Watanabe Shincha 2017: Kuritawase & Asatsuyu Update

Nachdem wir gestern ein neues Foto von Herr Matsumoto aus der Präfektur Kumamoto erhielten, auf dem die Fortschritte der neuen Triebe der Teegartenparzelle zu sehen sind, von deren Teesträuchern er die Blätter für den sagenhaften Shincha MOE erntet, widmen wir uns heute kurz den neuesten Shincha-Geschehnissen auf Yakushima.

Frau Goto, die Mitarbeiterin des Teegartens von Mankichi Watanabe und seinem Sohn Keita Watanabe, ließ uns kürzlich wissen, da am 13. April 2017 der erste Teil der Kuritawase Sträucher geerntet wurde. Vor zwei Jahren erlebten wir bereits Ende März, wie im Teegarten von Herrn Watanabe die Blätter von der Strauchvarietät Kuritawase geerntet wurde – ein außergewöhnlich frühes Jahr 2015. Nun, 2017, handelt es sich um ein recht spätes Jahr, und tatsächlich wurde die Strauchvarietät Kuritawase nun erst am 13. April 2017 geerntet, obwohl es die frühest austreibende Teestrauchvarietät im Teegarten von Mankichi Watanabe ist, die er für die Hertellung unsere „Watanabe Kabuse Shincha“ verwendet.

Umso interessanter ist aber, dass die zeitlichen Verhältnisse im Vergleich der unterschiedlichen Teestrauchvarietäten sich ebenfalls ändert. Während im Jahr 2015 die Ernte der Kuritawase-Sträucher bereits Ende März stattfand, so wurden die Sträucher der Varietät Asatsuyu jedoch erst knapp zwei Wochen später fast schon Mitte April 2015 geerntet. Der zeitliche Abstand zwischen Kuritawase und Asatsuyu betrug also fast zwei Wochen. Dieses Jahr jedoch, also 2017, wurden die ersten Blätter für die Watanabe Kabuse Shincha von der Teestrauchvarietät Kuritawase erst am 13. April geerntet, doch erklärte uns Frau Goto, dass der zweite Erntetag der 15. April 2017 sei, also heute, und dass nun der zweite Teil der Kuritawase-Sträucher und zudem bereits der erste Teil der Strauchvarietät Asatsuyu geerntet wird.

Während der zeitliche Unterschied des Erntezeitpunkt bei Mankichi Watanabe’s Teegarten auf der Insel Yakushima ganz im Süden Japans also 2015 fast zwei Wochen betrug, so sind es nun im Jahr 2017 nur zwei Tage. Uns erwartet demnach nun dieses Jahr auch wieder ein spannender Watanabe Kabuse Shincha, dessen Charakter aufgrund des Cuvées aus Kabuse Kuritawase, Kabuse Sae Midori und Kabuse Asatsuyu zwar eine deutliche geschmackliche Stabilität aufweist, aber durch die jedes Jahr wirklich unterschiedliche klimatische Situtation auch immer wieder überraschende Noten zeigen wird.

Teegarten von Iwao Hayashi in der Präfektur Mie
Teegarten von Iwao Hayashi in der Präfektur Mie

Als Vergleich noch ein Foto, das wir heute im Bio-Teegarten von Iwao und Kimihiko Hayashi in der Präfektur Mie aufgenommen haben. Die Mie-Präfektur liegt grob gesagt etwa in der Höhe von Nagoya, alsa nur etwas mehr als einhundert Kilometer entfernt von der Kyoto-Präfektur. Somit liegt die Präfektur Mie etwa 600 bis 700 Kilometer nördlich von Yakushima, wo ja bereits vor zwei Tagen der erste Shincha geerntet wurde. Hier, in Mie, sieht man aber wirklich nur die allererstes, extrem kleinen Blattknospen. Während der Sohn Kimihiko Hayashi den ersten Erntetag auf den 10. Mai schätzte, belief sich die Schätzung des Vaters Iwao Hayashi auf den 20. Mai, denn es ist wirklich noch recht kühl in Mie dieses Jahr.

