Debüt 2017: KIRISHIMA ARACHA SHINCHA – Kabuse Asatsuyu

[ hier ist der KIRISHIMA ARACHA SHINCHA – Kabuse Asatsuyu von Shutaro Hayashi in Kürze erhältlich ]

Als wir in den letzten Jahren bei Shutaro Hayashi in Kirishima mit Kunden aus Europa zu Besuch waren, hatten wir schon einigen Male die Gelegenheit, den Kirishima Aracha Shincha von Shutaro zu probieren. Dabei handelte es sich allerdings nicht jedes Jahr um die gleiche Teestrauchvarietät. So war es beispielsweise im Jahr 2016 die Varietät Asanoka, die Shutaro Hayashi für seinen Kirishima Aracha Shincha verwendete. Das Feedback seitens unserer Kunden war immer großartig, als wir den Aracha Shincha vor Ort bei Shutaro probierten. Daher hörten wir immer wieder den Vorschlag von unseren Kunden, den Aracha Shincha von Shutaro doch zu importieren, damit er in den entsprechenden Teefachgeschäften angeboten werden könnte.

Junge Asanoka-Sträucher, Kirishima Teegarten von Shutaro
Junge Asanoka-Sträucher (Foto, April 2016), Kirishima Teegarten von Shutaro

Shutaro Hayashi war sich jedoch damals genauso wie wir etwas unsicher, ob es wirklich sinnvoll ist, einen Aracha Shincha in Europa anzubieten. Hintergrund für diese Überlegung war, dass durch die absichtlich nicht durchgeführte Finalproduktion, um die unglaubliche Frische der Teeblätter zu erhalten, jedoch die Blätter nicht so stark „stabilisiert“ sind, da noch mehr Feuchtigkeit in den Blättern enthalten ist. In tiefgekühltem Zustand würde es zwar für die Lagerung keine Rolle spielen, ob das Blattgurt finalisiert ist oder nicht, doch je höher die Temperatur ist, umso mehr finale Erhitzung [hi-ire] ist notwendig, um dennoch einen stabilen Geschmack über eine gewisse Zeit von zumindest einem halben Jahr oder Jahr garantieren zu können. Sowohl während des Transports von Kirishima bis zu unseren Kunden in Europa wäre der Tee jedoch nicht gekühlt, und bei den Teefachgeschäften in den meistens Fällen auch nicht. Wäre dann also noch der pure, frische Geschmack des Kirishima Aracha Shincha erhalten, bis er letztlich bei denjenigen ankommt, die ihn genießen wollen?

Den Kirishima Aracha Shincha kauften wir vor dem Hintergrund dieser Überlegungen im Jahr 2015 und 2016 nicht ein, da der „wahre Geschmack“ eines solchen Aracha Shincha tatsächlich nur in den ersten Wochen bis maximal drei Monaten voll zu Geltung kommt, also müsste er extrem schnell von Kirishima aus bis in die Teeläden in Europa kommen. Wird der Tee direkt in Japan verkauft und von den Shincha-Fans vor Ort getrunken, ist das sicherlich eine vollkommen ausreichende Zeit, doch bis der Tee erstmal nach Europa gekommen ist, und dort an die Teefachgeschäfte verteilt wurde, wären erfahrungsgemäß bereits einige Wochen vergangen. Doch wir haben weiter überlegt…

Kirishima Aracha Shincha von Shutaro Hayashi aus Kabuse Asatsuyuvon Shutaro Hayashi aus Kirishima
Kirishima Aracha Shincha von Shutaro Hayashi aus Kabuse Asatsuyu

