Shincha MOE – Neuigkeiten aus dem Teegarten von Herrn Matsumoto

Vor wenigen Minuten erreichte uns die neueste Nachricht von Herrn Matsumoto, der für uns zur Zeit fast täglich ein Foto in seinem Teegarten aufnimmt, und uns zuschickt. Dabei geht es immer genau um die Teegartenparzelle, von deren Teesträuchern Herr Matsumoto die Blätter für den Shincha MOE erntet. So kann man wunderbar beobachten, wie die feinen jungen Triebe Stück für Stück weiter austreiben, bis sie die perfekte Größe und Beschaffenheit erreicht haben, dass Herr Matsumoto sie für den Shincha MOE ernten kann.

Die Teegartenparzelle, von dem die Blätter für den Shincha MOE stammen, fotografiert von Herrn Matsumoto am 14. April 2017
Die Teegartenparzelle, von dem die Blätter für den Shincha MOE stammen, fotografiert von Herrn Matsumoto am 14. April 2017

Den unverkennbar schönen Teegarten, in dem Herr Matsumoto die Yabukita-Sträucher anbaut, deren Blätter er in sehr jungem Stadium für den außergewöhnlich fein geernteten Shincha MOE verwendet, ist leicht wiederzuerkennen: Im Hintergrund schaut man auf eine idyllische Meeresbucht in der Präfektur Kumamoto.

Auch von Frau Goto, einer Mitarbeiterin im Teegarten von Mankichi Watanabe und seinem Sohn Keita Watanabe, erhielten wir heute eine Nachricht, wie sich dort die Teesträucher weiterentwickeln, und welche Teestrauchvarietäten für den Shincha dieses Jahr an welchem Tag voraussichtlich geerntet werden oder auch schon bereits geerntet wurden. Mehr dazu schreiben wir in unserem morgigen Blog-Beitrag hier im Shincha Blog 2017.

Shincha 2017 – Die Einflussfaktoren Lage, Teestrauchvarietät und Produktionsstil

Während im Teegarten von Mankichi Watanabe auf der Insel Yakushima, dem frühesten Shincha-Anbaugebiet Japans abgesehen vom noch weiter südlich gelegenen Okinawa, bereits die jungen Blatttriebe mehrere Zentimeter weit ausgetrieben sind, sind in nördlicheren Teeanbaugebieten Japans, wie Shizuoka oder Saitama, noch gar keine neuen Blatttriebe des Jahres 2017 zu sehen. Nachfolgend haben wir einen ersten Versuch gewagt, die zeitliche Dimension der unterschiedlichen Orte, an denen Shincha hergestellt wird, in einer Tabelle zusammen zu tragen. Natürlich ist die Liste nicht vollständig, da wir zwar zu Teegärten in relativ vielen japanischen Präfekturen enge Kontakte pflegen, in denen Shincha hergestellt wird, aber nicht zu Teegärten in allen japanischen Tee-Präfekturen.

Shincha-Ernte-Übersicht 2017, Stand 13. April
Lage Teegarten Teestrauchvarietät Voraussichtliches Shincha-Erntedatum 2017
Süd-Kyushu, Kagoshima-Präfektur, Insel Yakushima Bio-Teegarten von Mankichi Watanabe Kuritawase 13. April, HEUTE GEERNTET
Süd-Kyushu, Kagoshima-Präfektur, Insel Yakushima Bio-Teegarten von Mankichi Watanabe Yutaka Midori 14. April
Süd-Kyushu, Kagoshima-Präfektur, Insel Yakushima Bio-Teegarten von Mankichi Watanabe Sae Midori 16. April
Süd-Kyushu, Kagoshima-Präfektur, Insel Yakushima Bio-Teegarten von Mankichi Watanabe Asatsuyu 17. April
Süd-Kyushu, Miyazaki-Präfektur Bio-Teegarten von Haruyo und Shigeru Morimoto Yutaka Midori 28. April
Süd-Kyushu, Miyazaki-Präfektur Bio-Teegarten von Haruyo und Shigeru Morimoto Saki Midori 29. April
Süd-Kyushu, Kumamoto-Präfektur, Region Minamata Teegarten von Kazuya Matsumoto Yabukita 28. April
Honshu, Mie-Präfektur, Region Ise Bio-Teegarten von Iwao Hayashi Yabukita 20. Mai
Honshu, Shizuoka Präfektur Vergleichsteegarten Yabukita 22. Mai

Bei der Frage, zu welchem Zeitpunkt die Blätter für einen Shincha genau geerntet werden spielen natürlich eine ganze Menge Faktoren eine wichtige Rolle.