Kabuse Shincha Vorbereitungen im Teegarten von Mankichi Watanabe auf Yakushima

Inzwischen sind die Vorbereitungen für den Kabuse Shincha vom Bio-Teegarten der Familie Watanabe auf Yakushima bereits in vollem Gange. Gestern erhielten wir von Frau Goto, der Mitarbeiterin von Herrn Watanabe, bereits Fotos, die Mankichis Sohn Keita Watanabe für uns in seinem Teegarten aufgenommen hat.

Watanabe Kabuse Shincha 2017
Watanabe Kabuse Shincha 2017

Die Insel Yakushima, ganz im Süden Japans, noch weiter südlich der Insel Kyushu als die anderen Anbaugebiete in der Präfektur Kagoshima, liegt rund 200 km südlich der Stadt Kagoshima. Auf Yakushima treiben die Teesträucher landesweit am frühesten aus, weshalb Yakushima gewissermaßen eine Oase für die „Teesorte“ Shincha darstellt.

Auf dem Foto, das Mankichi Watanabes Sohn Keita am 4. April 2017 aufgenommen hat, sieht man nicht nur, dass die Teesträucher für den Kabuse Shincha bereits mit schwarzen Netzen beschattet werden – die Hälfte der Arbeit des Anbringens der Netze ist bereits geschafft – sondern auch, dass zu dieser frühen Zeit bereits die jungen Blatttriebe gut zu sehen sind. Auch die hellgrüne Farbe des Teegartens verrät uns, dass die Teesträucher bereits deutlich begonnen haben auszutreiben, und schön Knospen gebildet haben, die für den Watanabe Kasbuse Shincha 2017 verwendet werden.

Umso erstaunlicher ist, dass auf dem Foto die Teegartenparzelle von Mankichi Watanabe zu sehen ist, in der die Teesträucher der Varietät Asatsuyu angebaut werden, denn dies sind nicht einmal die ersten Sträucher, die bei Herrn Watanabe austreiben. Nein, die Strauchvarietät Kuritawase ist noch früher dabei neue Triebe und Blattknospen zu bilden. Nicht mehr lange also, bis der Watanabe Kabuse Shincha 2017 geerntet werden kann!

Yakushima Zedernwald

Diesmal ist die Zeit ein wenig knapp, so haben wir nur einen Vormittag um wenigstens kurz in die Berge zu gehen. Als wir losfahren, ist es zwar extrem feucht von dem Starkregen am Vortag, aber dennoch regnet es nicht.

Während wir bis hoch zu den mehrere tausend Jahre alten Zedern wandern, fängt der Regen aber wieder an. Schon nach kurzer Zeit sind wir komplett nass, aber irgendwie scheint das niemanden so wirklich zu stören. Der Anblick dieses fantastischen Waldes mit seinen zahlreichen Bächen, hohen Bäumen und viel Moos lässt uns vergessen, dass der Regen bereits alle Schichten unserer Kleidung durchdrungen hat.

Zum Mittagsessen sind wir mit den Watanabes und Frau Goto verabredet, weshalb wir auch schon bald wieder aufbrechen. Im Teegarten angekommen, merken wir, wie uns langsam kalt wird. Wir freuen uns unter der Heizung zu sitzen, und ein bisschen zu trocknen. Zusammen bereiten wir nach dem Essen noch die Pakete mit dem diesjährigen Watanabe Kabuse Shincha vor, bevor wir uns auf den Weg zur letzten Fähre nach Kagoshima machen.

Bio Kabuse Shincha Ernte im Teegarten von Mankichi Watanabe

Ein schier unendlicher Regen prägt seit einen Tagen unsere Zeit in Yakushima. Die Asatsuyu-Teesträucher warten wahrscheinlich genauso sehrsüchtig darauf geerntet zu werden wir darauf warten die Ernte selbst zu sehen, und darauf, dass der diesjährige Kabuse Shincha von Mankichi Watanabe vollendet werden kann. Dietmar ruft daher seit einigen Tagen schon früh morgen nach dem Aufstehen Mankichi Watanabe an, und erkundigt sich wie die Lage vor Ort im Teegarten ist. Das Wetter auf Yakushima ist an den verschiedenen Orten auf der Insel sehr unterschiedlich, sodass wir an den Vortagen trotz Regen bei uns in Miyanoura hofften, dass das Wetter im Teegarten von Mankichi Watanabe besser ist und geerntet werden kann. Heute stehen die Chancen gut, es regnet selbst in Miyanoura bislang nicht und der Himmel ist auch nicht ganz so dunkel, wie an den Vortagen. Telefonisch erreichen wir Mankichi Watanabe nicht. Das ist ein gutes Zeichen, denn bei der Arbeit hat er sein Mobiltelefon eigentlich nie dabei. Als wir daraufhin die Nummer von Frau Goto wählen, haben wir jedoch Glück sie zu erreichen. Wir freuen uns sehr, denn heute geht die Ernte weiter.

