhändler, die auf Tee spezialisiert sind, weshalb Tee oftmals eher in Bio-Läden, Feinkostläden, Restaurants mit Verkaufsnische, weltoffenen Weinhandlungen, oder aber eben auch in Supermärkten angeboten wird.

Beim heutigen Event handelt es sich sicherlich nicht um einen normalen Supermarkt, in dem Sinne, dass man hier Lebensmittel zu günstigen Preisen kaufen kann. Vielleicht könnte man eher sagen, dass es sich um einen Feinkostladen handelt. Hinsichtlich der Preise im Verhältnis zu dem, was Lebensmittel in Portugal üblicherweise kosten, ist der Ausdruck „Luxussupermarkt“, wie Nina manchmal zu sagen pflegt, sicherlich nicht ganz falsch. Interessanterweise ist die Atmosphäre aber gar nicht so luxuriös, sondern eher so, wie man sich einen Supermarkt eben vorstellt: Selbstbedienung, hohe Regale, viele Leute mit Einkaufswägen.

Nur eben eins ist anders: Es gibt hier nicht so sehr die handelsüblichen Waren wie in anderen „normalen“ Supermärkten, sondern eben eher eine gehobenere Auswahl an Feinkost, zu der erfreulicherweise auch eine ganze Reihe von Marimo Tees gehört: Sogar ein erstaunlich breites Sortiment, was dafür spricht, dass die Menschen, die hier im Ort wohnen, durchaus pflegen feine japanische Tees zu genießen. Ein guter Ort also, um ein Mizudashi Event zu machen, damit auch hier der kalt aufgegossene, japanische Tee Schritt für Schritt an Bekanntheit gewinnt!

Hier stehen wir nun also und verkosten nun den Mie Mizudashi, denn dieser gehört zum Sortiment dieses „gehobenen Supermarkts“.

Mie Mizudashi Sencha Event im Luxus Supermarkt

 

Morimoto Dinner 2015

Haruyo und Shigeru MORIMOTO in Europa 2015

Morimoto Dinner Tarte Citron

Partnerschaft zu einem Teeproduzenten bedeutet bei uns mehr als nur zu den Teegärten zu fahren, die einzelnen Arbeitsschritte anzusehen, und vor Ort einzukaufen. Deshalb sind wir im Frühjahr bei der ersten Ernte in Japan sowohl, um bei verschiedenen Arbeitsschritten im Bio-Teegarten und in der Grüntee-Herstellung mitzuhelfen, als auch, um zusammen mit Haruyo und Shigeru Ideen zu entwickeln, und gemeinsam besondere grüne Tees herzustellen.

Morimoto Marimo Bio Familie

Im Frühherbst 2015, nachdem die Grüntee-Sommerernte fertig verarbeitet wurde, machten sich Haruyo und Shigeru Morimoto auf den Weg nach Europa um auch uns bei der Arbeit hier vor Ort in Europa zu unterstützen. In diesem Jahr hängt ihr Besuch auch mit der Einladung der Präfektur Miyazaki zur EXPO in Mailand zusammen. Von allen Grüntee-Erzeugern in Miyazaki wurden Haruyo und Shigeru Morimoto ausgewählt, um im Japan-Pavillon an drei Tagen ihre biologischen Tees zu präsentieren. Am Tag ihrer Ankunft fahren wir mittags gleich mit dem Zug weiter nach Mailand. Es ist für uns alle das erste Mal mit dem Zug durch die Alpen zu fahren. Die Strecke ist wirklich beeindruckend – für uns die einzige Möglichkeit für Sightseeing vom Zug aus. Während der Besuche der Morimotos in Europa bleibt ansonsten kaum Freizeit. Die beiden möchten möglichst an viele Orte kommen, an denen ihr grüner Tee angeboten wird, suchen den Austausch mit den Teeladen-Besitzern und deren Kunden – den Grünteeliebhabern. Zwei Wochen gehen da schnell vorbei.

EXPO_Haruyo_Morimoto_MARIMO_Tokujou Sencha

In Mailand angekommen geht die Arbeit gleich los. Am ersten Tag ist der offizielle Eröffnungsempfang für die Präfektur Miyazaki. An vier Tagen darf die Präfektur zeigen, was sie für kulinarische Leckerbissen breit hält. Zum Empfang kommen fast ausschließlich Japaner, die sich sehr über die kalte Erfrischung Bio Morimoto Mizudashi freuen. Japanischer Bio Grüntee scheint im Ausland deutlich interessanter zu sein, als in der Heimat.