Als Shutaro Hayashi im Frühjahr 2017 zu uns nach Deutschland und Frankreich kam, um bei einigen Teefachgeschäften, die großen Wert auf seine Tees legen, Verkostungen durchzuführen, sprachen wir das Thema des Kirishima Aracha Shincha also nochmals an. Denn wir hatten von einem anderen Teegarten im Jahr 2016 mehrere Aracha-Muster erhalten, die wir mehrere Monate später probierten, und merkten, dass der Zustand nicht zwangsläufig so stark veränderlich ist wie wir angenommen hatten. Zudem kamen wir zur Überlegung, mit einer sehr kleinen Menge, die Shutaro für uns speziell produzieren würde, zu arbeiten, und diese kleine Menge dann bei unserer Rückreise aus Japan direkt im Koffer mitzunehmen, um die Blätter so frisch und so schnell wie möglich in Europa anbieten zu können. So sprachen wir im März 2017 mit Shutaro über unsere Idee, und er war sofort begeistert.

Nun ging es eigentlich nur noch darum, wie genau der „KIRISHIMA ARACHA SHINCHA 2017“ produziert werden würde, und auch um das Thema, aus welcher Teestrauchvarietät. Da Shutaros Vorliebe derzeit vor allem den beiden Teestrauchvarietäten Asatsuyu und Asanoka gilt, schlug Shutaro gleich vor, eine dieser beiden Teestrauchvarietäten für den Kirishima Shincha zu verwenden. Als wir uns dann in den vergangenen Tagen im April 2017 in Kirishima in seinem Teegarten trafen, zeigte uns Shutaro Hayashi die Teesträucher der Varietät Asanoka, die er vor einigen Jahren im Teegarten direkt neben der kleinen Teeverarbeitungshalle angepflanzt hat. Im Vergleich zum Jahr 2013, als wir die Asanoka-Sträucher zum ersten Mal sahen, sind diese mittlerweile ganz schön prächtig gewachsen, und zeigen, dass sie sich im Teegarten von Shutaro sehr wohlfühlen. Dennoch, um beschattet zu werden, sind die Asanoka-Sträucher von Shutaro immer noch etwas zu jung und empfindlich, was man auch daran sieht, dass sie noch nicht ganz zu einer Reihe zusammengewachsen sind. Bis es soweit ist, wird es sicherlich noch ein oder zwei Jahre dauern. Da der „KIRISHIMA ARACHA SHINCHA“ nach Vorstellung von Shutaro, aus beschatteten Sträuchern [kabuse saibai] hergestellt werden sollte, kommt aus dieser Perspektive die Asanoka dieses Jahr somit noch nicht in Frage.

Mishou-Teegarten für Kirishima Aracha Shincha
Mishou-Teegarten für Kirishima Aracha Shincha bereits beschattet

Shutaros Entscheidung bezüglich der Teestrauchvarietät für den KIRISHIMA ARACHA SHINCHA 2017 fiel also letztlich auf die Teesträucher der Varietät Asatsuyu. Doch muss man, wie kürzlich schon mal am Rande erwähnt, zu den ausgewählten Asatsuyu-Sträuchern wirklich noch etwas mehr sagen. Die von Shutaro Hayashi hergestellte Sorte „Tennen Gyokuro“ aus der Varietät Asatsuyu stammt von Blättern der Asatsuyu-Sträucher in seinem Garten, die wirklich aus Stecklingen der Strauchvarietät Asatsuyu gezogen wurden. Das heißt es handelt sich um Teesträucher, die aus den abgeschnittenen Ästchen eines Asatsuyu-Strauchs gezogen wurden, und somit sind sie genetisch betrachtet identisch. Doch bei den Blättern der Asatsuyu für den KIRISHIMA ARACHA SHINCHA 2017 verhält sich dies etwas anders.