MARIMO_Dietmar_Watanabe_Shincha_Grüntee

Für unsere Gäste können wir so auch die MARIMO-Ernte-Garantie bei der Kundenreise einhalten. Für das Verständnis, was eigentlich genau bei der Grünteeherstellung passiert, ist es sicherlich ein Pluspunkt, die Ernte und Verarbeitung einmal selbst miterlebt zu haben, weshalb wir unsere Kunden eigentlich immer zu Zeitpunkten in Japan treffen, zu denen geerntet wird.

Teereise_Yakushima_WatanabeGlückliche Gesichter

Yakushima_Watanabe_Kabuse_Shincha-Ernte
Die leuchtend grünen Asatsuyu Sträucher werden heute geerntet, und wir können mitfühlen, wie sie sich freuen, dass nun die schwarzen Netze abgenommen werden, die zwei Wochen lang dafür gesorgt haben, dass die Sträucher besonders grüne Blätter mit frischen, fein süßlich duftenden Aromen entwickeln. Asatsuyu kennt ihr wahrscheinlich schon vom Watanabe Asatsuyu Tokujou Kabusecha. Doch für unseren neunen Watanabe Yakushima Kabuse Shincha 2015 hat Mankichi Watanabe neben Asatsuyu auch Kuritawase und etwas Sae Midori eingeplant, wodurch sich der Kabuse Shincha von Mankichi Watanabe trotz einer gewissen Ähnlichkeit doch auch eindeutig vom Asatsuyu Tokujou Kabusecha unterscheiden wird.

Watanabe_Grüntee_Kabuse
Im Asatsuyu Teegarten werden zuerst die Netze eingerollt, die etwa zwei Woche lang für die Beschattung der Asatsuyu-Teesträucher gesorgt haben, damit danach geerntet werden kann. Zum Einrollen der Netze haben die Watanabes einen kleinen Wagen in Verwendung, den die Erntehelfer durch die Reihen fahren lassen. Dieser rollt die Netze ein, sodass die beiden Helfer die Netze nur richtig hinrücken und die Klammern von den Sträuchern abmachen müssen. Das ist eine riesen Erleichterung bei der Arbeit. Die Morimotos hingegen rollen die Netze noch mit der Hand ein, was ganz schön auf die Arme geht. Im ersten Jahr hat Shigerus Freund Katsumi sich bei den Morimotos darum gekümmert, alle Kabuse-Netze einzurollen und viel danach für einige Tage aus, da sich seine Unterarmmuskulatur von der Überanstrengung entzündete. Seit dem letzten Jahr wechseln sich Katsumi, Tetsumori (Yukies Ehemann) und Tobias ab. Eine gute Idee also, dass Familie Watanabe den Rollwagen verwendet, der die Arbeit im Teegarten geschickt erleichtert, und dafür sorgt, dass die Helfen nicht überlastet werden.

Watanabe_Kabuse_Shincha-Gruentee
Nachdem die Netze von den Sträuchern abgenommen wurden, gehen noch einmal zwei bis drei Erntehelfer durch die Reihen und entfernen Blätter, die von den Bäumen ringsherum in den Teegarten gefallen sind. Mit einem Gebläse werden auch noch in den Büschen sitzende Insekten fortgeblasen, damit sie nicht in die Erntemaschine geraten. Im Teegarten kümmert sich Herr Goto um die Ernte, während Mankichi Watanabe die Verarbeitung durchführt. Die frischen Asatsuyu-Blätter kommen nun schnell in die Verarbeitungsanlage, wo sie unter Kühlung aufbewahrt werden, bis sie dann gedämpft und weiter gelockert, geknetet und gerollt werden.