Degustation_Japan_EXPO_Milano_Morimoto2

Auf der obersten Etage des Pavillons bieten nacheinander alle japanischen Präfekturen ihre regionstypischen Lebensmittel für kleine Verkostungen an. Miyazaki ist mit Taku-an (eingelegtem Rettich), Shochu (Süßkartoffelschnaps), Shiitake, Rindfleisch und eben biologischem grünem Tee von den Morimotos vertreten. Da der Ansturm auf den Japan-Pavillon sehr groß ist– zum Teil Wartezeiten bis zu 4 Stunden, um in den Pavillon zu gelangen – ist die Zeit für die Verkostungen sehr knapp bemessen. Wir haben 20 Minuten Zeit um jeweils 50 Besucher mit den grünen Tee der Morimotos zu versorgen. Da bleibt leider keine Zeit für ein intensives Gespräch. Da es noch recht warm ist, haben wir uns entschieden Kaltaufgüsse des Bio Morimoto Yanagicha Bancha, Bio Morimoto Tokujou Sencha und Bio Morimoto Matcha zu präsentieren. Bei den knapp 30 Grad Celsius und strahlendem Sonnenschein kamen die kalten Grüntees sehr gut an. Für Haruyo und Shigeru Morimoto war die Zeit in Mailand vergleichsweise anstrengend, obgleich auch ein spannendes Erlebnis. Sie leben ja in Miyazaki auf dem Land. Das laute Stadt- und das Messeleben ist da schon ein starker Kontrast.

Morimoto Tee Event Frankreich September 2015

Auf dem Rückweg, den wir ebenfalls mit dem Zug antreten, ist noch eine Verkostung in Frankreich geplant, bevor wir wieder zurück nach Frankfurt kommen. Da es kaum möglich ist, alle Teeläden, die Morimoto Grüntee anbieten, innerhalb von gerade einmal zwei Wochen zu besuchen, entscheiden wir uns, am letzten Tag vor der Rückreise nach Japan ein kleines Event in den MARIMO Räumlichkeiten zu veranstalten – das Morimoto Dinner.

Morimoto Bio Tee Präsentation Shigeru

Morimoto Bio Tee Dinner 2015

Zu Beginn des „Morimoto Dinner“ stellen Haruyo und Shigeru Morimoto ihren biologischen Teegarten vor. Als die beiden im Alter von 22 Jahren heiraten, und damit auch die Verantwortung für den Familienbetrieb übernahmen, bewirtschaftete die Familie gerade einmal einen Hektar – der heutige Teegarten Nr. 4 und 7, direkt am Haus. Mit der Zeit und der wachsenden Erfahrung im Teeanbau und der Grüntee-Verarbeitung vergrößerte sich auch der Familienbetrieb, sodass heute auf etwa 7,5 Hektar Teepflanzen verschiedenster Varietäten angebaut werden. Vielfalt ist Haruyo und Shigeru Morimoto bereits seit den siebziger Jahren ein wichtiges Anliegen.

In seinen jungen Jahren wurde Shigeru allerdings stark von seinem Vater Ryotaro geprägt. Dieser hatte mit dem Grüntee-Anbau in einer Zeit angefangen, in der die Agrikulturchemie gerade populär wurde. Der Einsatz von leicht löslichen Mineraldüngern und synthetischen Pflanzenschutzmitteln wurde in der Zeit nach dem zweiten Weltkrieg stark propagiert, sodass viele Landwirte glaubten, sie könnten ohne diese industriellen Hilfsmittel nicht produzieren. Auch Shigeru ist in diesem Glauben aufgewachsen. Anfang der 1970er Jahre, mit der Geburt der ersten Tochter Yukie, fand jedoch ein Prozess des Umdenkens statt.

Shigeru Morimoto Bio Teegarten

Die körperliche Belastung durch den Kontakt mit den chemischen Pflanzenschutzmitteln beim Ausbringen derselben, und die enorme Erschöpfung an den darauffolgenden Tagen, haben die beiden Morimotos bis Anfang der 1970er nur in dem Glauben ertragen, dass es anders nicht ginge. Ein kleines Feld allerdings (heute Nr. 7), das an einem Bach gelegen ist, war besonders schwer zu bearbeiten. Beim Ausbringen der Pflanzenschutzmittel blieb man mit den Füßen im Boden stecken. Mit Maschinen konnte man das Feld gar nicht bearbeiten und auch die Düngerausbringung war beschwerlich. So beschloss Shigeru im Herbst 1971, dieses Feld sich selbst zu überlassen. Damals glaubte er noch, dass das Feld damit verloren sei.

Es kam aber anders. Die Pflanzen gediehen. Der Glaube an die Notwendigkeit von Pflanzenschutzmitteln und Mineraldünger war damit gebrochen. Shigeru hätte den Betrieb nun am liebsten von einem Tag auf den nächsten nur noch ökologisch bewirtschaftet. Das Risiko erschien Haruyo Morimoto aber zu hoch, schließlich lebte die ganze Familie vom Teeanbau und so entschlossen sie sich die einzelnen Parzellen ihres Teegartenbetriebs Schritt für Schritt umzustellen. Wichtige Entscheidungen treffen die beiden stets gemeinsam. Die Entscheidung für die Umstellung zu ökologischem Teeanbau stellt sicherlich die Grundlage des biologischen Morimoto-Grüntees dar, wie wir ihn heute kennen.