Kirishima Asatsuyu Mishou für Aracha Shincha
Kirishima Asatsuyu Mishou für Aracha Shincha vor der Beschattung

Betrachtet man das Foto, das wir kurz nach dem 20. April 2017 im Teegarten von Shutaro Hayashi in Kirishima aufgenommen haben, fallen vor allem drei Charakteristika besonders auf, die erkennen lassen, dass es sich um Asatsuyu-Teesträucher handelt: Zum einen sind die Blätter verhältnismäßig klein und dünn, und zum anderen ist die Blattfarbe sehr schön leuchtend grün. Soweit könnten es dennoch auch die Blätter einiger anderer Strauchvarietäten sein. Doch das dritte Charakteristikum deutet recht eindeutig auf Asatsuyu hin, denn die ganz jungen kleinen Blätter sind am spitzen, nach oben strebenden Ende leicht rötlich gefärbt. Ein sehr typisches Merkmal der Asatsuyu. Beschattet man die Asatsuyu-Sträucher, so wie es Shutaro in den vergangenen Tagen arrangiert hat, verschwinden die rötlichen Spitzen allerdings, und wandeln sich gänzlich in intensives Hellgrün. Doch was ist an den Asatsuyu-Sträuchern anders, die Shutaro dieses Jahr für den KIRISHIMA ARACHA SHINCHA verwendet, verglichen mit den Asatsuyu-Sträuchern für den Tennen Gyokuro?

Wie sich auf obigem Foto erkennen lässt, sind die Teesträucher des hier gezeigten Asatsuyu-Teegartens von Shutaro Hayashi nicht ganz einheitlich. Die Sträucher zeigen keine so großen Unterschiede wie bei einem Zairai-Garten (Teegarten mit Sträuchern, die aus Samen gezogen wurden, deren Eltern nicht bekannt sind), bei dem sehr unterschiedliches Wachstum und sehr verschiedene Blattformen, -farben und Blattgrößen vorzufinden sind. Die Teesträucher im Mishou-Asatsuyu-Teegarten von Shutaro Hayashi zeigen zwar nicht die vollkommene Gleichheit eines sortenreinen Teegartens, der aus Stecklingen einer Varietät gezogen wurde, sind jedoch auch bei weitem nicht so unterschiedlichen wie die Sträucher in einem Zairai-Teegarten. Zwischen den einzelnen Sträuchern gibt es nur überraschend kleine Unterschiede in der Blattform, Blattfarbe und Blattgröße. Interessanterweise ist das Wachstum zudem weitgehend einheitlich, so dass die Teesträucher in Shutaros Mishou Teegarten so gut wie gleich weit ausgetrieben sind. Shutaro fasst es kurz und pragmatisch: Es sind im Großen und Ganzen Asatsuyu-Sträucher, auch hinsichtlich ihrer geschmacklichen Eigenschaften, aber dennoch ist es keine reine Asatsuyu. Daher nenne ich es immer meinen „besonderen Asatsuyu-Teegarten“. Vermutlich ist der Zeitpunkt des Austreibens der frischen Triebe mütterlicherseits vererbt, denn die Mutter all dieser Pflanzen ist die Asatsuyu.

Kirishima Aracha Shincha von Shutaro Hayashi
Kirishima Aracha Shincha von Shutaro Hayashi

(Da wir obiges Fotos bereits am 27. April 2017 aufgenommen haben und somit gerade noch wenige Tage vor der Kirishima Aracha Ernte 2017, stammt der hierfür verwendete Tee noch von Ernte 2016)

Die Frage danach, um was für einen Teegarten es sich handelt, wenn es nicht gänzlich reine Asatsuyu sein kann, aber eindeutig auch keine Zairai-Sträucher sein können, ist einfach zu beantworten: Es handelt sich um Mishou-Sträucher der Varietät Asatsuyu. Es ist ein Teegarten, der aus Samen gezogen wurde. Doch während ein Zairai-Teegarten aus Samen gezogen wurde, bei denen die Herkunft unklar ist, also sowohl die Art des Vaterstrauchs als auch die Art des Mutterstrauches unklar ist, ist dies bei Mishou-Sträuchern nicht der Fall. Bei Mishou-Sträuchern ist nämlich die Varietät des Mutterstrauches (Eizelle) eindeutig, doch die Varietät des Vaterstrauches (Pollen) nicht bekannt. Für einen Mishou-Garten werden die Samen von einer Strauchvarietät gesammelt. Da die fruchttragenden Blüten an diesem Strauch mit Pollen anderer Sträucher befruchtet werden, ergeben sich in der Folgegeneration viele Ähnlichkeiten, aber eben auch einige Unterschiede durch die Kombination mit verschiedenen Vaterpflanzen. Die Blätter der Teesträucher, die Shutaro Hayashi für den KIRISHIMA ARACHA SHINCHA 2017 verwendet, stammen also von Mishou-Sträuchern der Varietät Asatsuyu, was bedeutet, dass sie den reinen Asatsuyu-Sträuchern sowohl äußerlich als auch geschmacklich sehr ähnlich sind, doch auch einige andere Nuancen aufweisen, die es so nur im Mishou-Asatsuyu-Teegarten von Shutaro Hayashi geben kann.