Dazu gehört sicherlich an erster Stelle der Faktor der Anbauregion, denn die zeitlichen Unterschiede zwischen weiter südlich und weiter nördlich liegenden Anbauregionen sind immens. Kyushu liegt dabei am weitesten im Süden Japans, mit vielen bekannten Teeanbau-Regionen wie Kirishima, Satsuma und Yakushima in der Präfektur Kagoshima, sowie den mittlerweile fast ebenso bekannten Tee-Präfekturen Miyazaki, Kumamoto, Saga und anderen. Weiter im Norden befindet sich die Insel Honshu, die sich allerdings von Südwesten bis Nordosten mehrere Hundert Kilometer in die Länge zieht. Die Teeanbaugebiete Nara, Kyoto und Mie befinden sich zwar noch relativ weit im Süden auf Honshu, allerdings schön mehrere Hundert Kilometer nördlich von Kyushu. Shizuoka und Saitama gehören nicht nur auf Honshu sondern überhaupt zu den nördlichsten Teeanbaugebieten. Der zeitliche Unterschied der Ernte zwischen dem südlichsten Kyushu und den nördlichsten Anbauregionen der Hauptinsel Honshu kann durchaus sechs Wochen betragen.

Einerseits ist also die Makro-Lage von entscheidender Wichtigkeit hinsichtlich des Erntezeitpunkt, aber auch die Meso-Lage, besonders auch hinsichtlich der Höhe, spielt keine unwichtige Rolle. Während wir in manchen Jahren bei Haruyo und Shigeru Morimoto in der Präfektur Miyazaki die ersten feinen Blätter bereits Mitte April ernten konnten, fand die Ernte der höher gelegenen Gegenden von der Präfektur Miyazaki, die für ihre Kamairicha-Produktion bekannt sind, zumeist erst drei bis vier Wochen später statt. Während sich Ende März 2017 in Yakushima bereits die ersten Blatttriebe zeigten, lag zeitgleich in den besagten höheren Regionen von Miyazaki noch der Schnee auf den Teesträuchern, und dies, obwohl die beiden Anbauregionen sich beide im Süden der südlichsten japanischen Hauptinsel Kyushu befinden.

Ein zweiter, sehr wesentlicher Faktor ist die Teestrauchvarietät, wie sich aus den ersten Zeilen der obigen Tabelle leicht erkennen lässt. Da die Teestrauchvarietät Yabukita seit Ende des 20. Jahrhunderts sich zur am weitesten verbreiteten Teestrauchvarietät in Japan entwickelte, mit ca. 70-80% aller verwendeten Teesträucher – was sicherlich auch kritisch zu betrachten ist – wird diese oft als eine Art Norm herangezogen. Spricht man beispielsweise über das Thema, welche Teestrauchvarietäten früher austreiben, und welche später, wird die Strauchvarietät Yabukita als Nullpunkt angesetzt. Während einige Strauchvarietäten wie Yutaka Midori und Kuritawase eine gute Woche früher austreiben als die Norm-Strauchvarietät Yabukita, treiben anderen Strauchvarietäten wie Asatsuyu nur einige Tage früher aus als die Varietät Yabukita. Sicherlich gibt es darüber hinaus auch Teestrauchvarietäten, die später als die Yabukita austreiben, was hier jedoch nicht näher betrachtet werden soll, da es im Fall von Shincha-Blog im Regelfall um Teestrauchsorten mit zeitlich frühen Vegetationszyklus geht. Um Missverständnissen vorzubeugen: Die besagten frühen Teestrauchvarietäten wachsen nicht schneller, nein sie treiben früher aus. Den Vergleich zwischen Schneller und weniger schnell wachsenden Teestrauchvarietäten gibt es natürlich auch. Dies hat einen wesentlichen Einfluss auf den Ernteertrag, doch ist dies eine andere Dimension als die Dimension des Zeitpunktes des Austreibens der jungen Triebe. Hier im Shincha-Blog wird daher das Thema der Wachstumsgeschwindigkeit nicht weiter thematisiert, während das Thema der zeitlichen Verschiebung der Wachstumszyklen öfter wieder aufgegriffen werden wird.