Morimoto Dinner GO EN Mizudashi

Morimoto Dinner Mizudashi Sencha

Für das „Morimoto Dinner“ bereitete Tobias das vegetarische Abendessen vor, und dabei passend zu jedem der drei Gänge je eine Sorte grünen Tees, sozusagen als Teebegleitung zum biologischen Dinner. Als Aperitif servierten wir einen mit Eiswürfeln aufgegossenen Go En Kabuse Tamaryokucha. Nur wenige Tropfen Tee bringt man auf diese Weise hervor, die aber aufgrund des fantastischen Umami den ganzen Mund füllen. Zur leichten Vorspeise (Frischer grüner Salat mit Ziegenkäse, Trauben und Oliven, dazu frisch gebackenes Matcha-Brot, für das wir Morimoto Premium Matcha Minami Sayaka verwendet haben) servieren wir den Morimoto Tokujou Kabusecha. Die intensive Süße, die durch die Strauchsorte Oku Midori in diesem Tee besonders zum Tragen kommt, kombiniert sich hervorragend mit Ziegenfrischkäse und dem frischen Gemüse. Zum Hauptgang (rote Paprika gefüllt mit Shiitake-Pilzen, Pistazien und Zucchini an Herzoginkartoffeln) servieren wir den Morimoto Yanagicha Bancha. Das intensive Umami der Shiitake Pilze gesellt sich charmant zu der blumigen Frische und Leichtigkeit des Yanagicha. Zum Abschluss reichen wir eine Tarte au Citron mit einem Matcha-Baiser-Tupfer. Passend dazu gießen wir den Morimoto Shiraore mit kaltem Wasser, also als Mizudashi auf. Durch die Zubereitung mit kaltem Wasser löst sich hauptsächlich das Umami und die Süße aus den feinen Teeblättern und zarten, flachgefalteten Blattsteilen – eine perfekte Ergänzung zur zitronigen Frische der Tarte. Da es noch relativ warm für die Jahreszeit ist, gibt es vor und nach dem Essen Morimoto Mizudashi Sencha als belebende Erfrischung.

Mimikoko Band Musik Morimoto Dinner

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Während des Abendessens übersetzen Dietmar und Kirill für Haruyo und Shigeru Morimoto. Die beiden Morimotos sprechen leider keine Fremdsprachen. Jedoch, wer die beiden einmal persönlich erlebt hat, bemerkt, dass man sich auch gar nicht mal so schlecht ohne die konventionelle verbale Kommunikation verständigen kann, nämlich von Herz zu Herz, wie die beiden Morimotos oft betonen.

Vielen Dank an Alle für diesen schönen Abend.

 

2015: Events in Tours und Paris

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Es ist noch kalt und winterlich, auch in Frankreich, aber so langsam merkt man doch den herannahenden Frühling: die perfekte Zeit für Genmaicha!
Vor ein paar Monaten fragte uns Francoise ob wir einen Vortrag auf dem Japan-Tours-Festival halten möchten. Sie hatte sich schon für einen Stand auf diesem Festival angemeldet und wollte gern, dass wir in einem Vortrag über die Tee-Erzeugung und Verarbeitung in Japan berichten. Das machen wir natürlich gern!

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Als wir am Samstag im Kongresszentrum von Tours ankommen, haben wir aber erste Zweifel, ob die der richtige Ort für eine Präsentation über Tee ist. In den unteren Etagen geht es eher um Manga und Anime und überall sehen wir verkleidete junge Leute. Im obersten Stockwerk wird es dann aber doch etwas ernster; mit Kaligraphie, traditioneller Kleidung und eben auch japanischem Tee. Unser Vortrag und auch die anschließende Verkostung am Stand finden guten Anklang.

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Obwohl das Japan-Festival auch noch am Sonntag weiterläuft machen wir uns auf den Weg nach Paris. Im Teeladen von Valérie steht nachmittags eine ganz besondere Veranstaltung an: ein Mini-Konzert von Mimikoto mit Genmaicha-Begleitung. Es ist ganz schön wechselhaftes Wetter in Paris, manchmal scheint die Sonne, dann zieht wieder ein kalter Wind auf und es fängt an zu regnen. In den sonnigen Minuten spielen die beiden auch draußen auf dem Bürgersteig, was einige Passanten dazu verleitet kurz stehen zu bleiben und den Tönen von Bass und Saxophon zu lauschen.

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