Beim KIRISHIMA ARACHA SHINCHA 2017 handelt es sich also nicht nur um einen Shincha, der deshalb spannend, da er im Stadium von Aracha erhältlich ist, sondern auch, da niemand anderer einen solchen Shincha herstellen könnte, denn die Mishou-Asatsuyu in der Form gibt es natürlich nur im Teegarten von Shutaro Hayashi, da Mishou-Sträucher aufgrund der Gesetzmäßigkeiten der Natur immer, wie jedes Kind auf der Welt, einzigartig sind. Dass Shutaro seine Mishou-Asatsuyu noch beschattet, verleiht dem Tee neben der Frische und Süße, für die sowohl ein Shincha als auch die Varietät Asatsuyu ohnehin bekannt ist, noch mehr Süße und Umami. Der direkte, unverfälschte Geschmack der noch nicht fertig verarbeiteten, und damit noch eher rohen Blätter eines Aracha, machen den Tee natürlich umso spannender, und garantieren einen gewissen Grad an Shibumi, der dem Tee seinen natürlichen Charakter verleiht. Naja, und es handelt sich natürlich um einen Tee, den Shutaro Hayashi produziert, und so trägt dieser selbstverständlich die Handschrift seines Meisters.

 

KIRISHIMA – Tee, Kunst & atemberaubende Vulkanlandschaften

Dieses Jahr, 2017, ist es nun genau 10 Jahre her, dass wir zum ersten Mal nach Kirishima kamen. Wie es dazu kam, ist vermutlich allein schon eine ganz interessante Geschichte. In der Zeit, kurz bevor wir selbst mit dem Teeimport und Großhandel japanischer grüner Tees begannen, kursierten in den Teeläden, bei denen wir damals für uns selbst japanischen Grüntee einkauften, einige elegante grüne Teesorten aus Kirishima. Zudem handelte es sich dabei um biologisch angebaute Sorten, was damals noch eher die Ausnahme bei japanischem Tee war. Da wir selbst in unserer Studentenzeit kaum Geld hatten, gönnten wir uns nur ein einziges Mal zu einem besonderen Anlass einen der besagten Tees. Doch die Atmosphäre des Tees, und was wir mit „Tee aus Kirishima“ assoziierten, blieb in unserer Erinnerung erhalten, und prägte unser Bild von Kirishima bereits damals, bevor wir das erste Mal selbst überhaupt nach Kirishima reisen konnten.

KIRISHIMA - Blick vom Karakuni Vulkan-Krater zum Takachihonomine
KIRISHIMA – Blick vom Karakuni Vulkan-Krater zum Takachihonomine