Als drittes spielt hinsichtlich des Erntezeitpunktes die Frage eine entscheidende Rolle, wie der Ernte- und Produktionsstil eines Teegartens bzw. Teemachers ist, der die Blätter für den entsprechenden Shincha erntet und verarbeitet. Solange wir nicht von Pulverteesorten (Matcha) und von lange beschatteten Teesorten (Gyokuro) sprechen, sondern von „normalen“ nicht gemahlenen Blattteesorten, und solange von modernen Tee-Produktionsstilen die Rede ist und nicht vom Produktionsstil, der bis Mitte oder spätestens Ende des 20 Jahrhunderts eher vorherrschend war, lässt sich zusammenfassend sagen, dass heutzutage feinere, jüngere, kleinere Blätter als hochwertigeres Blattgut angesehen werden. Betont sei jedoch, dass es einige wichtige Ausnahmen von dieser Verallgemeinerung gibt. Abgesehen von diesen Ausnahmen jedoch, zeichnet es einen Teemacher oder Teegarten aus, der besonders hochwertigen Tee herstellen möchte, eher fein zu ernten, oder aber fein zu sortieren. Herr Matsumoto, der mit seinem raren Shincha MOE mittlerweile sehr viel Beachtung findet, erntet dafür weit über das übliche Maß hinaus feines Blattgut. Das geerntete Blattgut ist derart fein, dass eine Sortierung gänzlich entfällt, was eine wirklich selten anzutreffende Besonderheit darstellt. Sehr fein geerntetes Blattgut bedeutet allerdings, dass sehr früh geerntet wird, denn zu einem späteren Zeitpunkt wären die Blätter nicht mehr so fein. Dies erklärt, warum die Ernte des Shincha MOE bei Herr Matsumoto relativ früh stattfindet, obwohl der in der Präfektur Kumamoto vorzufindende Teegarten vergleichsweise hoch gelegen ist.

Shincha MOE: Die ersten jungen Triebe sind bereits zu sehen

Am heutigen Tage (8. April 2017) erhielten wir von Herrn Matsumoto, dessen Teegarten sich auf der südlichsten Hauptinsel Japans, Kyushu, in der Präfektur Kumamoto befindet, die freudige Nachricht, dass bereits die ersten jungen Triebe in der Teegartenparzelle zu sehen sind, von deren Teesträuchern die Blätter für den Shincha MOE geerntet werden.

Herr Matsumotos Teegartenparzelle für den Shincha MOE am 8. April 2017
Herr Matsumotos Teegartenparzelle für den Shincha MOE am 8. April 2017

Wie auf den Fotos zu sehen ist, herrscht derzeit recht regnerisches Wetter vor, und es ist noch relativ kühl in Kumamoto, weshalb die Ernte des Shincha MOE dieses Jahr sicherlich nicht wie letztes Jahr schon vor dem 20. April stattfinden wird, sondern eher am Ende des Monats April.

Herr Matsumoto erntet für den Shincha MOE selbstverständlich nur die jungen Triebe, die auf dem Foto dank ihrer hellgrünen Farbe gut zu erkennen sind. Die älteren Blätter, die deutlich dunkler, größer und fester sind, werden nicht geerntet. MOE bedeutet übrigens „Frühlingsgrün“, und gemeint ist eben diejenige Farbe der jungen Triebe, die für den Shincha MOE geerntet werden.

Kabuse Shincha Vorbereitungen im Teegarten von Mankichi Watanabe auf Yakushima

Inzwischen sind die Vorbereitungen für den Kabuse Shincha vom Bio-Teegarten der Familie Watanabe auf Yakushima bereits in vollem Gange. Gestern erhielten wir von Frau Goto, der Mitarbeiterin von Herrn Watanabe, bereits Fotos, die Mankichis Sohn Keita Watanabe für uns in seinem Teegarten aufgenommen hat.

Watanabe Kabuse Shincha 2017
Watanabe Kabuse Shincha 2017

Die Insel Yakushima, ganz im Süden Japans, noch weiter südlich der Insel Kyushu als die anderen Anbaugebiete in der Präfektur Kagoshima, liegt rund 200 km südlich der Stadt Kagoshima. Auf Yakushima treiben die Teesträucher landesweit am frühesten aus, weshalb Yakushima gewissermaßen eine Oase für die „Teesorte“ Shincha darstellt.

Auf dem Foto, das Mankichi Watanabes Sohn Keita am 4. April 2017 aufgenommen hat, sieht man nicht nur, dass die Teesträucher für den Kabuse Shincha bereits mit schwarzen Netzen beschattet werden – die Hälfte der Arbeit des Anbringens der Netze ist bereits geschafft – sondern auch, dass zu dieser frühen Zeit bereits die jungen Blatttriebe gut zu sehen sind. Auch die hellgrüne Farbe des Teegartens verrät uns, dass die Teesträucher bereits deutlich begonnen haben auszutreiben, und schön Knospen gebildet haben, die für den Watanabe Kasbuse Shincha 2017 verwendet werden.