Watanabe_Kabuse_Shincha_MARIMO

Für die Kabuse Shincha Herstellung werden die Blätter beim letzten Verarbeitungsschritt, der finalen Erhitzung (hi-ire), nur sehr kurz und leicht erhitzt, wodurch die die volle Frische des Frühlings behalten. Eben dieses Aroma kann aber nicht für die Ewigkeit erhalten werden, so dass es vorteilhaft ist, den Shincha innerhalb weniger Monate nach der Ernte zu genießen.
Als wir am 30. März dabei waren, als die Kuritawase geerntet und verarbeitet wurde, war Mankichi Watanabe noch recht angespannt. An den ersten Verarbeitungstagen zeichnet sich oftmals schon ab, wie die weitere Ernte ausfallen wird. Da ist dann die Aufregung natürlich groß. Heute wirkt Mankichi deutlich entspannter, und das obwohl wir zu acht in der kleinen Verarbeitungshalle herumlaufen und ihm bei jedem Verarbeitungsschritt über die Schulter schauen.

Mankichi_Watanabe_Yakushima_Gruentee
In der ganzen Halle, wie auch draußen, riecht es hervorragend nach den frisch gedämpften Kabuse-Asatsuyu-Teeblättern.

Watanabe_Temperatur_Teeverarbeitung

Dieser Geruch ist wirklich einmalig, eindeutig anders als bei anderen Strauchsorten. Da wir nun schon öfter bei der Teeverarbeitung dabei waren, riechen wir schon deutliche Unterschiede, je nach Strauchsorte, die gerade verarbeitet wird. Die Asatsuyu ist sehr leicht und riecht wirklich verzaubernd süßlich, während die Kuritawase, die am 30.März verarbeitet wurde, eher blumige Nuancen verbreitet. Wenn ihr zu Hause in Deutschland einen guten Sencha oder Kabusecha frisch aufgießt, riecht mal nach dem Abgießen an den noch warmen Blättern. Der Geruch ist zwar nicht identisch mit den der Blätter während der Verarbeitung, aber immerhin hat er einige ähnliche Merkmale.
Es fällt uns schwer uns von diesem betörenden Geruch zu trennen, doch nachmittags müssen wir unsere Gäste aus bereits Kiel verabschieden, weshalb wir zum Mittagessen aufbrechen, das daher zugleich unser Abschiedsessen von unseren Kieler Kunden ist. Dafür gehen wir noch einmal in ein sehr schönes japanisches Pasta-Restaurant, das gar nicht so weit entfernt liegt. Hier waren wir schon zur Begrüßung mit Mankichi Watanabe, als wir noch mit Yoko zusammen auf Yakushima unterwegs waren.

MARIMO_Yakushima_Watanabe_Teereise
Am Nachmittag kehren wir dann noch einmal zum Teegarten von Mankichi Watanabe zurück. Wir sind gespannt, wie der fertige Aracha wohl schmecken wird, der schon viel darüber verraten wird, dann letztlich auch der fertige Kabuse Shincha schmecken wird. Mmmmmhhhhh, wir sind begeistert. Nun wird Mankichi Watanabe in den nächsten Tagen den fertigen Blend aus Kabuse Sae Midori, Kabuse Kuritawase und Kabuse Asatsuyu entscheiden, und dann noch die hi-ire – die finale Erhitzung – durchführen, sowie die finale Sortierung. Für den Transport nach Deutschland haben Frau Goto und Dietmar schon alles zusammen vorbereitet, sodass der Bio-zertifierte Watanabe Yakushima Kabuse Shincha auch sehr bald bei einigen ausgewählten Tee-Einzelhändlern in Deutschland (auch online), aber sogar auch bei drei, vier fabelhaften Tee-Einzelhändlern in anderen Ländern Europas zu finden sein wird.

Watanabe Kabuse Shincha

Bei allen renommierten Teefachhändlern wird er natürlich nicht zu finden sein, da die gesamte hergestellte Menge sich lediglich auf 25kg beschränkt. Dies liegt auch daran, dass Mankichi Watanabe insgesamt nur 10-15kg Sae Midori ernten kann, da der Sae Midori-Teegarten nur drei oder vier Reihen umfasst. Es handelt sich beim Watanabe Kabuse Shincha also wirklich um einen raren Schatz.