Als wir dann im Jahr 2007 schließlich Dank der Mitarbeit bei einer Marktstudie über Bioläden in Tokyo zum ersten Mal die Chance hatten für längere Zeit in Japan zu sein, nutzten wir unsere einzigen freien drei Tage dafür, um mit dem Shinkansen-Schnellzug nach Kyushu zu reisen, wo wir so schnell wie möglich Richtung Kirishima weiterfuhren. Hier suchten wir nach dem geeigneten Bahnhof, um möglichst zu Fuß einen der biologischen Kirishima-Teegärten zu entdecken. Doch, wir hatten keine Ahnung, wo sich die Bio-Teegärten in Kirishima genau befinden würden, und so stiegen wir mitten in den Bergen aus, da wir gehört hatten, der besagte Garten befände sich inmitten des Kirishima-Gebirges. Da es gerade als wir anfingen uns in der Gegend etwas zu orientieren, begann in Strömen zu regnen, wurde uns schnell klar, dass wir kein Glück haben würden heute noch einen Teegarten in Kirishima zu finden, doch wollten wir nicht aufgeben, und zumindest das Kirishima-Gebirge ein wenig erkunden. So liefen wir einfach bergauf, in der Hoffnung noch tiefer in die Vulkanlandschaft des Kirishima-Gebirges einzudringen. Doch der Regen wurde stärker und stärker, und so kam es, dass uns nichts anderes übrig blieb, als uns nach einem schützenden Ort umzusehen.

Narieda Shinichiro und seine Matchaschale KARAKUNI
NARIEDA Shinichiro und seine Matchaschale „Karakuni“

Dieser schützende Ort ist – wie es der Zufall entschied – das Keramik-Atelier von NARIEDA Shinichiro, das wir so im Jahr 2007 kennenlernen durften. Bei unserem heutigen Besuch bei Narieda Shinichiro feierten wir also das 10-jährige Jubiläum unseres Kennenlernens im Jahr 2007, und unserer Zusammenarbeit hinsichtlich der wunderbaren Keramiken, die wir seither von ihm erhalten haben, und vielen Kunst- und Tee-begeisterten Menschen in Europa zugänglich machen konnten. Bei unserem heutigen Besuch des 67-jährigen Künstlers NARIEDA, hatten wir neben der Feier unses 10-jährigen Kennenlernens auch die Gelegenheit einige seiner besonderen Werke betrachten zu dürfen, von denen er uns neben drei Matchaschalen auch eine seiner größeren Kabin (Vasen) überließ, für die der Keramiker in seinem Heimatland bekannt ist.

Shutaro verteilt Kirishima Tee an unsere Gäste
Shutaro verteilt Kirishima Tee an unsere Gäste

Doch es gibt vieles über Kirishima, Kunst aus Kirishima und Tee aus Kirishima zu schreiben, so dass die Zeit für den heutigen Blogeintrag wirklich viel zu kurz ist. Doch zwei Punkte gibt es noch, die einfach erwähnt werden müssen. Zum einen, nachdem wir im Jahr 2007 zwar unglaubliches Glück hatten, den Keramiker NARIEDA Shinichiro kennenlernen zu können, aber bei unserer Suche nach den besagten „Kirishima-Bio-Teegärten“ nicht sehr erfolgreich waren, hielten wir in den kommenden Jahren die Augen weiterhin offen, und trafen so im Jahr 2014 schließlich auf Osamu Hayashi, den Vater von Shutaro Hayashi, der damals in der vierten Generation den Teegarten der Familie betrieb. Ein guter Zeitpunkt, denn inzwischen ist die Leitung des Familienbetriebs auf den Sohn Shutaro Hayashi übergegangen, der in etwa demselben Alter ist wie wir, was für uns eine spannende und bereichernde Erfahrung ist, denn üblicherweise sind die Teehersteller in Japan eher im Alter unserer Eltern.

Kirishima Aracha Shincha von Shutaro Hayashi aus Kirishima
Kirishima Aracha Shincha von Shutaro Hayashi aus Kirishima