Umso erstaunlicher ist, dass auf dem Foto die Teegartenparzelle von Mankichi Watanabe zu sehen ist, in der die Teesträucher der Varietät Asatsuyu angebaut werden, denn dies sind nicht einmal die ersten Sträucher, die bei Herrn Watanabe austreiben. Nein, die Strauchvarietät Kuritawase ist noch früher dabei neue Triebe und Blattknospen zu bilden. Nicht mehr lange also, bis der Watanabe Kabuse Shincha 2017 geerntet werden kann!

Die Shincha-Zeitgrenze: Von Yakushima nach Shizuoka

Während bei manchen Teesorten die Analyse der Namen durchaus in die Irre führen kann, scheint dies im Fall von Shincha eher eine Möglichkeit zu sein, einen spannenden Blick hinter die Kulissen zu werfen. Der Schlüssel zu allen Überlegungen ist dabei natürlich in der ersten der beiden Silben zu finden, nämlich im „Shin“, das ganz schlicht und ergreifend „neu“ bedeutet. Beim Shincha geht es bekanntlicherweise um die ersten frischen Tees des neuen Erntejahres. Doch wann werden diese in welchen Regionen geerntet?

Vor zwei Jahren, also 2015, haben wir das Glück gehabt, ein sehr frühes Shincha-Jahr mitzuerleben, was einerseits durch die Wetterlage bedingt war, und zudem dadurch, dass wir uns genau zur rechten Zeit am rechten Ort aufhielten: So erlebten wir bereits Ende März die Shincha-Ernte bei Mankichi Watanabe auf der Insel Yakushima, die etwa 200 km südlich der Stadt Kagoshima liegt, und damit noch weiter südlich als die Insel Tanegashima. Beide Inseln, also Yakushima als auch Tanegashima, gehören zur Präfektur Kagoshima, auch wenn der Hauptteil von Kagoshima, der sich auf der Insel Kyushu befindet, nicht unweit von Tanegashima und umso mehr von Yakushima entfernt ist.

Während im Jahr 2015 die Shincha-Ernte bei Mankichi Watanabe bereits Ende März begann, so fand die Ernte in der Kirishima Region erst circa drei Wochen später statt, was angesicht der Tatsache, dass es sich immer noch um dieselbe Präfektur handelt, durchaus erstaunlich klingt. Shutaro Hayashi erntete im Jahr 2015 seinen ersten Tee (Tennen Gyokuro) der ersten Ernte etwa am 20. April. In der benachbarten Präfektur Miyazaki hingegen fand die Ernte des Morimoto Shincha bei Haruyo und Shigeru Morimoto jedoch kurz zuvor statt, was unter anderem auf die bekanntlicherweise starke Sonneneinstrahlung in Miyazaki zurückzuführen ist.

Wirklich ins Erstaunen versetzte uns allerdings, dass in den letzten Jahren in Europa bei manchen Teehändlern fast zeitgleich mit den Shincha-Sorten aus dem südlichsten Ende Japans (also Kyushu u.a. mit den Präfekturen Kagoshima, Miyazaki und Kumamoto) ein Shincha aus Shizuoka auf den hiesigen Markt kam. Wie kann das nur möglich sein? Da Shizuoka rund 1000km weiter im Norden liegt als Yakushima, grob gesagt gerade einmal etwas südlich von Tokyo, müsste doch dort die Ernte minimal vier Wochen später statt finden, wenn nicht sogar eher sechs Wochen später?

Eine Antwort, die uns wirklich zum Schmunzeln brachte, wußte uns zu dieser Frage Shutaro Hayashi zu sagen, der seinem Universitätsstudium in Kagoshima viele spannende Kontakte in der japanischen Insider-Teeszene zu verdanken hat, die immer mal wieder überraschende Dinge ans Licht bringen: Natürlich kann ein Shincha bereits kurz nach der Ernte in Yakushima und Tanegashima aus Shizuoka kommen, auch wenn dort die Ernte noch garnicht stattgefunden hat. Naja, und wie?

Dafür gibt es mindestens zwei Möglichkeiten: Zum einen gibt es in Shizuoka unzählige Tee-Großhändler und Tee-Finalverarbeiter (Japanisch: Tonya-san), die Blätter aus ganz Japan einkaufen, und dann mit einem „passenden“ Namen verkaufen. „Shizuoka Shincha“ bedeutet in deren Augen nicht, dass die geernteten Shincha-Blätter aus Shizuoka stammen müssen, sondern einfach nur, dass die finale Verarbeitung in Shizuoka stattgefunden hat. Eine interessante Interpretationsweise, die sicherlich ihre Berechtigung hat, auch wenn das nicht so ganz zu unserer eigenen Tee-Philosophie zu passen scheint.