Nun, im Jahr 2017, gibt es auch hier zum Anlass unserer mittlerweile immerhin 3-jährigen Zusammenarbeit, eine Besonderheit: Den „KIRISHIMA ARACHA SHINCHA – Kabuse Asatsuyu“. Es handelt sich hier einerseits, wie der Namensbestandteil „Asatsuyu“ schon sagt, um einen Shincha aus der Strauchvarietät Asatsuyu, der zudem aber noch drei weitere besondere Merkmale aufweist. Die Asatsuyu-Sträucher werden beschattet [Kabuse Asatsuyu], und sie werden im Zustand als Aracha [nicht-finalisierter Grüner Tee] zu uns nach Europa kommen, um einen 100 prozentigen Shincha-Geschmack im Sinne von sehr jungem Tee zu haben. Zudem handelt es sich um die „Kinder“ von Asatsuyu Sträuchern, die genetisch also nicht absolut gleich ihren „Eltern“ sind [Japanisch: Mishou), und damit einzigartig nur im Teegarten von Shutaro Hayashi zu finden sind. Ein Kirishima Aracha Shincha aus Kabuse Mishou Asatsuyu also, zu dem es keinen vergleichbaren anderen Shincha geben kann. Naja, und es gibt nur 10kg – mal sehen, ob überhaupt etwas für uns übrig bleibt, damit wir selbst einmal probieren können. Sonst freuen wir uns über das Feedback derjenigen, die die Chance dazu gehabt haben werden den KIRISHIMA ARACHA SHINCHA – Kabuse Asatsuyu 2017 zu probieren (mehr zum Kirishima Aracha Shincha).

Kirishima Risographie Druck 2 von 25
Kirishima Risographie Druck 2 von 25

Sicherlich sind unsere Teereisen in Japan leider oft so hektisch, dass kaum Zeit bleibt die vielen spannenden und erfreulichen Momente wirklich in Ruhe genießen zu können, die sich hier täglich ergeben. Doch, zumindest versuchen wir jedes Jahr wenigstens einen Tag frei zu halten, an dem wir eine Bergwanderung unternehmen können, die dann wirklich den Genuß der Landschaft und der Atmosphäre der verzaubernden Umgebung gewidmet ist. Dabei ist eine wunderbare Wahl ein Aufstieg auf einen der Vulkane oder Vulkankrater der Kirishima-Vulkankette. Während sich „Bergaufstieg“ selbst in unseren Ohren nach „Wanderung“ anhört, und vieleicht wie eine nette Freizeitunternehmung klingt, nicht aber unbedint nach besonderer Inspiration, mussten wir feststellen, dass jedes Mal aufs Neue, wenn wir die Chance dazu haben, eine Vulkanwanderung auf der Kirishima Vulkangruppe mit zu den inspirierensten Momenten überhaupt gehört. So ist auch der oben abgebildete Kirishima Druck (ein Risographie-Druck mit 25 Exemplaren) entstanden, über den im Blogeintrag zum Kirishima-Druck selbst mehr zu finden ist, und auch dazu, wo er bereits erhältlich ist. Vielleicht ja auch bald an weiteren Orten, doch es gibt nur 25 Exemplare, wie bereits erwähnt.

Kirishima Teegarten von Shutaro Hayashi – Erntevorbereitungen

Unsere Reise führt uns ganz zu Anfang der neuen Woche nach Kirishima, wo wir Shutaro, Kenji und ihren Vater Osamu Hayashi treffen. Shutaro Hayashi begrüßt uns gleich am Bahnhof. Er kommt direkt aus dem Teegarten und ist auch noch in voller Montur: Farmer‘s Shoes, Gartenhose, Hut und ein Hemd für die Arbeit im Teegarten. Man merkt im ersten Augenblick unseres Wiedersehens, dass seine Gedanken schon bei der bevorstehenden Erntephase sind, man merkt aber auch, dass er damit voll in seinem Element ist. Auch von ihm hören wir, dass die diesjährige erste Ernte wohl sehr stressig, mit sehr langen Arbeitstagen werden wird. Die frühen Sorten rücken näher an die späten Sorten heran, sodass einige Varietäten wohl in etwa zur gleichen Zeit erntereif sein werden. Noch hat die Ernte aber nicht begonnen, da es erst in den letzten Tag wärmer geworden ist, und die jungen Triebe noch sehr klein sind.

Kirishima Asatsuyu Mishou

Zuerst fahren wir zu dem kleineren der beiden Teegärten von Familie Hayashi. Dieses Stück Land, gut einen Hektar groß, hat die Familie vor über 10 Jahren übernommen. Hier wurde schon vorher ökologischer Tee erzeugt, der Besitzer war nur irgendwann zu alt, um den Garten weiterzuführen. Zudem hatte er keine Nachfahren, die den Garten weiter führen wollten. Dieses Phänomen kennen wir aus vielen Teilen Japans. Immer weniger junge Menschen wollen die harte Arbeit im Teegarten leisten und ziehen lieber in die Großstädte in der Hoffnung auf einen Büro-Job. Zum Glück gibt es aber auch junge Leute, wie Shutaro und Kenji Hayashi, die in der Arbeit auf dem Teefeld und bei der Tee-Verarbeitung richtig aufgehen, und sogar Pläne haben den Garten und die Verarbeitung Stück für Stück zu erweitern, und zudem vollem Elan sind, neue und besondere Tee-Qualitäten hervorzubringen.

Kirishima Teegarten – neue Teegarten-Parzelle

Neben dem gut einen Hektar großen Teegarten ist eine kleine Weide, etwa 40 Ar groß. Hier wird im Moment noch Bio-Weidegras erzeugt. Im Laufe des Jahres wird hier aber ein neuer Bio-Teegarten entstehen. Die Hayashis tauschen mit dem Bauern, dem die Parzelle gehört, die Felder. Sie erhalten das Stück neben ihrem Teegarten, dafür erhält der Farmer ein Stück Land, das den Hayashis gehört, aber zur Zeit nicht genutzt wird, das sogar noch in der Nähe des Stalls liegt. Shutaro überlegt hier Tsuyu Hikari anzubauen, wenn er Stecklinge dieser Varietät bekommt. Direkt daneben zeigt er uns ein Feld, das im Moment leicht grün gescheckert aussieht. Die Pflanzen sind zwar alle etwa gleich ausgetrieben, aber die Blattfarbe ist nicht ganz einheitlich. Wir ahnen sofort, worum es sich handelt: Mishou, also samengezogene Pflanzen von einer Muttersorte, also keine keine Zairai-Sträucher, denn diese wären noch deutlich unterschiedlicher. In diesem Falle sind es die Mishou-Nachkommen der Asatsuyu. Die Sträucher sind daher der Asatsuyu sehr ähnlich, aber nicht 100% gleich. Noch sind einige Blätter etwas rötlich, was typisch für Asatsuyu ist, wenn man sie nicht beschattet. Sobald man sie beschattet, was Shutaro Hayashi für die nächsten Tage geplant hat, entwickelt die Pflanze eine intensive, fast neonartig leuchtend grüne Blattfarbe. Morgen, am Dienstag, beginnt dann tatsächlich die Beschattung auf dieser Parzelle, sodass Anfang Mai ein wunderbarer Shincha geerntet werden kann.

Shutaro Hayashi berichtet von der Beschattung der Kirishima Asatsuyu Mishou Sträucher

Der Kirishima Tennen Gyokuro stammt übrigens nicht von diesem Feld, denn dieser ist aus gänzlich sortenreiner Asatsuyu hergestellt. Am anderen Standort hat Shutaro aus Stecklingen gezogene Asatsuyu angepflanzt. Von dort stammt der Tennen Gyokuro. Bis zum anderen zusammenhängenden Teegarten sind es nur wenige Minuten. Hier treffen wir neben Shutaros Bruder Kenji auch ihren Vater Osamu. Wir bleiben beim Thema Strauchsorten. Shutaros Vater Osamu Hayashi zeigt uns ein bestimmte Parzelle, auf der auch in Zukunft weiter Zairaishu angepflanzt bleiben sollen. Die Vorlieben Shutaros und seines Vaters gehen recht weit auseinander. Während Osamu eher die blumig duftende Kanaya Midori und abgerundete Zairaishu mag, schwärmt Shutaro eher für die fein-eleganten und extravaganten Sorten wie Asatsuyu, Oku Yutaka und Asanoka. Während an einigen Stellen im Teegarten die alten Zairai-Sträucher herausgenommen werden, damit dort andere, rare Sorten jeweils in klein unterteilten Parzellen wachsen können, soll diese eine Parzelle mit Zairai bleiben. Darüber sind wir sehr froh, denn die Zairai von Shutaro Hayashis Teegarten schätzen wir persönlich sehr, auch da diese bei der zweiten Ernte eine hervorragende Qualität erreicht, während die anderen Sorten eher bei der ersten Ernte ihre beste Zeit haben.