Die zweite Möglichkeit ist aber auch nicht gerade weniger überraschend: Man kann natürlich auch die Teeblätter der Ernte im vorigen Jahr im vorverarbeiteten Zustand (Aracha) einfrieren, und dann gerade kurz bevor in anderen Regionen im folgenden Jahr geerntet wird, die Finalvearbeitung durchführen. So ist man der Erste, der Shincha auf den Markt bringt, egal wann die neue Ernte stattfindet!

Offen gesagt ist unsere Denkweise da wirklich anders, denn natürlich ist es schön schon zu einem frühen Zeitpunkt im Jahr zum Genuß eines frischen Shincha zu kommen, aber macht es nicht letztlich den wirklichen Charme eines Shincha aus, dass er wirklich frisch geerntet wurde, und nicht nur frisch schmeckt? Zudem, ist es nicht schön zu wissen, woher das geerntete Shincha-Blattgut wirklich stammt, und mitzuerleben wie der Shincha bei einem bestimmten Teegarten geerntet wurde und dessen Charakter trägt?

Aus dieser Idee ist der vorliegende „Shincha Blog 2017“ entstanden, bei dem wir so gut wie jeden Tag die neuesten Shincha-Ereignisse, vor allem bei unseren Teegarten-Partnern Mankichi Watanabe auf Yakushima, Haruyo und Shigeru Morimoto in Miyazaki, und Herrn Matsumoto in Kumamoto, mitverfolgen und darüber berichten. Und in wenigen Tagen gibt es bereits die ersten Fotos aus Yakushima!

Shincha 2017: Reservierungen bei Watanabe, Morimoto und Matsumoto bestätigt

In den letzten Tagen erhielten wir von Herrn Matsumoto, von Haruyo und Shigeru Morimoto, sowie von Frau Goto, die für den Teegarten von Familie Watanabe auf Yakushima arbeitet, wirklich freudige Nachrichten: Alle drei nehmen unsere diesjährigen Shincha-Reservierungen an, so dass wir gute Chancen haben, auch dieses Jahr (2017) wieder so fantastische Shincha-Sorten zu bekommen, wie in den vergangenen Jahren.

Beim Shincha werden die Blätter von recht früh austreibenden Strauchsorten geerntet. Dazu gehört bei den Morimotos besonders die Strauchvarietät Yutaka Midori, die bei Familie Morimoto für den Shincha gut zwei Wochen beschattet wird. Bei Familie Watanabe auf Yakushima gehört zu den am frühesten austreibenden Sorten die seltenen Varietät Kuritawase, die ebenso für die Shincha-Ernte beschattet wird.

Herr Matsumoto hingegen verwendet seine Yabukita-Sträucher, die an sich nicht allzu früh austreiben, aber erntet nur die aller jüngsten, aller feinsten Blatttriebe, so dass er dennoch recht früh ernten kann, und zudem eine sehr ausgefallene, feine Shincha-Qualität produziert. Die Kehrseite von solch einem extrem feinen Schnitt, wie er für den Shincha MOE von Herrn Matsumoto durchgeführt wird, ist allerdings, dass die Erntemenge extrem klein ist. Dies ist natürlich auch ein Grund dafür, warum wir so dankbar sind, dass Herr Matsumoto auch dieses Jahr unsere Reservierung angenommen hat, obwohl die hersgestellte Menge des Shincha MOE sehr klein ist.

Beim Shincha von Familie Watanabe auf Yakushima ist die Menge unseres Kabuse Shincha allerdings auch sehr begrenzt. Hier liegt es weniger daran, dass die gesamte Erntemenge so klein wäre, sondern vielmehr daran, dass Herr Watanabe für uns einen eigenen, besonderen Kabuse Shincha herstellt, für die er auch die Blätter seiner seltenen Sae Midori Sträucher verwendet. Da er nur etwa fünf Reihen der Sae Midori Sträucher in seinem Bio-Teegarten hat, beträgt die Erntemenge nur ca. 15kg. Natürlich wollen wir Herrn Watanabe nicht gleich die gesamte Menge von 15kg wegschnappen, so dass wir nur mit ca. 5kg Blattgut der Sorte Sae Midori für unsere Watanabe Kabuse Shincha rechnen. Vor diesem Hintergrund können jährlich nicht viel mehr als 35kg diese Shincha hergestellt werden, denn sonst würde sich das Mengenverhältnis der einzelnen Varietäten im letztlichen Shincha zu stark verändern. Also ebenso eine begehrte Shincha-Sorte, über die wir uns jedes Jahr sehr freuen, und dankbar sind, dass wir diesen von Herrn Watanabe hergestellt bekommen.