Zairaishu Teefeld von Shutaro Hayashi in Kirishima
Nahaufnahme Zairai Teefeld im Teegarten von Shutaro Hayashi in Kirishima

Watanabe Kabuse Yutaka Midori Shincha Update & Shutaro Hayashis Kirishima Asatsuyu

Heute Morgen telefonierten wir mit Frau Watanabe auf Yakushima, die uns freudig berichtete, dass gestern, am 21.04. nun auch die Kabuse Yutaka Midori geerntet und verarbeitet wurde. Es ist außergewöhnlich, dass in diesem Jahr die Asatsuyu vor der der Yutaka Midori geerntet wurde. In den vergangenen Jahren war es immer umgekehrt.

Kirishima Asatsuyu im Bio-Teegarten von Shutaro Hayashi

Auch von Shutaro Hayashi gibt es Neuigkeiten zu seiner wunderbaren Kirishima Asatsuyu. Am besten ihr sehr selbst, wie schön die Pflanzen ausgetrieben sind. Für die nächsten Tage ist erst einmal kein Regen in Kirishima vorhergesagt, sodass die Pflanzen bei den milden Temperturen tagsüber und den durchaus frischen Nächten mit nur einstelligen Gradzahlen, sehr langsam wachsen. Zur Mitte der kommenden Woche soll es dann wieder regnen. Das kingt erst einmal nach wirklich idealen Bedingungen für einen tollen Tee.

Kirishima Asatsuyu Teegarten von Shutaro Hayashi
Shincha-Ernte-Übersicht 2017, Stand 22. April
Lage Teegarten Teestrauchvarietät Shincha-Erntedatum 2017
Süd-Kyushu, Kagoshima-Präfektur, Insel Yakushima Bio-Teegarten von Mankichi Watanabe Kuritawase geerntet am 13. April
Süd-Kyushu, Kagoshima-Präfektur, Insel Yakushima Bio-Teegarten von Mankichi Watanabe Yutaka Midori geerntet am 21. April (Ernte später als für Yutaka Midori üblich)
Süd-Kyushu, Kagoshima-Präfektur, Insel Yakushima Bio-Teegarten von Mankichi Watanabe Sae Midori geerntet am 15. April
Süd-Kyushu, Kagoshima-Präfektur, Insel Yakushima Bio-Teegarten von Mankichi Watanabe Asatsuyu geerntet am 15. April
Süd-Kyushu, Miyazaki-Präfektur Bio-Teegarten von Haruyo und Shigeru Morimoto Yutaka Midori voraussichtlich 28. April
Süd-Kyushu, Miyazaki-Präfektur Bio-Teegarten von Haruyo und Shigeru Morimoto Saki Midori voraussichtlich 29. April
Süd-Kyushu, Kumamoto-Präfektur, Region Minamata Teegarten von Kazuya Matsumoto Yabukita voraussichtlich 28. April
Süd-Kyushu, Kagoshima Präfektur, Region Kirishima Teegarten von Shutaro Hayashi Asatsuyu voraussichtlich 30.April
Honshu, Mie-Präfektur, Region Ise Bio-Teegarten von Iwao Hayashi Yabukita voraussichtlich 10. bis 20. Mai
Honshu, Shizuoka Präfektur Vergleichsteegarten Yabukita voraussichtlich 22. Mai